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Das ägyptische Niljahr

Wen beeindrucken sie nicht auf den ersten Blick – die gigantischen Pyramiden von Gizeh. Bereits vor 4.500 Jahren von den Ägyptern erbaut, zeugen sie noch heute von der bemerkenswerten Fortschrittlichkeit der ägyptischen Hochkultur. Für deren Bestehen in einer lebensfeindlichen Wüstengegend war vor allem eines herausragend wichtig: der Fluss Nil, dessen jahreszeitlicher Verlauf - „das ägyptische Niljahr“ - über die essenziellen Erträge in der Landwirtschaft bestimmte.

Der Nil vor altägyptischer Architektur
Der Nil vor altägyptischer Architektur

Der ägyptische Aufstieg durch den Nil

  • Ohne den Nil wäre Ägypten eine lebensfeindliche Wüstengegend, die wenn überhaupt von primitiven Wüstenstämmen bewohnt werden hätte können.
  • Um 6.000 v. Chr. begannen Menschen im Gebiet des heutigen Ägypten, Viehzucht zu betreiben und somit sesshaft zu werden.
  • Der vom Jahreslauf des Nils ausgehende Kalender war dermaßen genau, dass er später von den Römern unter Julius Cäsar angenommen wurde und sich durch mehrere kleinere Anpassungen zum von uns heute genutzten Gregorianischen Kalender entwickelte.Weit mehr Menschen konnte so eine Lebensgrundlage geboten werden.            

Folge: Das Gemeinschaftswesen musste neu geregelt werden. Die Grundlage für eine ägyptische Hochkultur war durch das Niljahr gelegt.

  • Für die Überschwemmungszeit sowie trockenere Zeiten musste ein Ausgleich geschaffen werden: Bauern taten sich in sogenannten Gauen zusammen, um Kanalsysteme zu schaffen, die für den Anbau von Nutzpflanzen (Getreide, Früchte, Gemüse) und die Viehzucht (Ziegen, Schafe, Rinder) ganzjährig Wasser liefern konnten. Zusätzlich erbaute man Getreidesilos zur Speicherung von Ernteerträgen.
  • Der afrikanische Nil ist mit beinahe 7000 Kilometern Länge der längste Fluss der Welt. …

  • Einen großen Anteil der Ernteerträge strich der Gaufürst (Leiter eines Gaues) ein. Während Bekriegungen zwischen den Fürsten setzte sich 3.000 v. Chr. ein Einzelner durch. Er, Pharao Menes, wurde um 3.000 v. Chr. der erste alleinige Herrscher und gleichzeitig Begründer des ägyptischen Großreiches. Durch seinen Reichtum konnte das, was wir heute unter altägyptischer Kultur verstehen, aufblühen.

Der Nil im Jahreslauf - das Niljahr

Zum Maximieren der Ernteeffizienz wurde der ägyptische Kalender entwickelt, der von variablen Beobachtungen des Nils und unvariablen astronomischen Beobachtungen abgeleitet wurde. Zentrales Ereignis des Jahres war die Nilschwemme, bei der der Nil über seine Ufer trat. Die Ägypter teilten das Jahr in 3 Jahreszeiten (Tertiale) zu jeweils 4 Monaten, die wiederum aus 30 Tagen bestanden: Das Niljahr.

  • Zeit der Überschwemmung (Achet): Nach unserem Kalender gehend, dauerte sie ungefähr von Juni bis September. Infolge von starken Regenfällen an seinem Ursprung trat der Nil weiträumig über die Ufer und bedeckte das Überschwemmungsgebiet mit nährstoffreichem Nilschlamm.
  • Zeit der Ausaat und des Wachstums (Peret): Sie erstreckte sich von Oktober bis Januar. Nach dem Rückzug des Nil wurde auf die mit nährstoffreichem Schlamm überzogenen Erntegebiete ausgesät, wo die Nutzpflanzen sehr gut wachsen konnten.
  • Zeit der Ernte (Schemu): Sie begann im Februar und endete im Mai. Das gewachsene Pflanzengut wurde abgeerntet.

Der vom Jahreslauf des Nils ausgehende Kalender war dermaßen genau, dass er später von den Römern unter Julius Cäsar angenommen wurde und sich durch mehrere kleinere Anpassungen zum von uns heute genutzten Gregorianischen Kalender entwickelte.

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