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Kinesio-Tape - Anleitung zum Aufkleben

Kinesiotape - Anleitung zum Tapen1:24
Video von Bianca Koring1:24

Ein Kinesio-Tape ist ein medizinisches Pflaster, sehr dehnbar, atmungsaktiv und wasserfest. Es kann, richtig aufgeklebt, über Wochen getragen werden, lindert Schmerzen, regt das Lymphsystem an und leistet in der Narbenbehandlung wertvolle Dienste. Es wird meist von Physiotherapeuten verwendet; es gibt aber auch Heilpraktiker, Masseure und Ärzte, die nach einer speziellen Weiterbildung das Tapen beherrschen. Sie können ein Kinesio-Tape auch allein aufkleben, sollten das aber nur als Ersatz eines bereits getragenen Tapes tun, von dem Sie wissen, wie es angelegt wird. Eine Anleitung dazu finden Sie hier.

Was Sie benötigen:

  • Kinesio-Tape
  • Schere
  • fettfreie Haut

Wenn Sie ein Kinesio-Tape brauchen, sollten Sie immer einen Menschen Ihres Vertrauens aufsuchen, der sich mit dem Kleben der Tapes, Ihrem Problem und der menschlichen Anatomie auskennt. Die bunten Pflaster sehen harmlos aus, sind es aber nicht, sondern haben vielfältige Wirkungen. Selten hat etwas, was eine Wirkung hat, bei falschem Gebrauch nicht auch eine Wirkung. Und das ist auch bei Kinesio-Tapes so. Es wird kaum lebensbedrohliche Folgen haben, wenn Sie ein Tape falsch kleben, Unwohlsein ist aber trotzdem eine mögliche Folge. Auch Veränderungen des muskulären Tonus sind denkbar, die dazu führen können, dass Sie dann, wenn Sie Muskelkraft bräuchten, diese nicht aufwenden können. Das kann zu Verletzungen führen, wenn Sie beispielsweise ein Umknicken mit dem Fuß nicht abfangen können. Oder es entwickelt sich ein zu hoher Tonus. Schmerzhafte Verspannungen können die Folge sein.

Was ist ein Kinesio-Tape?

  • Ein Kinesio-Tape ist ein Band aus Baumwollgewebe, in das ein elastischer Längsfaden eingewebt ist. Dadurch ist es elastisch, jedoch nur in Längsrichtung.
  • Der Kleber ist wellenförmig aufgetragen, dies ist wichtig für die Wirkung.
  • Es werden Tapes mit Wirkstoffen angeboten. Klassisches Tape verwendet wirkstofffreie Klebebänder.

Sie hatten ein Kinesio-Tape schon öfter?

  • Wenn Ihnen schon mal eine Fachperson ein Kinesio-Tape angelegt hat und Sie damit gut gefahren sind, dann kann es hilfreich sein, wenn Sie es selbst bei Bedarf nachkleben können.
  • Dazu brauchen Sie zunächst Kinesio-Tape, welches in Apotheken und im Internet zu kaufen ist. Das Kinesio-Tape wird in verschiedenen Farben angeboten - die Hersteller der meisten Tape-Sorten gehen davon aus, dass diese eine unterschiedliche Wirkung entfalten, was in der Praxis auch meist so ist. Sie sollten also wissen, welche Farbe Sie brauchen. Nehmen Sie immer nur die Farbe, die auch beim ersten Mal geholfen hat. Sollte sich der hilfreiche Effekt nicht einstellen, besuchen Sie Ihren Physiotherapeuten und probieren Sie nicht wild alle Farben aus.
  • Grundsätzlich gilt: Rotes Kinesio-Tape wirkt anregend und aktivierend. Möchte man den Muskeltonus erhöhen, ist diese Farbe somit die richtige Wahl. Blautöne sind dagegen eher harmonisierend und beruhigend. Wenn Überlastungen und Reizungen behandelt werden, ist diese Farbe die richtige Wahl. Beiges Kinesio-Tape wirkt neutral und kann in jedem Fall eingesetzt werden.
  • Die Anzahl der Tapestreifen und die Aufkleberichtung sind individuell. Ein Folgetape sollten Sie also exakt so anlegen können, wie der Profi das zuvor gemacht hat. Lassen Sie sich eventuell auch eine genaue Anleitung mitgeben. Experimentieren Sie nicht mit Eigenkreationen oder dem, was Freunde, Nachbarn oder Familienangehörige mal an Tapes getragen haben.
  • Des Weiteren brauchen Sie eine scharfe Schere. Außerdem sollten Sie die zu beklebende Haut fettfrei halten. Wenn die betreffende Stelle sehr behaart ist, kann es hilfreich sein, diese vorher zu rasieren. Bei normalem Haarwuchs ist das allerdings nicht nötig.

Anleitung zum Kleben des Pflasters

  1. Zunächst müssen Sie die richtige Länge des Tapes von der Rolle abschneiden. Diese bemisst sich daran, ob das Tape gedehnt auf den ungedehnten Körper oder ungedehnt auf ein gedehntes Körperteil aufgebracht wird. Eine grobe Orientierung ist, dass das Tape ungedehnt geklebt wird, wenn es um die Muskelfunktion, den Lymphabfluss oder Schmerzlinderung geht. Gedehnt wird das Tape eher dann geklebt, wenn Gelenke oder Bänder das Ziel des Tapens sind. Auch hier gilt: Lassen Sie sich unbedingt vom Experten beraten und folgen Sie seiner Anleitung.
  2. Lösen Sie an einer Seite an einem kleinen Stück die Klebefolie vom Tape, legen das Pflaster auf die zu beklebende Stelle am Körper auf und streichen fest darüber.
  3. Die Anlagetechnik variiert, je nachdem ob Sie den Muskel entspannen oder den Muskeltonus erhöhen möchten. Im ersten Fall wird es mit dem Muskelverlauf angebracht, ansonsten gegen den Muskelverlauf.
  4. Während Sie nach und nach die Klebefolie lösen, legen Sie das Tape gedehnt oder ungedehnt an den Körper und streichen es fest an.
  5. Zum Schluss streichen Sie kräftig für einige Minuten über das Material - so wird die Acrylklebeschicht aktiviert und das Pflaster hält besser.
  6. Alltagsverrichtungen sind mit dem neuen Tape sofort möglich, Sport kann nach circa 30 Minuten betrieben werden. Die Tapes halten in etwa fünf bis zehn Tage. Das Tape löst sich nach einigen Tagen von allein und kann dann fast schmerzfrei abgelöst werden.

Anbringen auf dem Handgelenk

  1. Machen Sie ca. drei Zentimeter vom Ende des Tapes entfernt zwei kleine Löcher in das Tape (20 bis 30 cm lang). In diese Löcher stecken Sie zwei Finger (Mittelfinger und Ringfinger) und kleben das kurze Ende auf dem Handrücken fest.  
  2. Halten Sie Ihren Arm mit der Handfläche nach oben.
  3. Biegen Sie die Hand nach unten, die Handfläche zeigt nach vorne, die Fingerspitzen zum Fußboden.
  4. Kleben Sie das Tape in dieser Position auf Handfläche und Innenarm.
  5. Wenn Sie die Hand nicht mehr abgewinkelt halten, bilden sich kleine Falten des Tapes am Handgelenk.
  6. Nun können Sie auch noch die andere Seite tapen: Machen Sie wieder zwei kleine Löcher nahe dem Ende des Tapes, stecken Sie wieder Ring- und Mittelfinger hindurch und kleben Sie das kurze Ende auf der Handfläche fest, auf dem Kinesio-Tape, das Sie eben angebracht haben.
  7. Winkeln Sie das Handgelenk so an, dass die Hand mit dem Handrücken nach vorne und den Fingerspitzen nach unten zeigt.
  8. Kleben Sie das Tape auf Handrücken und Unterarm Ihrer abgewinkelten Hand.

Anleitung für ein Knie-Tape

Meist ist es recht schwierig, ein Knie-Tape alleine anzulegen. Deshalb ist es immer besser, wenn Sie eine zweite Person zur Hilfe haben.

  1. Befreien Sie Ihr Knie und Ihr Schienbein von kleinen Härchen, so kleben die Streifen besser und das Ablösen ist später nicht schmerzhaft. Gut geeignet dazu sind ein Einmalrasierer und etwas Rasierschaum. Waschen Sie die enthaarte Haut mit lauwarmem Wasser und trocknen Sie sie sorgfältig ab.
  2. Mit etwas medizinischem Alkohol aus der Apotheke reiben Sie Ihre Haut ein und befreien sie so von Hautfett und Seifenrückständen. Wenn Ihre Haut ganz getrocknet ist, ist sie optimal vorbereitet.
  3. Messen Sie einen Streifen ab, der lang genug sein sollte, um etwa eine Handbreit unter Ihrem Knie angebracht zu werden und eine Handbreit über Ihrem Knie endet.
  4. Schneiden Sie das Tape in der Mitte so ein, dass ein Ypsilon entsteht. Die entstandenen Enden sollten Sie mit der Schere abrunden.
  5. Kleben Sie das abgerundete, nicht zerschnittene Ende kurz unter Ihrer Kniescheibe an. Beugen Sie Ihr Knie und führen Sie nun die Streifen rechts und links von der Kniescheibe nacheinander nach oben, bis sie sich kurz über der Kniescheibe fast wieder treffen.
  6. Drücken Sie Ihr Tape gut fest. Das Klebematerial löst in der Regel keine Allergien aus. Sie können mit dem Tape duschen, allerdings sollten Sie auf heißes, langes Duschen und Wannenbäder verzichten.

Wichtig: Bei bestimmten Erkrankungen dürfen Sie das Kinesio-Taping nicht anwenden. Dazu zählen alle Hautverletzungen oder -erkrankungen. Auch bei bekannten Allergien oder Empfindlichkeiten gegenüber Pflaster sollten Sie zunächst vorsichtig die Verträglichkeit austesten. Bei Schwangerschaft ist von einer Anlage im Bereich des Beckens, Rückens oder Bauchraums auf jeden Fall abzuraten.

Weitere Autoren: Jasmin Müller, Michelle Miller, Gerti Bodenstein-von Wilcken

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