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Augen zeichnen

Um Augen zu zeichnen, sollten Sie sich Zeit nehmen. Augen spiegeln den Ausdruck und die Persönlichkeit der Figur wider. Je nachdem, womit Sie zeichnen, achten Sie auf besondere Merkmale.

Ausdrucksstarke Augen leben von Kontrasten.
Ausdrucksstarke Augen leben von Kontrasten.

Was Sie benötigen:

  • Bleistift HB
  • Bleistift 4B
  • Bleistift 8B
  • Radierstift
  • Zeichenpapier
Bei Mangafiguren ist der untere Lidstrich offen.
Bei Mangafiguren ist der untere Lidstrich offen. © Maria Ponkhoff

Darauf kommt es beim Zeichnen eines Auges an

Augen sind bei einem Porträt das Wichtigste. Augen sind der Spiegel der Seele - auch bei gezeichneten Figuren. Verwenden Sie große Sorgfalt beim Zeichnen. Mit einigen Grundregeln gelingt dieses schwierige Unterfangen leichter:

  • Um Augen realistisch mit Bleistift zu zeichnen, arbeiten Sie die Formen und Details heraus. Das Auge ist rund und feucht. Dies realisieren Sie mit gerundeten Glanzvierecken oder bei einfacherer Darstellung mit ein oder zwei Glanzpunkten.
  • Arbeiten Sie die Augenlider plastisch heraus. Augenlider haben eine sichtbare Dicke. Sie enden am Auge nicht mit dem Wimpernkranz, sondern mit der dem Augapfel zugewandten Seite des Lides. Zur Plastizität des Auges gehört der Schatten, den es auf den Augapfel wirft.
  • Je naturgetreuer Sie zeichnen, desto detaillierter beobachten Sie. Wimpern spiegeln sich bei fotorealistischen Zeichnungen im Auge, sodass Sie jede Wimper erkennen können. Besonders eindrucksvoll sind Wimpern, die sich in Glanzlichtern spiegeln und diese unterbrechen.
  • Arbeiten Sie die Iris mit ihren sichtbaren Radiären, dunklen und hellen Bereichen heraus. Das Weiß des Auges ist bei genauer Betrachtung nicht weiß. Sie finden eigene Glanzlichter, Schatten, gelbliche Bereiche, Blutgefäße.
  • Augen werden ausdrucksstark, wenn sie kontrastreich sind. Zeichnen Sie die Pupille und die tiefen Schatten mit einem weichen Bleistift schwarz. Arbeiten Sie die Iris mit ihren dunkelsten und hellsten Bereichen heraus. Setzen Sie einen dunklen Oberlidschatten in den oberen Bereich des Augapfels.
  • Glanzlichter sind weiß wie das Papier. Lassen Sie die Bereiche für die Glanzlichter von Anfang an frei. Sie später mit dem Radiergummi zu setzen funktioniert nicht, weil die Bereiche dann hellgrau werden und keine klare Umrandung haben.

Wenn Sie Augen fotorealistisch zeichnen möchten, ist eine Vorlage in Form eines hoch auflösenden Fotos hilfreich bis notwendig. Es kommt auf genauestes Beobachten an. Sie werden merken, dass Sie immer mehr Details im Auge erkennen, je länger Sie das Bild betrachten. Lassen Sie sich Zeit - um ein naturalistisches Auge zu zeichnen, können schnell zwei Abende vergehen.

Comic-Augen mit Markern und Feinlinern realisieren

Zeichnen Sie das Auge mit Finelinern oder Markern im Comicstil, gelten andere Regeln:

  • Wichtig sind wie beim naturgetreuen Zeichnen mit Bleistift Glanzpunkte, die die Augen lebendig machen. Bei Mangafiguren zeichnen Sie einen großen und einen kleinen Glanzpunkt ein. Diese können von Iris umschlossen sein oder in das Weiße im Auge übergehen. Möglich ist ein weißer Bereich, der sich als liegender Halbkreis zwischen Pupille und äußerer Irisbegrenzung zieht.
  • Bei einfacheren Schwarz-Weiß-Figuren mit rein schwarzem Pupillen-Iris-Bereich zeichnen Sie von außen ein weißes Dreieck in den dunklen Bereich. Das Dreieck ist mit dem Weißen im Auge verbunden und zieht sich bis zur Pupillenmitte oder bis kurz davor.
  • Schließen Sie die Linien, die das Auge begrenzen, nicht vollständig. Zeichnen Sie einen detaillierten Strich für das Oberlid und einen offenen, eher angedeuteten für das Unterlid. Bei Mangafiguren ist das Unterlid oft mit einem kurzen Strich unter der Iris angedeutet. Bei realistischeren Comic-Zeichnungen im Noir-Stil ist das Schließen der Unterlidlinie in stark schattiertem Gesicht erlaubt.
  • Bei einfachen Comic-Zeichnungen und Mangafiguren zeichnen Sie Wimpern nur bei weiblichen Charakteren. Die Wimpern sitzen am äußeren Oberlid und zeigen nach außen.
  • Wenn Sie das Auge kolorieren, können Sie die Iris farblich detailliert ausarbeiten. Dunkel bis schwarz ist der Bereich unter dem Oberlid und eine Linie um die Iris. Im unteren Irisbereich können Sie feine Schattierungen und Lichter einarbeiten.

Schritt-für-Schritt lebensechte Augen mit Bleistift zeichnen

Mit Bleistiften bewaffnet, zeichnen Sie ein naturgetreues Auge detailliert.

  1. Platzieren Sie die Augen im ersten Schritt mit einer Hilfslinien in der Mitte des Kopfes. Die Augenwinkel liegen auf einer Linie, die den Kopf (ohne Haare) horizontal halbiert. Die Breite eines Auges passt fünfmal nebeneinander in das Gesicht. Zwischen den Augen ist eine Augenbreite Platz. Dies gilt für Frontalansichten. Bei geneigten Köpfen müssen Sie die Hilfslinien verschieben.
  2. Beginnen Sie mit einem Bleistift der Stärke HB. Skizzieren Sie die Augenform und platzieren Sie die Iris und die Pupille. Achten Sie beim Abzeichnen genauestens auf die Lage der Pupille und den Anschnitt der Iris. Beides gibt die Blickrichtung vor. Kleinste Abweichungen verändern die Blickrichtung oder den Ausdruck.
  3. Zeichnen Sie die Glanzpunkte mit einer hellen Linie ein. Verändern Sie die Glanzpunkte danach nicht mehr. Achten Sie darauf, weder mit dem Radiergummi noch mit dem Finger in die Glanzlichter zu schmieren.
  4. Arbeiten Sie nach und nach die Irisstruktur, die Schatten und die Abtönungen des Augenweißen heraus. Die Qualität der Zeichnung hängt von Ihrer Beobachtungsgabe ab. Nehmen Sie möglichst viele Details wahr. Arbeiten Sie von hell nach dunkel. Sie können Bereiche leicht dunkler zeichnen, aber schwer aufhellen.
  5. Zum Schluss zeichnen Sie die dunkelsten Schatten und Wimpernbereiche und die Pupille mit einem weißen 8B-Bleistift.

Zeichenanfänger können das Zeichnen von Augen und Gesichtern in einem Zeichenkurs lernen. Wenn Sie Geduld mitbringen, können Sie es sich selbst beibringen. Die oben genannten Leitlinien helfen, Augen realistisch und ausdrucksstark zu malen.

Je detaillierter die Zeichnung, desto realistischer das Auge.
Je detaillierter die Zeichnung, desto realistischer das Auge. © Maria Ponkhoff
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