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Kognitive Bedürfnisse nach Maslow einfach erklärt

Im Prinzip sind alle Menschen gleich. Sie haben dieselben Wünsche und Bedürfnisse - müssen essen, trinken und schlafen und wollen lieben und zurück geliebt werden. Auch, wenn solcherlei Aussagen oft klischeehaft wirken, sind sie im Endeffekt doch wahr. Welche kognitiven Bedürfnisse aber sind es, die Sie wie alle anderen Menschen ausmachen und was hat Abraham Maslow mit alledem zu tun?

Maslows Bedürfnismodell wurde als Pyramide ausgelegt.
Maslows Bedürfnismodell wurde als Pyramide ausgelegt.

Was kognitive Prozesse sind

  • Zum Verständnis der kognitiven Bedürfniskategorie nach Maslow sollten Sie mit der psychologischen Definition von Kognition vertraut sein. So handelt es sich bei Kognition um Geistesprozesse, also um Gedanken, Absichten und Wünsche.
  • Zwischen Kognition und Emotion liegt eine Wechselwirkung vor. Gedanken, Wünsche und Wissen können Gefühle hervorrufen, jedoch können Gefühle genauso Gedanken hemmen oder verändern. 
  • Geht man nun davon aus, dass jeder Mensch durch seine Gedanken- und Gefühlswelt eine subjektive Realität sieht, weil alle Individuen unterschiedlich denken, fühlen und somit wahrnehmen, so lässt sich auch jene subjektive Realität als Kognition bezeichnen.
  • Daneben existiert die Theorie, Kognition sei gleichbedeutend mit dem Begriff des Lebens, weil ohne sie und ihre Reize kein Leben überlebensfähig wäre. 

Mit jenem Wissen können Sie sich nun dem Maslowschen Verständnis von kognitiven Bedürfnissen und ihrem Platz in der Bedürfnishierarchie widmen.

Einfache Einführung in die Maslows Modell der Bedürfnisse

  • Unter der Maslowschen Bedürfnispyramide können Sie sich ein hierarchisches Strukturmodell vorstellen, das menschliche Motivationen beschreibt. So ging Maslow von einer dynamischen Wechselwirkung zwischen einzelnen Bedürfnissen aus. Wenn eine Bedürfniskategorie befriedigt ist, so entwickelt der Mensch die Motivation, sich der nächsten zuzuwenden.
  • Der Pyramide zugrunde liegen 8 Kategorien. Konkret handelt es sich dabei um biologische, kognitive, Sicherheits-, Bindungs- und Selbstwertsbedürfnisse des Menschen. Zudem werden Selbstverwirklichung, Ästhetik und Transzendenz aufgeführt.
  • Der menschliche Weg durch jene Kategorien kann Ihnen nun erklärt werden. So braucht der Mensch zwingend Nahrung, Wasser und Sauerstoff. Jene Bedürfnisse bilden die biologische Basisebene der Pyramide. Jeder Mensch wird sich zunächst bemühen, sein Überleben zu sichern, bevor er sich der nächsten Kategorie, den Sicherheitsbedürfnissen zuwendet, er will nun Ängste überwinden und Behaglichkeit erreichen.
  • Erst mit einem gewissen Grad der Behaglichkeit entwickelt er die Motivation, Bindungen aufzubauen, wobei er sich nach der Befriedigung seines Zugehörigkeitsbedürfnisses schließlich an die Erfüllung seiner Selbstwertbedürfnisse macht, was vor allem über das Ansehen anderer geschieht. 
  • Nur wer Selbstwertgefühl entwickelt, wird sich an seine kognitiven Bedürfnisse wagen. Kognitiv meint hier Verstehen von und Entwicklung über den Kontakt mit neuen Dingen, was das Gefühl von Fortschritt gibt. An die kognitiven Bedürfnisse knüpfen dabei ästhetische an. So wird derjenige, der seine Sehnsucht nach Fortschritt erfüllt hat, nach Schönheit streben und erst nach Erfüllung derselben zur Selbstverwirklichung übergehen.
  • Eine letzte Ebene ist die der Transzendenz. In Maslows Verständnis werden Sie nach der Erfüllung Ihrer Träume also die entstehende Leere mit dem Streben nach einem höheren Zweck füllen.
  • Zuletzt hat Maslow versucht, sein Modell zu unterkategorisieren. So bezeichnete er als 3 Hauptgruppen die physiologischen, die kognitiven und die emotionalen Bedürfnisse, unter die Sicherheit, Bindung und Selbstwert fallen. Als Perpetuum mobile beschreibt er das kognitive Bedürfnis nach Wachstum, wobei Defizite in emotionalen Bedürfniskategorien psychische Krankheiten auslösen sollen.
  • Vielleicht haben Sie erkannt, dass sich Maslows Modell weiter nach Abhängigkeit von innen oder außen unterscheiden lässt. So ist beispielsweise das Ansehen anderer von außen geprägt, während vor allem spirituelle Transzendenz alleine in Abhängigkeit vom Inneren befriedigt wird.
  • Letztlich zeigt sich durch das Modell, dass die Befriedigung eines Bedürfnisses den Menschen schon zum Streben nach dem nächsthöheren führt. Kurzum wird der Mensch immer von etwas angetrieben und umgetrieben, weil genau das in seiner Natur liegt. Zwar bildet die Ebene der Transzendenz den oberen Schlusspunkt des Modells, doch lassen sich spirituelle Bedürfnisse bis zum Tode nie vollständig erfüllen. 
  • Philosophisch lässt sich die "Erleuchtung" als Punkt beschreiben, an dem der Mensch erkennt, dass er nicht mehr suchen oder erreichen muss, somit also als Zustand der Befriedigung, Zufriedenheit und Ruhe, jedoch ist der Zustand tatsächlicher Erleuchtung vom Menschen im Leben nur in den seltensten Fällen zu erreichen. Maslows Modell lässt sich so mit den Worten zusammenfassen, dass ein Mensch immer in Bewegung ist und die Erfüllung des einen zur Sehnsucht nach dem Nächsten führt. Ohne Ziel kann der Mensch nicht leben.  

Einige Philosophen meinen, auf genau jenen Umstand alles Leiden der Menschen zurückführen zu können. Um es in den Worten von Victor Salvas Blockbuster "Der friedvolle Krieger" oder Dan Millmans gleichnamigem Bestsellerroman zu beschreiben: "Wenn der Mensch nicht bekommt, was er will, leidet er. Wenn er bekommt, was er nicht will, leidet er, und sogar wenn er genau das bekommt, was er will, leidet er noch, weil er es nicht auf ewig halten kann."

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