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Pfropfen - so veredeln Sie Obstbäume

Wenn Sie Ihre Obstbäume veredeln wollen, bietet sich dazu die Technik des Pfropfens an. Damit erreichen Sie mehr Ertrag und können auch dazu beitragen, dass alte Sorten in ihrer Art erhalten bleiben. Mit Sortfalt durchgeführt, gelingt Ihnen das Pfropfen, wenn Sie wichtige Punkte beachten.

Durchs Pfropfen erzielt man veredelte Sorten.
Durchs Pfropfen erzielt man veredelte Sorten.

Was Sie benötigen:

  • Sehr scharfes Veredelungsmesser
  • Bast oder anderes Veredelungsband
  • Wachs

Propfen ist eine alte Kunst zum Veredeln von Pflanzen. Gepfropft werden Zierbäume, Obstbäume, Weinreben und auch Kakteen. Man tut dies, um die Fruchtqualität zu verbessern, Krankheiten der Bäume zu vermeiden, die Reifezeit zu verschieben oder die Sortenvielfalt an dem Baum zu erhöhen. Wichtig ist es zu beachten, dass nur artverwandte Obstsorten zum Pfropfen geeignet sind, so zum Beispiel verschiedene Apfelsorten untereinander, Sauerkirsche auf Süßkirsche, jedoch nicht zum Beispiel Äpfel auf Birnbäume.

So sollten Sie beim Pfropfen von Obstbäumen vorgehen

  1. Der Zweig des edlen Baumes wird Pfropfreis oder Edelreis genannt, der angesägte Stummelast, an den das Edelreis angebracht wird, wird Pfropfkopf genannt.
  2. Bereits im Winter wird das Edelreis zugeschnitten, es darf nicht verwelkt sein und soll noch nicht ausgetrieben haben.
  3. Der Baum, an den angepfropft wird, sollte keinesfalls zu alt sein. Man bevorzugt Äste mit einem Durchmesser von drei bis sechs Zentimetern.
  4. Je nach Region Ende April oder Anfang Mai, wenn die Rinde sich zu lösen beginnt, kann mit dem Pfropfen begonnen werden.
  5. Der Baum wird zurechtgeschnitten, dabei sollen aber genügend Äste verbleiben, die dem Baum das Überleben sichern. Diese unedlen Zweige sollten sich nicht in direkter Nachbarschaft mit den zu veredelnden Zweigen befinden.
  6. Das Edelreis sollte vier oder fünf Zugaugen haben.
  7. Nun nehmen Sie das Veredelungsmesser und schneiden am Edelreis einen sogenannten Kopulationsschnitt. Der Schnitt muss absolut glatt sein und in einer Ellipse eine Schnittfläche von ungefähr vier Zentimetern Länge haben.
  8. Jetzt lösen Sie am Pfropfkopf die Rinde in ungefährer Länge der Fläche des Kopulationsschnitts am Edelreis. Hierbei sollten Sie bis zum Kambiumgewebe des Baums vordringen, am besten geschieht dies, wenn Sie das Messer so tief in die Rinde einführen, bis Sie ein Knacken hören, dann wissen Sie, dass Sie auf den Holzteil des Zweiges gestoßen sind.
  9. Heben Sie dann die Rinde vorsichtig an, klappen Sie jedoch nicht ganz auf.
  10. Jetzt wird das Edelreis mit der Spitze so weit hinter die Rinde geschoben, dass noch ein ungefähr fünf Millimeter langes Stück der Kopulationsfläche in Form eines Halbmondes zu sehen ist.
  11. Wenn das Edelreis nun festsitzt, wird mit Bast verbunden. Die beiden ersten Bahnen werden an den Schnittflächen des Pfropfkopfs eng angelegt. Ziehen Sie, wenn Sie mit einer Bahn fertig sind, immer straff an. Die nächsten Bahnen kann man weiter anlegen.
  12. Achten Sie darauf, die Zugaugen frei zulassen.
  13. Der Bast darf keinesfalls locker sitzen oder sich ablösen können.
  14. Anschließend werden die Schnittflächen an dem Edelreis und am Pfropfkopf versiegelt, dazu soll das Veredelungswachs streichfähig und nicht zu flüssig sein.

Folgende Punkte sind beim Veredeln wichtig

  • Sie dürfen die Schnittflächen nicht berühren.
  • Das Pfropfen sollten Sie nicht an Regentagen durchführen, da sonst Wasser auf die Schnittflächen gelangen könnte.
  • Befestigen Sie zusätzlich einen Stab am Pfropfkopf, um Vögeln einen Sitzplatz zu sichern, sonst würde das Edelreis abbrechen.
  • Reißen Sie Triebe in der Nähe des Pfropfkopfs ab, diese könnten dem Edelreis Saft und Kraft rauben.
  • Wässern Sie die Bäume, falls große Trockenheit herrscht.
  • Kontrollieren Sie, ob die Edelsorten von Schädlingserregern befallen wurden, und behandeln Sie gegebenenfalls.
  • Neue unedleTriebe des Baumes sollten Sie im Folgewinter entfernen oder auch wieder veredeln.

Falls Sie mit dem Resultat des Veredelns nicht zufrieden sind, beziehungsweise das Pfropfen nicht gelungen ist, sollten Sie beim nächsten Mal darauf achten, ein möglichst scharfes Veredelungsmesser zu haben, kontrollieren Sie auch die Edelreise, ob sie nicht vielleicht schon ausgetrieben hatten, achten Sie auf eine gute Fixierung mit Bast oder einem anderen Veredelungsband und bemühen Sie sich, das Wachs sorgfältig zu verstreichen. Viel Glück!

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