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Mutter-Theresa-Syndrom - Informatives

Wer anderen gerne hilft, ist meist beliebt und wird geschätzt. Dennoch kann die Hilfe für andere auch dem Helfenden selbst schaden. Hier kann das Mutter-Theresa-Syndrom eine Rolle spielen. Was verbirgt sich dahinter?

Wie Mutter Theresa zu sein, ist nicht immer gut.
Wie Mutter Theresa zu sein, ist nicht immer gut.

Mutter Teresa war eine Ordensschwester, die sich in vielen Hilfsprojekten für andere engagiert hat; sie kümmerte sich um Arme, Kranke und Menschen ohne Zuhause. Daher wurde sie wegen ihrer großen Aufopferungsbereitschaft bekannt. Analog bezieht sich das Mutter-Theresa-Syndrom (auch Helfersyndrom genannt) auf ein tiefes Bedürfnis, anderen zu helfen. Was eigentlich gut klingt, hat aber auch negative Seiten, denn hier ist eine übermäßige Hilfsbereitschaft gemeint.

Wie Mutter Theresa zu leben, hat viele Nachteile

  • Das Mutter-Theresa-Syndrom ist kein gesichertes Krankheitsbild und existiert daher als Diagnose nicht. Damit ist gemeint, dass eine Person sehr auf Anerkennung durch andere fokussiert ist. D. h., jemand möchte als wichtig und wertvoll anerkannt werden und versucht, dies zu erreichen, indem er in verstärktem Maße anderen hilft.
  • D. h., jemand möchte als wichtig und wertvoll anerkannt werden und versucht, dies zu erreichen, indem er in verstärktem Maße anderen hilft.
  • Andererseits ist Hilfe nicht immer gewünscht; manchmal möchten scheinbar Hilfsbedürftige ihre Probleme lieber alleine lösen. Hier wäre es angemessen, die eigene Hilfe nicht aufzudrängen; genau das machen Personen mit einem Mutter-Theresa-Syndrom aber oftmals.
  • Letztlich geht es also nicht so sehr darum, anderen wirklich etwas Gutes zu tun, sondern eigene aktuelle oder frühere Bedürfnisse (z.B. als Kind von den Eltern geliebt zu werden) auf andere zu projizieren und dann diese Personen - auch wenn die das gar nicht möchten - so zu behandeln, wie der Helfende es sich selbst gewünscht hätte.

Hinter dem Syndrom steckt eine Störung

  • Das Mutter-Theresa-Syndrom kann auch mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung zusammenhängen. Betroffene fühlen sich nicht aus sich heraus wertvoll, sie haben ein geringes Selbstwertgefühl und werden von Ängsten geplant, dass sie von wichtigen Personen (Freunden, Partnern) verlassen werden könnten.
  • Daher versuchen sie, anderen alles „recht zu machen“ und hierdurch Dankbarkeit zu erreichen bzw. andere dazu zu bringen, sie nicht zu verlassen. Schnell fühlen sich dabei aber Partner und Freunde auch bedrängt, sodass mit dem Mutter-Theresa-Syndrom genau das Gegenteil erreicht wird - andere gehen auf Distanz.
  • In einer Therapie wird versucht, Betroffenen zu helfen, zu erlernen, wann Hilfe wirklich angemessen ist und wann auch eigene Wünsche im Vordergrund stehen sollten. In einem Training zur Förderung sozialer Kompetenzen kann es zusätzlich darum gehen, das eigene Selbstwertgefühl zu steigern.
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