Was Sie benötigen:
  • Gleichgewichtsmenge
  • Gleichgewichtspreis
  • Reservationspreis
  • Angebot
  • Nachfrage

Die Produzentenrente - Vorüberlegungen

Als Anbieter am freien Markt haben Sie einen bestimmten Reservationspreis, für den Sie Ihr Produkt gerade noch anbieten würden. Dieser Preis ergibt sich aus der Kalkulation der Stückkosten dieses Produkts und dem aufgerechneten Gewinnaufschlag, den Sie erzielen möchten. Die Formel für die Produzentenrente lässt sich einfach angeben.

  • Als Anbieter sind Sie außerdem bereit, für einen höheren Preis auch eine höhere Menge am Markt anzubieten. Daraus ergibt sich Ihre Angebotskurve, die eine steigende Funktion ist.
  • Die Nachfrager haben unterschiedliche Zahlungsbereitschaften, die Sie als Produzent in der Regel nicht kennen. Person 1 beispielsweise ist bereit, für einen Laptop 600 Euro auszugeben. Person 2 möchte für den gleichen Laptop allerdings nur 500 Euro zahlen, da der individuelle Nutzen für Person 2 niedriger ist.
  • Aus den unterschiedlichen Zahlungsbereitschaften ergibt sich die Nachfragekurve, die eine fallende Funktion ist (je höher der Preis, desto weniger Leute möchten das Produkt noch haben, desto niedriger die abgesetzte Menge).
  • An der Stelle, wo sich Nachfragekurve und Angebotskurve schneiden, befindet sich das Gleichgewicht, das sich am Markt mit dem Gleichgewichtspreis pGG und der Gleichgewichtsmenge xGG einstellt.
  • Dieser Gleichgewichtspreis liegt über Ihrem Reservationspreis. Also können Sie sagen, dass Sie durch den höheren Gleichgewichtspreis auch einen höheren Umsatz erzielen können. Dieser Zusammenhang wird durch die Produzentenrente beschrieben.

Formel für die Produzentenrente

  • Ist die Angebotskurve eine Gerade, dann ist die Formel besonders einfach nach der Dreiecksformel zu berechnen. Nehmen Sie an, der Gleichgewichtspreis pGG beträgt 5 €/Stk., der Reservationspreis pR 1 €/Stk. und die Gleichgewichtsmenge xGG 20 Stk., so ergibt sich für die Produzentenrente PR = (pGG - pR)*xGG/2 = (5 €/Stk. - 1 €/Stk.)*20 Stk./2 = 40 €.
  • Ist Ihre Angebotsfunktion eine Kurve, dann müssen Sie mithilfe der Integralrechnung vom Rechteck mit den Seitenlängen pGG und xGG das Flächenstück unter der Angebotskurve abziehen, um zur Produzentenrente zu gelangen.

Besonderheiten der Produzentenrente bei eingeschränktem Wettbewerb

  • Bei perfekter Preisdiskriminierung kennen Sie als Produzent die Zahlungsbereitschaften jedes einzelnen Nachfragers und können diese auch voll ausnutzen, ohne dass die anderen Nachfrager dies mitkriegen. Person 1 verkaufen Sie Ihren Laptop also für 600 Euro und Person 2 für 500 Euro. Sie schöpfen dadurch die Konsumentenrente komplett ab, Ihre Produzentenrente wird größer und es gilt PRneu = PRalt+KRalt
  • Beim Monopol wird der Preis nicht über den Markt gesteuert, sondern Sie als Produzent werden ihn gewinnmaximierend festlegen (bzw. über die angebotene Menge steuern). In der Regel liegt der Preis im Monopol etwas höher und die Gleichgewichtsmenge daher etwas niedriger. So steigert sich auch Ihre Produzentenrente, die Gesamtwohlfahrt sinkt jedoch.

Sie sehen, es ist nicht schwer, eine Formel für die Produzentenrente anzugeben und diese zu berechnen. Machen Sie sich selbst einige Beispiele und zeichnen Sie die Produzentenrente in ein geeignetes Koordinatensystem ein.