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Sekundär- und Primärquelle in wissenschaftlicher Arbeit richtig angeben

Sie arbeiten gerade an einer wissenschaftlichen Arbeit und möchten nun noch Sekundär- und Primärquellen zitieren und ein vollständiges Literaturverzeichnis anhängen. Hier erfahren Sie, wie Sie es richtig gestalten.

Ein Literaturverzeichnis richtig erstellen.
Ein Literaturverzeichnis richtig erstellen. © birgitH / Pixelio

Die Angabe von Quellen in wissenschäftlichen Arbeiten kann ziemlich knifflig sein. Deswegen finden Sie im Folgenden die wichtigsten Dinge aufgeslistet, die Sie beachten müssen, damit es Ihnen so wenig Stress wie möglich bereitet.

Sekundar- und Primärquellen in den Fußnoten

  1. Der Unterschied zwischen Primärquellen und Sekundärquellen besteht darin, dass Sie in Primärquellen über das Ereignis lesen. Sekundärquellen geben Auskunft über den Inhalt anderer Quellen. Diese können selber primärer oder sekundärer Natur sein.

  2. In der Zitierweise besteht zwischen Sekundär- und Primärquellen im Prinzip kein Unterschied.

  3. Die erste Fußnote enthält immer eine vollständige bibliographische Angabe.

  4. Dazu geben Sie Nach- und Vorname des Autors, den Titel des Werkes.

  5. Weiterhin gehören Kapitelnummer und Zeile bzw. Verszahl zu der Fußnote. Falls das Werk aus mehr als einem Band besteht, geben Sie die Bandnummer hinter dem Titel an. Außerderm Erscheinungsjahr und Erscheinungsort, sofern die Quelle für sich alleine steht.

  6. Beachten Sie, dass bei Sekundär- und Primärquellen, die von einem Verlag herausgebracht wurden, immer auch der Herausgeber der jeweiligen Edition angegeben werden muss und, sofern die Quelle in einer Reihe erschienen ist, auch der Titel der Reihe, Erscheinungsjahr und Erscheinungsort.

  7. Eine kleine, hochgestellte Zahl hinter dem Erscheinungsjahr kennzeichnet die Zahl der Auflage, sofern dies nötig ist.

  8. Ab der zweiten Fußnote reicht eine kürzere Fassung, die den Namen des Autors, Titel und Seitenzahl enthält.

  9. Bei antiken Autoren genügt in der Regel sogar nur ein Kürzel des Namens, unter dem Sie bekannt sind. Beispielsweise Pol für Polybios. Dazu fügen Sie die Bandnummer, die Kapitelnummer und die Verszahl an.

  10. Falls Sie mehr als ein Werk von demselben Autor benutzen, das womöglich auch noch im selben Jahr erschienen ist, kennzeichnen Sie in jeder Fußnote, welches der Werke Sie meinen. Dies tun Sie durch einen Kurztitel. Dazu geben Sie das erste sinngebende Wort an, das in keinem anderen Titel desselben Autors vorkommt.

  11. Eigentlich sollen Sie für wissenschaftliche Arbeiten immer solche Quelleneditionen von Sekundär- und Primärquellen verwenden, die noch in der Originalsprache belassen sind und über einen wissenschaftlichen Kommentar verfügen. Das bedeutet, dass aus der Anzahl verschiedener Überlieferungen derselben Quelle, in der einzelne Wörter oder Passagen verschieden sind, fehlen oder sogar eingesetzt wurden, eine Version herausgearbeitet wurde, die als dem Original am nächsten gesehen wird.

  12. Der wissenschaftliche Kommentar bezieht sich dann hauptsächlich auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu anderen Überlieferungen. 

  13. Meist dürfen Sie jedoch auch zweisprächige Ausgaben oder sogar Übersetzungen verwenden.

Sekundär- und Primärquellen im Literaturverzeichnis

Auch hier gibt es prinzipiell keinen Unterschied in der Art der Auflistung.

  1. Die erste Fußnote, die Sie von einem Werk gesetzt haben, entspricht dem, was auch im Literaturverzeichnis stehen muss. Hier sollten alle Angaben nur alphabetisch geordnet sein.

  2. Eine Trennung von Sekundär- und Primärquellen ist nicht notwendig und in der Regel auch nicht erwünscht.

  3. Was Sie in jedem Fall vermeiden sollten, ist, die Sekundärquellen mit der Sekundärliteratur zu verwechseln oder gleichzusetzen. Bei Sekundärliteratur handelt es sich um Forschungsliteratur. Diese führen Sie bitte stets gesondert auf.

Trotz allem sollten Sie, sofern die Zitierweise während der Veranstaltung nicht erörtert wurde oder es noch Unklarheiten Ihrerseits gibt, mit dem zuständigen Dozenten sprechen. Selbst von Dozent zu Dozent kann es da nämlich Unterschiede geben. Sprechen Sie Ihren Dozenten einfach darauf an, wenn Sie zur Vorbesprechung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit in die Sprechstunde gehen.

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