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Börden in Deutschland - Informatives

Börden werden landwirtschaftlich intensiv genutzt.
Börden werden landwirtschaftlich intensiv genutzt.
Börden unterscheiden sich von anderen Landschaftsformationen und sind besonders häufig im mittel- und norddeutschen Raum anzutreffen. Wissen Sie, wie viele dieser Börden es in Deutschland gibt und wo sie zu finden sind?

Was sind Börden und wie entstehen sie?

  • Generell lässt sich sagen, dass Börden eher waldarme Landschaften mit einem äußerst fruchtbaren Boden sind. Es handelt sich um ein flaches Land, jedoch erlaubt die Zusammensetzung des Bodens, dass nahezu alle Arten von Getreide und Gemüse angebaut werden können.
  • Börden verteilen sich vom Norddeutschen Geest bis an die Mittelgebirge. Sie bestehen aus Löss, auf denen sich sogenannte "Schwarzerde" ablagerte. Diese Verbindung zählt zu den besten und fruchtbarsten Böden überhaupt.
  • Die Entstehung reicht in die Zeit der Gletscherschmelze zurück, als diese jede Menge Gestein und Mineralien mit "transportierten". Als die Gletscher sich am Ende der Eiszeit zurückzogen, blieben die kleinen Teilchen zurück. Die Winde trieben nun die zerkleinerten Stücke des "Schutts" vor sich her, und zwar von Nord nach Süd. Erst an dem natürlichen Hindernis der Mittelgebirge senkten sich die winzigen "Schuttstücke" wieder zum Boden und so entstanden im Lauf der Zeit die Börden.

Wo gibt es Börden in Deutschland?

  • Westlich und südwestlich der niedersächsischen Hauptstadt Hannover erstreckt sich die Calenberger Lössbörde über eine Fläche von etwa 684 km². Die ganze Region ist von einer typischen Lössauflage gekennzeichnet, die landwirtschaftlich äußerst intensiv genutzt wird.
  • Die Hildesheimer Börde befindet sich nördlich des Landkreises Hildesheim, ebenfalls in Niedersachsen. Auf dem 272 km² ist die Landschaft durch die Schwarzerde besonders gut nutzbar.
  • Die Magdeburger Börde zählt zu den bekanntesten Börden in Deutschland. Das Bundesland Sachsen-Anhalt wird von dieser Landschaftsformation dominiert. Die Grenzen der Magdeburger Börde verlaufen relativ fließend. Westlich schließt sich die Hildesheimer Börde an, nordwestlich endet das Gebiet mit dem Naturpark Drömling, nördlich beginnt die Altmark. Im Osten wird die Elbe bedingt als Grenze angesehen und im Süden markiert der Harz die Grenze.
  • Die Hellwegbörden beinhalten die Soester Börde, die Geseker Börde und die Werl-Innaer-Börde. Die Ortsnamen verraten bereits, wo sich die Börden in Nordrhein-Westfalen befinden. Die Soester Börde ist innerhalb dieser Region das Herz der Landschaftsformation. Interessant: Die Hellwegbörde dient den Kiebitzen während des Vogelzugs als wichtiger Rastpunkt.
  • Am nördlichen Rand der Eifel befinden sich die Jülich-Zülpicher Börden, ebenfalls in Nordrhein-Westfalen. Sie bestimmen das Bild im Rheinland und werden oft als die Region der Niederrheinischen Bucht beschrieben.
  • Ganz im Osten von Nordrhein-Westfalen liegt die Warburger Börde. Hier werden hauptsächlich Zuckerrüben und verschiedene Getreidesorten angebaut. Die Qualität des Bodens ist herausragend und Funde lassen darauf schließen, dass eine erste Besiedelung bereits um 5000 vor Chr. stattfand.
  • Die Fritzlaer Börde liegt in Hessen und es ist somit die südlichste Börde in Deutschland. Das leicht hügelige Gebiet bietet perfekte Bedingungen für den Anbau von Getreide und Gemüse, was wiederum in frühester Zeit zu einer ausgedehnten Besiedelung der Region führte. 
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