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Hygrometer selber bauen - so wird's gemacht

Hygrometer selber bauen - so wird's gemacht3:13
Video von Lars Schmidt3:13

Mit einem Hygrometer lässt sich die Luftfeuchtigkeit messen. In dieser Anleitung werden zwei einfache Modelle vorgeschlagen, die Feuchtigkeit anzeigen. Sie können beide leicht selber bauen.

Was Sie benötigen:

  • Für Modell 1:
  • einen Zapfen (Tanne, Kiefer...)
  • einen Strohhalm
  • etwas Kleber
  • Für Modell 2:
  • festes Pferdehaar
  • (ersatzweise ein Stück Schweinedarm oder Wolle)
  • 2 Nägel
  • Kleines Brettchen
  • kleines Anhängegewicht

Luftfeuchtigkeit - einfach erklärt

  1. Unter Luftfeuchtigkeit versteht man die Menge in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit, also letztendlich Wasserdampf, der nicht zu kleinen Tröpfchen (Nebel!) kondensiert ist, sondern als Gas vorliegt.
  2. Je nach Temperatur und vorhandenen Wasserstellen kann die Luft unterschiedliche Mengen an Wasserdampf aufnehmen.
  3. Beträgt die Luftfeuchtigkeit 100 %, wird sich weiterer Wasserdampf immer als Kondenswasser an einer kühleren Stelle niederschlagen. Im Sommer werden solche Luftverhältnisse als "schwül" wahrgenommen.
  4. Kühlt mit Wasserdampf gesättigte Luft plötzlich ab, kann man diesen Kondensniederschlag ebenfalls beobachten.
  5. Viele Objekte aus der Natur reagieren in natürlicher Weise auf Luftfeuchtigkeit. Nicht nur schließen sich Blüten bei großer Luftfeuchtigkeit, auch die Zapfen der meisten Nadelbäume schützen die innen liegenden Samen vor Feuchtigkeit. Daher eignen sich diese, um ein ganz einfaches Hygrometer zu bauen.
  6. Aber auch andere Naturmaterialien können Sie zum Bau eines Hygrometers verwenden, zum Beispiel Haare, viele Fasern und auch ein Stückchen Schweinedarm (wenn man so etwas besorgen kann).

Ein Tannenzapfen als Hygrometer - so gelingt's einfach

Dieses Hygrometer ist so einfach zu basteln, dass auch Kindergartenkinder in ersten Experimenten mit der Luftfeuchtigkeit in Berührung kommen können. Absolute Werte für die Luftfeuchtigkeit lassen sich mit diesem Hygrometer zum Selberbauen natürlich nicht messen. 

  1. Der Zapfen des Nadelbaums sollte möglichst gerade gewachsen und an den Zapfen natürlich unversehrt sein.
  2. Wenn der Zapfen keine eigene Standfestigkeit aufweist, müssen Sie ihn in ein kleines Gefäß aufrecht stellen.
  3. Wählen Sie nun eine der oberen Schuppen für Ihr Hygrometer aus. Diese Schuppe sollte natürlich möglichst groß und stabil sein.
  4. Kleben Sie an diese Schuppe schräg nach außen ein Stück Strohhalm an. Wägen Sie vorher die mögliche Länge dieses Strohhalms aus, damit Ihr Hygrometer nicht umkippt. Das Stück sollte, da es der Anzeiger für die Luftfeuchte wird, natürlich besonders lang sein.
  5. Stellen Sie hinter Ihr selbst gebautes Zapfen-Hygrometer noch eine kleine Leinwand aus Karton oder Papier und markieren Sie mit einem Filzschreiber den Zustand "trocken".
  6. Zur Demonstration versprühen Sie nun in der Nähe Ihres Hygrometers etwas Wasser (Sprühflasche zum Beispiel). Die Schuppe des Zapfens wird sich nach einiger Zeit (etwas Geduld ist hier natürlich gefragt, denn natürliche Vorgänge sind nicht schnell) schließen und den Strohhalm-Anzeiger mit nach oben nehmen. 
  7. Sie können auch eine durchsichtige Glasglocke über Zapfen-Hygrometer und einen kleinen Wasservorrat stülpen.

Prinzip des Wetterhäuschens selber bauen

  1. Die kleinen Wetterhäuschen, die vom Prinzip her das Wetter aus der vorhandenen Luftfeuchtigkeit vorhersagen, enthalten meist Stoffe fasriger Natur, beispielsweise Haare oder Garne, die den Wasserdampf aus der Luft aufnehmen und sich dabei verlängern. In trockener Luft geben sie das aufgenommene Wasser wieder ab und nehmen ihre ursprüngliche Länge wieder an.
  2. Solche Haarhygrometer sind natürlich keine wissenschaftlichen Geräte, das Prinzip können Sie jedoch leicht demonstrieren.
  3. Um selber solch ein Hygrometer zu bauen, benötigen Sie festes Haar (Pferd oder einige eigene Haare gut verdrillen), Wollgarne oder (falls Sie das besorgen können) ein längliches Stück Schweinedarm.
  4. Spannen Sie Ihr "Naturmaterial" beispielsweise zwischen zwei Nägeln ein, die Sie auf einem Holzbrettchen angebracht haben. Gut ist es, wenn Sie das Haar bzw. das Garn verdrillen, um eine Spannung aufzubauen.
  5. Als "Anzeige" wählen Sie nicht - wie in dem Wetterhäuschen üblich - Männlein und Weiblein, sondern vielleicht ein kleines Gewicht (Kettenanhänger), das am Material befestigt wird.
  6. Schwankungen (natürlich oder von Ihnen künstlich erzeugt) der Luftfeuchtigkeit verkürzen oder verlängern Ihr Material. Es entspannt sich oder verdrillt sich noch weiter, wodurch das kleine Gewicht nach oben oder nach unten wandert.
  7. In einem echten Wetterhäuschen ist die Darmseite natürlich senkrecht eingespannt und enthält einen waagrechten Stab, der je nach Verdrillung Männlein oder Weiblein nach außen schiebt.

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