Antithesen – so sind sie aufgebaut

Antithesen leiten sich vom griechischen Wort antithésis, also der Gegenbehauptung ab und zählen zu den markantesten Stilmitteln überhaupt.

  • Antithesen bestehen aus zwei konträren, also sich gegenseitig widersprechenden Teilen. Dies können entweder Wörter, Satzteile oder auch ganze Sätze sein.
  • Dieser inhaltliche Gegensatz ist meistens leicht zu erkennen. Zusätzlich werden oft Parallelismen verwendet, es wird also eine bestimmte Satzstruktur beibehalten. Dadurch wird die Aufmerksamkeit des Lesers noch einmal zusätzlich auf den Gegensatz, also die Antithese gelenkt.
  • Ein Beispiel für eine Antithese in Form eines Parallelismus wäre also: Die Schnecke ist langsam, die Schnecke ist schnell. Die Satzstruktur ist in beiden Satzteilen die gleiche, der Gegensatz zwischen "langsam" und "schnell" wird dadurch besonders betont.
  • Ebenso denkbar wäre allerdings auch ein Hyperbaton, um die Antithese stilistisch in den Kontext einbauen zu können. Dieses lässt sich dazu verwenden, die Satzstellung so zu verändern, dass die Antithese noch deutlicher heraussticht, indem es zusammengehörende Satzteile durch einen Einschub trennt.

Beispiele von Antithesen

  • Antithesen finden besonders Verwendung darin, zu kontrastieren. Dementsprechend ist darauf zu achten, ob nicht etwa eine ironische Interpretation die richtige ist. Des Weiteren werden Antithesen gerne mit dem Wort "aber" eingeleitet und erzeugen oft Schockeffekte.
  • "Die Welt ist groß, klein ist der Verstand". "Groß" und "klein" stehen hierbei im Gegensatz, die erzeugte Wirkung der Antithese ist wiederum die Kontrasterzeugung und die Pointierung.
  • Es gibt unzählige Beispiele für Antithesen, wie auch diese von Andreas Gryphius: “Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein" – die Interpretation bleibt letzten Endes immer die gleiche.