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Wo gibt es Pyramiden? - Wissenswertes zu den Bauwerken

Wer gefragt wird, wo es Pyramiden gibt, denkt normalerweise sofort an Ägypten, auch die Stufenpyramiden altamerikanischer Hochkulturen kommen manchem noch in den Sinn. Doch was weiß man über die Bauwerke und welchem Zweck dienten sie?

Die ägyptischen Pyramiden sind die bekanntesten.
Die ägyptischen Pyramiden sind die bekanntesten. © Jörn / Pixelio

Pyramiden in Ägypten und Lateinamerika

Pyramiden werden vor allem mit dem alten Ägypten, aber auch mit Kulturen wie den Maya in Verbindung gebracht.

  • Die bekanntesten Pyramiden sind zweifellos die im dritten Jahrhundert v. Chr. in Ägypten erbauten. Insgesamt gibt es dort etwa 80 solcher Bauwerke, von denen die bei Gizeh errichteten die berühmtesten sind. Von den Dreien ist wiederum die von Pharao Cheops erbaute Cheops-Pyramide die bekannteste und bedeutendste, da sie mit circa 140 Metern Höhe die größte Pyramide ist. Der Platz, auf dem sie erbaut wurde, hat die Größe von neun Fußballfeldern.  
  • Wie die Bauwerke, die im Inneren Kammern und Gänge haben, mit den damals zur Verfügung stehenden Werkzeugen aus Kupfer und Stein, errichtet wurden, ist bis heute nicht klar. Im Lauf der Zeit entwickelten sich unterschiedliche Vermutungen. Eine davon war, dass hunderttausende von Sklaven die Steine über Rampen schleppen und auftürmen mussten. Eine andere, dass die Steine mit Flaschenzügen hochgezogen wurden. 
  • Neben den ägyptischen Pyramiden sind auch die Pyramiden in Lateinamerika vielen ein Begriff. Sie wurden von Hochkulturen wie den Maya, den Azteken oder den Inka erbaut. Sehr bekannt ist etwa die um 100 nach Chr. erbaute Sonnenpyramide von Teotihuacán in Mexiko. Mit 63 Metern ist sie weniger als halb so hoch wie die Cheops-Pyramide, wurde jedoch auf einem etwa genauso großen Platz errichtet. Gemessen am Volumen als größte bekannte Pyramide der Welt gilt die Pyramide von Cholul, einem Vorort der mexikanischen Stadt Puebla. Heute misst sie zwar nur noch 66 Meter, sie soll jedoch Ausgrabungen zufolge früher um einiges höher gewesen sein. 
  • Bei den Pyramiden, deren Ruinen heute noch in Lateinamerika zu besichtigen sind, handelt es sich um Stufenpyramiden, das heißt, die Seitenflächen bestehen aus Stufen, die am oberen Ende nicht spitz zulaufen, sondern in einer breiten Fläche enden, die als Sockel für einen Tempel diente. In Mexiko wurden solche Stufenpyramiden ungefähr zwischen 1200 v. Chr. und 1500 n. Chr. erbaut. Sie hatten entweder eine Treppe in der Mitte einer Seitenfläche, zwei auf den einander gegenüberliegenden Seiten oder auf jeder Seitenfläche eine Treppe in der Mitte. 

Wozu die Bauwerke dienten

Die von den früheren Hochkulturen erbauten Pyramiden dienten unterschiedlichen Zwecken.

  • Im Alten Ägypten, dessen Kultur jener der europäischen Völker weit überlegen war, waren die Pyramiden Grabstätten der Pharaonen, also der Könige jener Zeit, die auch als irdische Repräsentanten der Götter galten. Einer der bekanntesten Pharaonen ist Tutenchamun, obwohl man kaum etwas über ihn weiß, außer dass er bei seinem Tod nicht einmal achtzehn Jahre alt war und im 14. Jahrhundert v. Chr. regierte. Jedoch war sein Grab nicht wie die anderen Pharaonengräber ausgeraubt worden, sondern noch nahezu unversehrt, als es 1922 von Howard Carter entdeckt wurde.   
  • Anders als die ägyptischen Pyramiden dienten die lateinamerikanischen nicht als Grabmale, sondern religiösen Zwecken. Sie waren Verbindungsstätten zu den Göttern, an denen beispielsweise Opfer dargebracht wurden. Daneben spielten jedoch auch astronomische Zwecke, so etwa die Vorhersage von Sonnwenden eine Rolle. Diese Erkenntnisse waren sowohl für die Landwirtschaft als auch für bestimmte Riten von Bedeutung. Innen waren die lateinamerikanischen Stufenpyramiden nicht hohl oder in Kammern unterteilt, sondern komplett mit einer Mischung aus Stein und Mörtel ausgefüllt.

Wo es sonst noch Pyramiden gibt

Auch an einigen anderen Orten gibt es Pyramiden, auf die die Öffentlichkeit zum Teil noch nicht lange aufmerksam wurde.

  • Zu den Orten, an denen es ebenfalls Pyramiden gibt, zählen China, außerdem Griechenland und Teneriffa. Häufig weiß man jedoch nicht allzu viel über diese Bauwerke. Das gilt beispielsweise für die Pyramiden von Güímar auf Teneriffa, auf die 1991 der Norweger Thor Heyerdahl aufmerksam wurde. Fest steht mittlerweile, dass die stufenpyramidenähnlichen Bauten frühestens im 19. Jahrhundert errichtet wurden. Über den Sinn und Zweck ihrer Entstehung herrscht jedoch derzeit noch keinerlei Einigkeit.
  • Die chinesischen Pyramiden in der Provinz Shaanxi, die erst in den 80er Jahren weltweite Beachtung fanden, sollen dagegen häufig als Grabstätten gedient haben. Angelegt wurden sie eher als Hügel in Pyramidenform. Manche der häufig mit Bäumen bepflanzten Bauwerke werden seit mehreren hundert Jahren für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, geöffnet wurde bislang keine. Es gab jedoch Ausgrabungen, so wurde im Mausoleum Qin Shihuangdis die mittlerweile berühmt gewordene Terrakotta-Armee gefunden.  
  • Die Pyramidenform beeindruckte auch die Architekten späterer Zeiten, so entstehen bis heute immer wieder Pyramidenbauten, die jenen des Alten Ägypten nachempfunden sind. Mit die berühmteste dürfte die Glaspyramide vor dem Louvre in Paris sein.

Über einige Pyramiden konnten Forscher also zahlreiche interessante Erkenntnisse gewinnen, über andere weiß man eher wenig.  

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