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Gartenkalk richtig anwenden

Gartenkalk richtig anwenden2:25
Video von Lars Schmidt2:25

Gartenkalk schützt den Boden vor Übersäuerung und starkem Moosbefall. Allerdings entzieht ein starker Einsatz wichtige Nährstoffe.

Die beste Zeit, um den Garten zu kalken, ist der Herbst und das Frühjahr. Bevor Sie Gartenkalk beziehungsweise Rasenkalk als Pulver oder Granulat aufbringen, entnehmen Sie eine Bodenprobe. Nicht jeder Garten benötigt eine extra Kalkzufuhr.

Kalk bringt dem Boden Nährstoffe

Kalk ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, er gibt den Pflanzen Halt und sorgt für ein stabiles Wachstum. Gartenkalk zeigt seinen Nutzen nicht nur oberhalb der Erde, sondern ist auch für den Boden wichtig. Kalk bindet Säuren in der Erde und der pH-Wert steigt. Ist der Kalkwert niedrig und Sie tragen Kalk auf, nehmen Sie eine Gesundungskalkung vor.

Da der Boden natürlicherweise im Laufe des Jahres Kalk verliert, erhält eine Erhaltungskalkung die Bodenfruchtbarkeit. Dabei tragen Sie geringe Mengen Kalk auf, selbst wenn die Werte der Bodenuntersuchung noch im Normalbereich liegen.

Arten von Gartenkalk

Es gibt verschiedene Arten von Rasen- und Gartenkalk für den heimischen Garten. Sie weisen verschiedene Eigenschaften auf:

Kohlensaurer Kalk beziehungsweise Kreidekalk oder Naturkalk kommt in der Natur vor und ist abgetragener Kalkstein. Er reagiert langsam mit dem Boden, weshalb er im Herbst auftragen wird. Er wird am häufigsten als Rasen- und Gartenkalk benutzt und gilt als mild, da er kaum Wasser und andere Stoffe aufweist.

Ein zu saurer Boden schadet den meisten Pflanzen. Einige Symptome zeigen das Problem …

Sie können Naturkalk auf jeder Bodenart bedenkenlos anwenden, wenn Sie die richtige Dosierung anwenden. Er schadet nicht und eignet sich zur Gesundungs- und Erhaltungskalkung.

Ätzkalk (auch ungelöschter Kalk oder Branntkalk) ist industriell gefertigt und wirkt ätzend. Tragen Sie ihn nicht direkt auf den Boden auf, da er mit Wasser reagiert und Hitze freisetzt. Dadurch ist er ein Gefahrenstoff. Lagern Sie den ungelöschten Kalk und decken ihn mit Erde ab. Lassen Sie ihn einige Tage ruhen. Danach ist er gelöscht.

Benutzen Sie den Ätzkalk nun wie andere Kalkarten. Tragen Sie ihn auf schweren Böden auf. Dieser Kalk schadet jedoch empfindlichen Pflanzen und Lebewesen. Greifen Sie lieber zu Naturkalk.

Mischkalk ist eine Art, die neben diesen beiden Hauptarten existiert. Wie ätzend dieser ist, hängt von der spezifischen Mischmenge der zwei Kalkarten ab. Mischkalk ist häufig auf spezielle Pflanzen wie Kalk für Buchsbäume angepasst oder enthält Zusätze wie Calcium. Calcium versorgt die Pflanzen und macht sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten.

Einige Produkte enthalten Magnesium, das Ihren Rasen mit einer wunderschönen Grünfärbung versorgt. Allerdings sind diese Mittel teuer. Wenn Sie ein normaler Hobbygärtner sind, reicht Naturkalk. Er ist nicht nur günstig, sondern kann bei jedem  Boden angewandt werden und schadet nicht.

Kalkmangel erkennen

Eine Bodenuntersuchung können Sie einfach durchführen. Schauen Sie sich im Garten um und suchen nach sogenannten Zeigerpflanzen. Manche Pflanzen wachsen nur bei bestimmten pH-Werten, deshalb lässt sich an Ihrem Vorkommen aufzeigen, wie hoch der Wert ist. 

Finden Sie Pflanzen wie den kleinen Sauerampfer, die Ackerhundskamille und Ackerspörgel, liegt ein Kalkmangel vor. Sehen Sie neben Brennnesseln kleine Wolfsmilchgewächse und den knolligen Hahnfuß, ist der Boden optimal mit Kalk versorgt.

Alternativ kaufen Sie sich im Gartencenter eine Testlösung. Entnehmen Sie Boden, geben ihn in ein kleines Gefäß, fügen die Lösung hinzu und schauen Sie sich die Verfärbung an. Mit der beigelegten Anleitung interpretieren Sie diese.

Gehen Sie folgende Checkliste durch, um zu erkennen, ob ein Kalkmangel vorherrscht:

  • Schauen Sie sich nach Zeigerpflanzen um.
  • Überprüfen Sie den Boden mittels chemischer Reaktion (Testlösung).
  • Achten Sie auf die richtige Dosierung von Kalk.

Die richtige Dosierung ist wichtig

Zu viel Kalk schadet Boden und Pflanzen. Deshalb ist es wichtig, die Dosierempfehlung einzuhalten.

Bodenart Dosierung
Leichter Boden wie beispielsweise Sand und humoser Sand

150 - 200 Gramm Kalk pro Quadratmeter bei einem pH-Wert unter 5,3;

120 - 180 Gramm Kalk pro Quadratmeter bei einem pH-Wert von 5,3 bis 5,7

Mittlere Böden wie beispielsweise sandiger Lehm oder Löss

300 - 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter bei einem pH-Wert unter 5,7;

180 - 250 Gramm Kalk pro Quadratmeter bei einem pH-Wert von 5,7 bis 6,5

Schwere Böden wie Ton und toniger Lehm

300 - 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter bei einem pH-Wert unter 6,3 ;

180 - 250 Gramm Kalk pro Quadratmeter bei einem pH-Wert von 6,3  bis 6,9

Erhaltungskalkung 60 - 80 Gramm pro Quadratmeter alle drei Jahre

So bringen Sie den Gartenkalk richtig auf

Gartenkalk bringen Sie auf den trockenen Boden auf. Optimal eignet sich der Herbst für diese Bodenpflege, da der Kalk bis zum Frühjahr Zeit hat, sich mit der Erde zu vermengen. Durch Regen und Tauwasser wird das unterstützt. Dies gilt nicht nur für bestimmte Anbauflächen, sondern auch für Blumenbeete und Rasenstücke.

  1. Bodentyp. Schauen Sie sich den Boden an. Welchem Typ entspricht er?
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    © Sandra Hett
  2. pH-Wert bestimmen. Prüfen Sie den pH-Wert. Anhand dessen bestimmen Sie die Menge des Kalks.
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    © Sandra Hett
  3. Boden rechen. Damit der Boden den Gartenkalk optimal aufnimmt, rechen Sie die Erde vorher oder lockern die Rasenflächen mit einem Vertikutierer auf.
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  4. Unkraut jäten. Befreien Sie den Boden von Unkraut.
  5. Kalk auftragen. Bringen Sie den Gartenkalk gleichmäßig auf den trockenen Boden auf. Naturkalk tragen Sie per Hand auf. Bei anderen Arten nutzen Sie Gartenhandschuhe.
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    © Sandra Hett

Um den Garten vor Beginn der Saison ausreichend mit Kalk und Nährstoffen zu versorgen und vor Unkräutern zu schützen, bringen Sie den Gartenkalk im Monat März aus.

Gartenkalk ist einfach in der Anwendung und mit Naturkalk liegen Sie auf der richtigen Seite, wenn Sie sich an die Dosierung halten. Dann können Sie sich über einen schönen und grünen Garten freuen.

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