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Ballade - Merkmale und Aufbau

Ballade - Merkmale und Aufbau1:38
Video von Laura Klemke1:38

Im Mittelalter entstand die erste Balladenform als ein Tanzlied. Vorgetragen mit Refrain entwickelte sich durch den Minnesang der Ritter von Italien aus über ganz Europa. Die sogenannten "Kettentänze" oder auch "Reihentänze" begleiteten Sänger. Merkmale der Ballade waren dramatische Ereignisse und Erfahrungen, die mit Poesie vorgetragen wurden.

Inhaltliche Merkmale der Ballade

  • Die Ballade kommt aus der Musik des Mittelalters. Die Sänger trugen Lieder mit dramatischen Geschichten vor. Sie können wie im Nibelungenlied Geschichten von Helden erfahren. Liebe, Tod und die Natur waren beliebte Themen. Aber nicht nur adelige Ritter, sondern auch das Volk hörte gerne zu, so entwickelten sich die Volksballade und der Bänkelgesang, den Sie in Bayern heute noch hören können.
  • Bei allen Varianten ist der Ballade als Lied oder als literarische Form immer das dramatische Ereignis für Menschen gemein. Sie können mit einer Ballade auch gut belehren und das Gute und Schlechte erklären. Den Held finden Sie mit starken Emotionen wie Rage, Freude und Leid dargestellt. Lesen Sie ein solches Werk, wird Ihnen schnell klar, dass die Gefühle meist nicht anderen erklärt werden müssen, so deutlich wird das aber meist erst beim Vortrag. 
  • Da in der Ballade eine Geschichte komplett, also vom Anfang bis zum Schluss, erzählt wird, ist der Zeitrahmen eher ein kurzer. Eine Ausnahme bilden hier Liebesballaden, hier sind die Gefühle selbst das Thema. Wenn Sie über Gefühle nachdenken, wird sicher deutlich, wie schwer es ist, darüber genau zu erzählen, so diffus sind Gefühle oft.

Die Formen der Ballade und ihre Merkmale

  • Im Gegensatz zu Gedichten werden in den Strophen Geschichten erzählt, die Dialoge zwischen zwei oder mehreren Menschen beinhalten. Die Reime in der Ballade können verschieden aufgebaut sein. 
  • Bei den Reimen finden Sie alle Varianten. Zwei Zeilen nacheinander reimen sich, aber auch der Kreuzreim, bei dem in der übernächsten Zeile gereimt wird, ist zu finden. Dabei endet der Satz nicht mit dem Reim, sondern wird in der nächsten Zeile noch fortgesetzt. Sie können sich leicht verdeutlichen, dass Balladen für das Vortragen da sind. Beim lauten Lesen erkennen Sie, dass es immer um eine Geschichte geht und der rote Faden nicht verloren geht.
  • Um dem Zuhörer Spannung zu vermitteln, wird viel mit bildlichen Vergleichen gearbeitet. Denken Sie an den Tod und ersetzen ihn durch die Sense etc. Auch kann eine Ballade sehr lang werden, das hängt von der Geschichte ab. Wenn Sie den Erlkönig kennen, haben Sie einen Vorgeschmack.

Balladen der deutschen Literatur

  • Seit der deutschen Klassik des 18. Jahrhunderts ist ein hauptsächliches Merkmal der Ballade ein erzählendes Gedicht in Ausführung in mehreren Strophen. Häufig werden Themen des Mittelalters, der Antike oder der Märchenerzählungen verarbeitet. Aber auch Themen der Zeit werden reflektiert und mit einem Schluss als Pointe geschrieben. 
  • Ein spezifisches Thema für die Ballade werden Sie nicht entdecken können. Wenn Sie einmal eine Dichtung vortragen möchten, wählen Sie eine Ballade. Sie werden dramatische Geschichten neben humoristischen finden. Auch die Ironie und die Satire werden angewandt. Daran erkennen Sie, dass die Balladen sich besonders dazu eignen, vorgetragen zu werden. Mit der entsprechenden Betonung wird Ihr Vortrag ein Erfolg. Zusammenfassend ist die Ballade in ihren Merkmalen eine Form, welche das Drama, die Epik und die Lyrik zusammenbringt. 

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