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Großer Zeh gebrochen - was tun?

Großer Zeh gebrochen - was tun?2:10
Video von Heike Kadereit2:10

Zehenbrüche sind relativ häufig, in den meisten Fällen handelt es sich um Frakturen der Kleinzehen, die viermal häufiger sind als Frakturen der Großzehe. In der Regel lässt sich ein gebrochener Zeh konservativ zur Ausheilung bringen. Ist ein großer Zeh gebrochen, sind jedoch einige Dinge zu beachten, über die Sie sich hier näher informieren können.

Großer Zeh ist wichtig für die Gehfähigkeit

Unkomplizierte Zehenbrüche können problemlos konservativ behandelt werden, indem zum Beispiel vorübergehend ein Pflasterzügelverband angelegt wird. Ausnahmen stellen verschobene und gelenksnahe Brüche dar sowie die sogenannten offenen Brüche, bei denen die umgebenden Weichteile offene Wunden haben, durch die Bakterien bis zum Knochen vordringen können. Werden diese Bruchformen unzureichend behandelt, drohen Funktionseinbußen, Arthrose und Knochenentzündung. Ein großer Zeh spielt aufgrund des kräftigen Abdrucks allerdings eine bedeutende Rolle für das Gangbild sowie für das Tragen des Körpergewichts, weshalb eine gebrochene Großzehe besonderer Aufmerksamkeit bedarf.

  • Haben Sie den Verdacht, Ihr großer Zeh ist gebrochen , sollten Sie unbedingt einen Unfallchirurgie oder Orthopäden aufsuchen, damit durch Röntgenaufnahmen geklärt werden kann, ob eine Fraktur vorliegt oder nicht.
  • Sollte eine Fraktur Ihrer Großzehe vorliegen, kommt es darauf an, wo die Fraktur genau lokalisiert ist, ob die Gelenkfläche beteiligt ist und/oder die Bruchstücke verschoben sind.
  • Liegt ein unkomplizierter Bruch vor ohne Gelenkbeteiligung und ohne Verschiebung der Bruchstücke, dann wird man Ihnen eine konservative Behandlung empfehlen, indem man zum Beispiel einen Pflasterzügel- oder Tapeverband anlegt und Ihnen einen sog. Vorfußentlastungsschuh verschreibt, mit dem Sie unter überwiegender Belastung der Ferse voll auftreten können.
  • Sollte infolge des Unfalls Ihr Fuß stark angeschwollen sein, kann es sinnvoll sein, Ihnen bis zur Abschwellung eine Gipsschiene anzulegen. Dann können Sie natürlich ihn natürlich nicht belasten, müssen sich vorübergehend an Unterarmgehstützen fortbewegen, sich täglich eine Anti-Thrombosespritze geben und zur Beschleunigung der Abschwellung das Bein oft hoch lagern. Nach Rückgang der Schwellung kann dann auf einen Vorfußentlastungsschuh umgestiegen werden.
  • Man wird Ihnen regelmäßige Röntgenkontrollen empfehlen, deren Abstand von der jeweiligen Bruchform abhängig ist. Rechnen Sie mit einer Heildauer von 4-6 Wochen.

Großzehe gebrochen: Wann muss operiert werden?

  • Sind die Bruchstücke Ihrer gebrochenen Großzehe verschoben, müssen diese anatomisch korrekt wieder zusammengesetzt werden, da Sie andernfalls Gefahr laufen, dass der Bruch entweder gar nicht ausheilt oder aber die Zehe später deformiert ist. Zusätzlich laufen Sie Gefahr, dass Sie bei einer Gelenkbeteiligung des Bruches eine Arthrose im Großzehengrundgelenk entwickeln, was erhebliche Konsequenzen für Ihre Gehfähigkeit hat.
  • Ist Ihr großer Zeh derart gebrochen, müssen Sie mit einer Operation rechnen, bei der die Bruchstücke wieder zusammengesetzt und mit Metallimplantaten (kleinen Schrauben und/oder Drähten) fixiert werden. Meist wird nach einer Operation vorübergehend eine Gipsschiene angelegt, später kann dann auf einen Vorfußentlastungsschuh umgestiegen werden.
  • Auch nach operativer Versorgung müssen Sie mit einer Heilphase von 4-6 Wochen rechnen; das eingebrachte Metall muss bis auf wenige Ausnahmen später wieder entfernt werden.

Großzehenbrüche bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, da die Großzehe eine wichtige Funktion bei unserem Gehvermögen spielt. Verschobene Brüche und Brüche mit Gelenkbeteiligung müssen in der Regel operativ versorgt werden, da es ansonsten zu Deformierungen, Funktionseinbußen und Arthrosen kommen kann.

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