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Grammatik - Definition

Jeder von uns kennt das süße Phänomen des Fremdsprachenlernens: Die Grammatikfehler. Gerne schleichen sie sich zum Beispiel bei den Verbkonjugationen oder bei der Artikelbildung ein. Aber was verbirgt sich eigentlich genau hinter dem komplexen Wort "Grammatik" und welche Strukturen spielen hierbei eine wichtige Rolle?

Die Grundstruktur einer Sprache verbirgt sich in der Grammatik.
Die Grundstruktur einer Sprache verbirgt sich in der Grammatik.

Die Abstammung des Wortes "Grammatik" führt auf das Altgriechische zurück, und zwar auf das Wort  „gramma“, das in der Übersetzung so viel wie "Geschriebenes" oder "Buchstabe" heißt. Dieses Wort hat sich mit der Zeit weiterentwickelt zu „grammatikē“, worunter die Kunst des Lesens und Schreibens verstanden wird. Heutzutage versteht man unter dem Begriff Grammatik ein bestimmtes System von Regeln. Diese Regeln beziehen sich auf diverse sprachliche Formen, die grammatisch miteinander zusammenhängen, das heißt auf eine ganz bestimmte Art und Weise im Satz ihre Verwendung finden. Wortarten bilden dabei die Basiseinheiten der Grammatik, wobei sie eben unterschiedliche Funktionen im Satzzusammenhang erfüllen. Zur Veranschaulichung dienen hier ein paar Grammatikaspekte aus der deutschen Sprache.

Verben, Substantive, Adjektive

  • Jeder vollständige Satz muss notwendigerweise ein Verb beinhalten. Die Verben sind flektierbar, das heißt, dass ihr Wortstamm (im Hinblick auf die Person, den Numerus und den Tempus) verändert werden kann: „Er geht, ich gehe, wir gehen“. Die Flexion bei den Verben nennt man Konjugation.
  • Verben sind Träger der unterschiedlichen Tempusformen wie Präsens „Das Mädchen spielt“,  Präteritum „Das Mädchen spielte“, Perfekt „Das Mädchen hat gespielt“, Plusquamperfekt „Das Mädchen hatte gespielt“, Futur I „Das Mädchen wird spielen“, Futur II „Das Mädchen wird gespielt haben“. Diese Wortart wird dabei in drei Gruppen unterteilt: Tätigkeitsverben, wo das Subjekt aktiv etwas tut (arbeiten), Vorgangsverben, wo das Subjekt einen Prozess an sich erfährt (aufwachen) und Zustandsverben, die einen gleichbleibenden Zustand bezeichnen (liegen).
  • Aber auch Wörter wie Substantive sind flektierbar, das heißt sie verändern ihre Wortgestalt im Hinblick auf den Kasus (Fall), Numerus (Zahl) und Genus (Geschlecht): Nominativ – „das nette Mädchen“, Genetiv – „des netten Mädchens“, Dativ – „dem netten Mädchen“, Akkusativ – „das nette Mädchen“. Sowohl die Pronomen, als auch die Adjektive passen sich der Deklination (Fachausdruck für die Flexion bei Substantiven) im Hinblick auf die oben genannten Kategorien an. Zu den Wörtern, die in ihrer Verwendung unverändert bleiben, gehören Adverbien (sehr), Konjugationen (und) und Präpositionen (unter).
  • Die Substantive beziehen sich entweder auf konkrete Gegenstände bzw. Lebewesen (Mann, Frau, Baum) oder auf abstrakte Ausdrücke (Freude, Sicherheit etc.). Jedes dieser Wörter besitzt einen inhärenten Artikel.(der, die oder das) 
  • Adjektive sind sogenannte Eigenschaftswörter. Das heißt, sie haben die Funktion entweder als Attribut genauer zu beschreiben: "Das leckere Essen" oder als Adverbialbestimmung: "Der Mann spricht laut".

Der Satz

  • Die einzelnen Wörter im Satz sind durch bestimmte Regeln miteinander verbunden. Man unterscheidet dabei die einzelnen Satzglieder: 1. Das Subjekt: "Die Tante" singt, 2. Das Prädikat: Sie "liest", 3. Das Objekt: Sie schreibt "einen Brief" und das Adverbial: Sie gehen "zum Einkaufszentrum". 
  • Sätze können entweder als Hauptsätze (gelten als vollständige Sätze und können somit alleine stehen: "Ich gehe nach Hause") oder als komplexe Sätze verwendet werden. Jene bestehen aus einem Haupt- und Nebensatz ("Ich weiß, dass du mich gern hast").
  • Nebensätze können nur in Begleitung eines Hauptsatzes auftreten und können somit nie alleine stehen.

Satzglieder richtig ermitteln

  • Um die Satzglieder richtig ermitteln zu können, bedarf es einer bestimmten Fragetechnik. Zu jedem Satzglied gehört folglich eine ganz bestimmte Frage. 
  • Das Subjekt ermittelt man durch die Frage: "Wer, Was? ("Der Mann" steht). Wer steht? Der Mann.
  • Beim Prädikat wird die Frage nach dem "Was passiert?" gestellt: Die Dame "liest" eine Zeitung. 
  • Akkusativobjekt: Beispiel - Er fragt "die Dame". Wen oder was fragt er?
  • Dativobjekt: Beispiel - Sie erzählt es "ihrer Schwester". Wem erzählt sie es?
  • Genetivobjekt: Beispiel - Sie bedient sich "seiner Geschicklichkeit". Wessen Geschicklichkeit bedient sie sich?
  • Adverbial: Beispiel - Er steht "vor dem Haus". Wann, wo, wie, warum wären hier die geeigneten Fragen.
  • Attribut: Beispiel - Das "kleine" Haus. Was für ein Haus? Das Haus, das klein ist. 

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich die Grammatik auf das sprachliche System, unter anderem auf die Lehre von Wörtern (Morphologie) bezieht, wobei sich der grundlegende Bereich der Grammatik mit der Syntax, der Lehre vom Satzbau beschäftigt. Im weiteren Sinne zählt die Linguistik zusätzlich noch die Phonologie (Lautlehre) und die Semantik (Bedeutungslehre) zu dem Begriff der Grammatik hinzu, insofern ein System von Regeln den Untersuchungsgegenstand bildet.    

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