Viele Menschen finden Wespen und ihre Nester auf ihrem eigenen Grundstück als bedrohlich, vor allem wenn kleinere Kinder in Haus und Garten spielen. Allerdings dürfen Sie Wespennester nicht einfach so entfernen.
- 13.01.2011 Dr. Hannelore Dittmar-Ilgen
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- Auch wenn Wespen eher harmlose und nützlicheTiere sind, empfinden die meisten Menschen Wespen und ihre Nester - im Gegensatz zu Bienen oder auch Hornissen - als sehr bedrohlich. Und dies ganz besonders, wenn sie im Spätsommer durch ihre Anwesenheit den Sonntagskaffee auf der Terrasse stören und man sich bei wilden Vertreiben noch einen Stich einfängt.
- So ein Wespennest ist schwerzhaft und auch oft gefährlich, nämlich dann, wenn man im Mundbereich, am Hals oder am Kopf von ihnen gestochen wird. Und auch manche Allergiker reagieren auf einen Wespenstich so heftig, dass eine lebensbedrohliche Situation eintreten kann. Der Wunsch, Wespennester auf dem Grundstück zu entfernen oder umzusiedeln, ist also durchaus nachvollziehbar.
Einige Informationen, wenn Sie Wespennester entfernen möchten
- Dem Erfindungsreichtum der Wespen, einen Platz für ihr Nest zu finden, sind praktisch keine Grenzen gesetzt. So findet man neben Erdnestern (auch im Rasen oder an Beeträndern) vor allem Nester unter Rolladenkästen, in hohlen Wänden und an Markisen. So kann es dann passieren, dass Wespen unmittelbar an Eingängen, Fenstern oder in Hausmauern Wespennester bauen, so dass ein Teil der Wespen direkt am oder sogar im Haus herumfliegen. Und im Laufe des Sommers vermehren sich die Wespen zudem rasant.
- Allerdings ist kaum bekannt, dass viele Wespenarten geschützt sind. Sie dürfen ihre Wespennester also nicht einfach in Eigenregie entfernen oder gar die Tiere ausräuchern. Auch für Hornissen gilt dies übrigens, die ebenfalls unter Naturschutz stehen.
- Machen Sie sich also zunächst Gedanken, ob Sie nicht einen Sommer lang das Wespennest, statt es zu entfernen, dulden können, vielleicht indem Sie den entsprechenden Teil des Gartens absperren und dort auch keine Gartenarbeiten, wie zum Beispiel Rasenmähen, verrichten. Besprühen Sie das Nest nicht versehentlich mit Wasser. Befindet sich das Nest an einem Fenster, sollte man überlegen, ob es nicht einfach geschlossen bleiben kann. Wenn der Sommer vorbei ist, stirbt das Wespenvolk, nur die Königin überwintert. Sie können dann also in aller Ruhe im Winter die nicht mehr besetzten Wespennester entfernen.
- In einigen Fällen gibt es jedoch Ausnahmen von dieser Schutzregel, nämlich dann, wenn sich Wespennester zum Beispiel in unmittelbarer Nähe zu einem Kinderzimmer befindet oder eine Person mit bekannter Wespenallergie betroffen ist. In diesem Fall spricht man von akuter Bedrohung durch das Wespennest.
- Auch in diesem Ausnahmefall sollten Sie das Wespennest nicht in eigener Regie entfernen. Bei Bedrohung werden sich die Wespen massiv zur Wehr setzen. Fragen Sie bei ihrer Gemeindeverwaltung nach, vielleicht wird man Sie dort auch an die (örtliche) Feuerwehr verweisen, die sich dann um die Beseitigung des Nestes kümmern wird. In einigen Gemeinden gibt es auch ansässige Imker, die sich um das Nest kümmern und es gegebenenfalls sogar umsiedeln.
- Auch wenn im Handel Produkte angeboten werden, die die Wespen abtöten oder ausräuchern, sollten Sie nicht zu solchen Maßnahmen greifen - neben der Gefahr für den Laien sind diese Produkte schlicht illegal.