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Anapher - 5 Beispiele

Bei der Anapher handelt es sich um die Wiederkehr eines Wortes oder einer Wortgruppe. Diese erfolgt entweder in aufeinander folgenden Sätzen oder, wie in der Poesie, in aufeinander folgenden Versteilen, wie Beispiele aus der Literatur zeigen.

Die Literatur liefert Beispiele für Anaphern.
Die Literatur liefert Beispiele für Anaphern.

Die Wiederholung sorgt nicht nur beim Lernen von Vokabeln dafür, dass das Gelernte im Gedächtnis bleibt - auch die Literatur bemächtigt sich ihrer Wirkung, wie Beispiele aus Epik und Lyrik zeigen. So dient die Anapher, also die Wiederholung von Wörtern oder Satzgruppen, dazu, diese hervorzuheben und ihnen eine besondere Bedeutung beizumessen.

Die Anapher zu Beginn aufeinander folgender Verse

  • Die Anapher am Beginn aufeinander folgender Verse ist bereits im Mittelalter zu finden. Berühmte Beispiele stammen aus der sogenannten "Kolmarer Handschrift". In ihr sind bedeutende Meistergesänge gesammelt. Diese wurden oft von Handwerkern gedichtet. In einem dieser Meistergesänge heißt es nun:
    "Guter, edler Sang hat immer Gott wohlgefallen.
    Guter, edler Sang nach Wort und auch nach Weise"
  • Der berühmte Rokokodichter Friedrich von Hagedorn verwendet in vielen seiner Gedichte dieses rhetorische Mittel, so auch in seiner "Land-Lust", wo es heißt:
    "Verfehlt den Sitz der Freude,
    Verfehlt der Felder Grün."
  • In einem der berühmtesten Gedichte Goethes, dem Sturm-und Drang-Lied "Willkommen und Abschied", ist das beliebte Stilmittel ebenfalls zu finden, als es heißt:
    "In meinen Adern welches Feuer!
    In meinem Herzen welche Glut!".

Beispiele für Wiederholungen an Satzanfängen oder Anfängen von Satzteilen

  • Ein berühmtes Beispiel für die Anapher zu Beginn aufeinander folgender Satzteile, bietet der berühmte Schelmenroman "Der abenteuerliche Simplicissimus" von Hans Jacob von Grimmelshausen:
    "Adieu o Welt ..., in welcher in Ewigkeit anders nicht zu gewarten als anstatt der verbrachten Freud Leid ohne Trost, anstatt des Zechens Durst ohne Labung, anstatt des Fressens Hunger ohne Fülle..." (aus: Hilmar Grundmann (2001): Deutsche Literaturgeschichte für Lehrer. Stuttgart: Verlag Hans-Dieter Heinz.)
  • Rhetorische Stilmittel werden im Deutschunterricht vermittelt, um auf formale Aspekte …

  • Goethe nutzte das populäre rhetorische Stilmittel in vielen seiner Werke. Oft zitiert wird der Anfangsvers seiner Ballade "Der Fischer":
    "Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll".
  • Johann Wolfgang von Goethe verwendete nicht nur in seinen Gedichten die Anapher. Auch in seinen sonstigen Werken findet sie sich, wie ein Beispiel aus "Iphigenie auf Tauris" zeigt:
    "Was nennt man groß? Was hebt die Seele schaudernd".
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