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Baum zeichnen - so geht's

Baum zeichnen - so geht´s3:12
Video von Brigitte Aehnelt3:12

Einen Baum zu zeichnen, ist nicht ganz leicht. Die Schwierigkeit besteht dabei vor allem darin, dass Sie, ob Sie wollen oder nicht, eine gewisse Vereinfachung vornehmen müssen, denn schließlich können Sie nicht jede Tannennadel oder jedes einzelne Blatt zeichnen. In welcher Form diese Vereinfachung ausfällt und wie realistisch Ihr Baum dennoch aussieht, das liegt an Ihrem ganz persönlichen Weg, der in jedem Fall ein Mittelweg zwischen realististischem Abbild und zu starker Vereinfachung sein muss. Übung macht den Meister.

Was Sie benötigen:

  • Papier
  • Bleistifte
  • ggf. Vorlage

Wenn Sie sich einen Baum im Herbst oder im Winter, also ohne Laub anschauen, dann können Sie sein Gesamtbild besonders gut erfassen, denn dann sehen Sie quasi sein "Skelett". Wenn Sie sich dies haben einprägen können, sollten Ihnen die ersten Schritte, einen Baum zu zeichnen, nicht allzu schwer fallen.

Sie zeichnen einen Baum - die ersten Schritte

  • Zunächst bringen Sie mit einem leichten Strich die Mittelachse Ihres Baums auf Papier. Diese als mittigen Kern des Baumstammes vorgestellt, können Sie die weiteren, einen Baum kennzeichnenden Merkmale, nämlich eine gewisse Symmetrie bei Wurzel, Stamm und Krone des Baums jederzeit kontrollieren.
  • Unten ist der Stamm am dicksten und wird zusehends dünner, je weiter er in die Höhe reicht. Genauso verhält es sich mit den Ästen, egal, ob sie gerade nach oben reichen, wie es die obersten, vom Stamm abgehenden Hauptäste meist tun, oder ob sie eher waagerecht in die Seiten wachsen oder sogar etwas herabhängen: Immer verjüngen sie sich und beginnen an jeder Verzweigung etwas stärker, als sie zum Ende oder zur nächsten Verzweigung hin auslaufen.
  • Um sich das zu verdeutlichen, können Sie übrigens eine Art Zeichenübung machen: Beginnen Sie einfach mal umgekehrt - also von oben. Führen Sie einen einzelnen Strich von einer angenommenen Zweigspitze bis nach unten zum Mittelpunkt des Stamms. Dann setzen Sie den nächsten Zweig etwas unterhalb des ersten an und führen ab der Verzweigung den Strich parallel ganz dicht am ersten entlang ebenfalls nach unten.
  • Und so geht es weiter. Jede einzelne Verzweigung, die sie am oberen Ende beginnen, führen Sie bis nach unten - automatisch entsteht dabei unten durch die Bündelung der Linien ein dicker Stamm, und ebenso werden auch die Hauptäste immer dicker, je mehr kleinere Äste und Zweige Sie "dazubündeln".
  • Dadurch bekommen Sie ein Gefühl, wie solch ein Baum sich insgesamt immer mehr verjüngt - wenn Sie bei dieser Übung mit einem weichen Stift und ohne allzu großen Druck gearbeitet haben, können Sie die Skizze sogar zu einer Baumzeichnung ausbauen, indem Sie nun einfach die Umrisse des Stammes, der Äste und Zweige mit einem härteren Bleistift nachziehen und die vielen "gebündelten Linien" teilweise ausradieren, teilweise für die räumliche Darstellung und für einen seitlichen Lichteinfall benutzen.
  • Aber eigentlich sollte das nur zum Verdeutlichen dienen, denn wenn Sie einen Baum von unten zu zeichnen beginnen, haben Sie mehr Freiheiten für das Gestalten der Krone. Vermeiden Sie hierbei nach Möglichkeit Linien, die sich kreuzen. Auch wenn es in der Realität natürlich so ist, dass Äste und Zweige sich kreuzen, sieht das in einer Zeichnung schnell unnatürlich aus, als wenn sie an den Enden zusammenwachsen würden.
  • Ebenso sollten Sie zwischen den Verzweigungen immer etwas Platz lassen, denn je kleinteiliger Ihr "Gerüst" ausfällt, desto schwerer wird es Ihnen in den nächsten Schritten fallen, die Belaubung "realistisch zu vereinfachen". Stellen Sie sich einfach vor, Sie stehen in einem geringen Abstand vor einem Baum - schon dann sehen Sie zum Teil flächig, und nicht mehr jedes einzelne Blatt - und schon gar nicht mehr darunter die allerletzten kleinsten Verästelungen.
  • Geben Sie nun Ihrem Baum zunächst den Umriss einer Krone. Je nachdem, wie weit in die Seite oder nach oben Ihre Hauptäste reichen, sollte sie etwas unregelmäßig ausfallen, denn kein noch so fachmännisch beschnittener Baum ist kugelrund. Anschließend teilen Sie das Blattwerk Ihres Baumes in Teilsegmente, immer leicht abgegrenzt um einen Hauptast mit ein paar Verzweigungen herum. Setzen Sie klar einige in den Vordergrund, einige nach hinten, vor allem sich überschneidend.
  • Einige der vorher gezeichneten Äste und Zweige werden natürlich nun von dem Blattwerk wieder verdeckt, so soll es sein, um realistisch zu wirken. Ob Sie nun Ihre Krone nur unregelmäßig schraffieren, sie leicht "wolkig" zeichnen oder versuchen, Blätter anzudeuten, müssen Sie einfach ausprobieren. Das ist natürlich beim Zeichnen etwas schwieriger, als wenn Sie malen - dann können Sie natürlich durch verschiedene Farbakzente "Leben" ins Blattwerk bringen.
  • Beim Zeichnen können Sie aber beispielsweise mit unterschiedlichen Stiftstärken und - härten arbeiten. Probieren Sie einfach ein bisschen herum, bis Sie Ihren Mittelweg des Vereinfachens gefunden haben. Vergessen Sie dabei nicht, die Struktur der Rinde Ihres Baums. Je nach Art des Baumes kann diese glatt oder grob ausfallen, eindeutig senkrechte Strukturen haben oder auch Knorpel, sogenannte Augen etc. ausbilden.

Wie gesagt, ganz einfach ist das Zeichnen eines Baums nicht, Sie sollten aber nicht aufgeben, denn voraussichtlich wollen Sie ja auf Dauer keine einzelnen Bäume "so realistisch wie möglich" zeichnen, sondern Landschaften malen, in denen mehr oder weniger weit weg eben auch Bäume und Sträucher stehen. Hierfür ist es von Vorteil, wenn Sie die genauen Strukturen kennen, dann werden Ihnen bei Baumgruppen, Wäldern etc. die nötigen Vereinfachungen - gerade der Baumkronen - umso leichter fallen. Viel Spaß also beim Baum-Zeichnen!

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