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Was sind historische Quellen und wie werden sie angegeben?

Historische Quellen können sehr verschieden sein. Die alte Urkunde, Briefe vom alten Fritz, das Spinnrad im Heimatmuseum, die Höhlenmalerei, all dies sind historische Quellen. Was ist zu beachten, wenn Sie diese nutzen?

Alte Bücher oder Urkunden sind historische Quellen.
Alte Bücher oder Urkunden sind historische Quellen.

Wer Texte aus Büchern, Zeitungen oder zum Beispiel wissenschaftlichen Arbeiten zitiert oder diese für eigene Arbeiten nutzt, ohne die Quelle anzugeben, verletzt Urheberrechte. Es gibt Regeln dafür, wie Zitate gekennzeichnet werden müssen und wie Quellenangaben aussehen sollen. Nicht immer ist eine Quelle aber ein schriftlicher Text. Selbst der Berliner Dom zum Beispiel kann als Quelle dienen, oder eine über Jahrhunderte überlieferte Sage. 

Was sind Quellen?

  • Als Quelle können Sie alles bezeichnen, woraus Kenntnis über die Vergangenheit gewonnen werden kann. Das können neben Texten auch Bilder, alte Gebäude und Fundstücke sein, die über das frühere Leben Aufschluss geben. 
  • Quellen lassen sich einteilen in Sachquellen, Bildquellen, Textquellen und abstrakte Quellen. Abstrakte Quellen sind zum Beispiel Volksfeste, die als Tradition seit vielen Jahren gefeiert werden oder sprachliche Besonderheiten spezieller Bevölkerungsgruppen, aus denen sich Schlüsse über die Herkunft oder Geschichte dieser Menschen ziehen lassen.
  • Man kann Quellen auch in Primär- und Sekundärquellen einteilen. Die uralten Lieferscheine über 1000 Stück Fliesen eines Handwerkers an ein Königshaus sind eine Primärquelle. Die schriftliche Erwähnung dieses Lieferscheines in einem Fachbuch ist eine Sekundärquelle. 
  • Eine andere Bezeichnung aus der Geschichtswissenschaft sind Traditionsquelle und Überrestquelle. Der Lieferschein ist hier der Überrest des damaligen Geschehens, also eine Überrestquelle. Die Schilderung über die Lieferung in einer alten Chronik wäre eine Traditionsquelle.


  Erklärung des Begriffs "historische Quelle"

  • Historische Quellen können Überrestquellen und auch traditionelle Quellen sein. 
  • Bei den traditionellen können Sie unterscheiden in schriftliche Traditionen (Tagebücher, Biografien, Chroniken sowie andere) und in mündliche (zum Beispiel Anekdoten, Lieder oder Sagen).
  • Zu den Überrestquellen gehören Urkunden, Akten, Gesetzestexte, Briefe, Rechnungen und ähnliches. 
  • Sachliche (dingliche) Überrestquellen sind Siegel, Münzen, Handwerksgeräte, Gebäude, Kleidung und vieles, was wir uns gut geordnet in heutigen Museen anschauen können.
  • Alle diese historischen Quellen werden von den Historikern archiviert, bewertet, geordnet und eben auch in Museen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Erst dadurch ist es möglich, in einer Arbeit die entsprechende Quelle exakt zu benennen. 


  Richtiger Umgang mit historischen Quellen

  • Wenn Sie sich auf Bücher beziehen, so müssen Sie den Autor, Buchtitel, Verlag, Erscheinungsjahr und Seitenangabe machen. Bei Zeitungsartikeln ist es ähnlich. Autor, Titel des Artikels, Zeitung/ Zeitschrift, Datum und eventuell Seite. Auch bei Bildern sind genaue Angaben erforderlich.
  • Eine gute Übersicht mit mehreren Beispielen für schulische Arbeiten gibt die Seite eines Gymnasiums hier: "Quellen korrekt angeben".
  • Wenn Sie sich eine Quelle im Museum anschauen und nutzen, zum Beispiel den besagten Lieferschein, dann weisen Sie darauf hin, dass dieser im Museum XY in der Abteilung Z ausgestellt ist.
  • Angeben können Sie die Quellen auf verschiedene Art, entweder als Fußnote unten auf der gleichen Seite, direkt im Text oder ganz am Ende Ihres Werkes. 
  • Bei Zitaten muss jedoch unmittelbar im Text erkennbar sein, welche Quelle Sie zitieren. Zitate stehen immer in Anführungszeichen. Nutzen Sie eine historische Quelle mehrfach, so müssen Sie nicht immer die vollen Angaben machen. Dann reicht eine Kurzform als Nennung.
  • Wenn Sie Quellen aus dem Internet nutzen, gehört die Domain als Quellenangabe zum Text und das Datum des letzten Zugriffs.
  • Benennen Sie bei Gebäuden oder Museen auch genau den Ort und die Anschrift dazu. 

Ganz allgemein kann man zusammenfassen, Ihre Quellenangaben sollten so sein, dass sie der Leser Ihrer Arbeit nachvollziehen kann und sich die Quelle bei Interesse selbst zugänglich machen kann. Bei wissenschaftlichen Arbeiten, werden Sie sich sicher nicht allein nach diesem Artikel richten können. Dieser kann hier nur eine Orientierung zum Thema geben. 

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