- 26.05.2011 Manuela Käselau
Wenn Sie ein Kinesio-Tape brauchen, sollten Sie immer einen Menschen Ihres Vertrauens aufsuchen, der sich mit dem Kleben der Tapes, Ihrem Problem und der menschlichen Anatomie auskennt. Die bunten Pflaster sehen harmlos aus, sind es aber nicht, sondern haben vielfältige Wirkungen. Selten hat etwas, was eine Wirkung hat, bei falschem Gebrauch nicht auch eine Wirkung. Und das ist auch bei Kinesio-Tapes so. Es wird kaum lebensbedrohliche Folgen haben, wenn Sie ein Tape falsch kleben, Unwohlsein ist aber trotzdem eine mögliche Folge. Auch Veränderungen des muskulären Tonus, die dazu führen können, dass Sie dann, wenn Sie Muskelkraft bräuchten, diese nicht aufwenden können. Das kann zu Verletzungen führen, wenn Sie beispielsweise ein Umknicken mit dem Fuß nicht abfangen können. Oder es entwickelt sich ein zu hoher Tonus. Schmerzhafte Verspannungen können die Folge sein.
Sie hatten ein Kinesio-Tape schon öfter?
- Wenn Ihnen schon mal eine Fachperson ein Kinesio-Tape angelegt hat und Sie damit gut gefahren sind, dann kann es hilfreich sein, wenn Sie es selbst bei Bedarf nachkleben können.
- Dazu brauchen Sie zunächst Kinesio-Tape, welches in Apotheken und im Internet zu kaufen ist. Das Kinesio-Tape wird in verschiedenen Farben angeboten - die Hersteller der meisten Tape-Sorten gehen davon aus, dass diese eine unterschiedliche Wirkung entfalten, was in der Praxis auch meist so ist. Sie sollten also wissen, welche Farbe Sie brauchen. Nehmen Sie immer nur die Farbe, die auch beim ersten Mal geholfen hat. Sollte sich der hilfreiche Effekt nicht einstellen, besuchen Sie Ihren Physiotherapeuten und probieren Sie nicht wild alle Farben aus.
- Die Anzahl der Tapestreifen und die Aufkleberichtung ist individuell. Ein Folgetape sollten Sie also exakt so anlegen können, wie der Profi das zuvor gemacht hat. Lassen Sie sich eventuell auch eine genaue Anleitung mitgeben. Experimentieren Sie nicht mit Eigenkreationen oder dem, was Freunde, Nachbarn oder Familienangehörige mal an Tapes getragen haben.
- Des Weiteren brauchen Sie eine scharfe Schere. Außerdem sollten Sie die zu beklebende Haut fettfrei halten. Wenn die betreffende Stelle sehr behaart ist, kann es hilfreich sein, diese vorher zu rasieren. Bei normalem Haarwuchs ist das allerdings nicht nötig.
Anleitung zum Kleben des Pflasters
- Zunächst müssen Sie die richtige Länge des Tapes von der Rolle abschneiden. Diese bemisst sich daran, ob das Tape gedehnt auf den ungedehnten Körper oder ungedehnt auf ein gedehntes Körperteil aufgebracht wird. Eine grobe Orientierung ist, dass das Tape ungedehnt geklebt wird, wenn es um die Muskelfunktion, den Lymphabfluss oder Schmerzlinderung geht. Gedehnt wird das Tape eher dann geklebt, wenn Gelenke oder Bänder das Ziel des Tapens sind. Auch hier gilt: lassen Sie sich unbedingt vom Experten beraten und folgen Sie seiner Anleitung.
- Lösen Sie nun an einer Seite an einem kleinen Stück die Klebefolie vom Tape, legen das Pflaster auf die zu beklebende Stelle am Körper auf und streichen fest darüber. Während Sie nun nach und nach die Klebefolie lösen, legen Sie das Tape gedehnt oder ungedehnt an den Körper und streichen es fest an. Zum Schluss streichen Sie kräftig für einige Minuten über das Material - so wird die Acrylklebeschicht aktiviert und das Pflaster hält besser. Alltagsverrichtungen sind mit dem neuen Tape sofort möglich, Sport kann nach circa 30 Minuten betrieben werden.