Zu wissen, wann man Obstbäume pflanzt, reicht nicht

Vor der Antwort, wann man Obstbäume pflanzt, ist zu klären, welche Art von Nutzgarten Sie planen. Eigentlich ist ein Nutzgarten einen Gemüsegarten, zu dem auch einige Obststräucher, vielleicht auch einige Obstbäume gehören. Grundsätzlich jedoch pflanzt man Obstbäume nicht direkt im Nutzgarten.

  • Viele Pflanzen zehren den Gartenboden, bei gleichbleibendem Standort aus, daher muss die Fruchtfolge jährlich zwischen Starkzehrern (Gurken, Kohl, Kartoffeln), Mittelzehrer (Möhren, Salate, Zwiebeln) und Schwachzehrer (Erbsen, Kräuter, Bohnen) wechseln. Und für die langjährige Bepflanzung (Erdbeeren, Rhabarber, Tomaten usw.) benötigen Sie eine vierte Nutzgartenfläche.
  • Eine Obstbaumbepflanzung kann diese flexible Nutzung beeinträchtigen, wenn nicht gar verhindern. Zudem sollten Sie im Nutzgarten darauf achten, welche Pflanzennachbarschaften geeignet und welche ungeeignet sind, um eine gute Ernte erzielen zu können. Und das ist eine Wissenschaft für sich (z. B. Borretsch nahe den Tomaten, Kerbel zwischen Salat usw.).
  • Wer einen Nutzgarten plant und Obstbäume pflanzt, sollte nicht nur nach dem "Wann" fragen. Obstbäume zu pflanzen, ist eine Entscheidung für viele Jahrzehnte. Nicht nur Boden- und Klimabedingung sowie Gartengröße ist entscheidend, sondern auch die Frage, welche Obstbäume pflegeleicht, ertragreich und resistent gegen Schädlingsbefall sind.

Vor der Pflanzung kommt die Planung

  • Obstbäume verlangen bestimmte Standorte. Äpfel z. B. brauchen einen eher feuchten, Birnen dagegen einen warmen, sonnigen Standort und beide benötigen Pollenspender. Schattenmorellen lieben Sonnenlagen. Und alle Obstbäume verlangen ausreichend Platz, Pflege und den richtigen Schnitt.
  • Für kleine Gärten eignen sich kleine Obstbäume. Säulenobst z. B. eignet sich hervorragend für kleinere Gärten und Hobbygärtner mit wenig Zeit. Sie können Säulenobst sogar in Kübeln halten. Sollten Sie planen, Ihren Nutzgarten mit einem Obstbaum zu bestücken, ist es ratsam, auf Säulenobst zurückzugreifen. Bedenken Sie stets, dass Obstbäume den Nutzgartenbeeten Nährstoffe, Wasser und Licht entziehen.
  • Falls Ihr Garten groß genug für zwei Obstbäume, jedoch zu klein für mehrere Obstbäume ist und Sie auch einen Nutzgarten angelegt haben, können Sie die zwei Obstbäume in Nähe der Erbsen ansiedeln, denn Erbsen sind die einzige Gemüsesorte, die nur wenig Nährstoffe benötigen, zeitgleich den Boden auflockern und Luftstickstoff sammeln. Zur Not ist es auch möglich, Erdbeeren unter den Obstbaum zu pflanzen, denn sie gedeihen auch im Halbschatten.
  • Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie keine Leberblümchen, Anemonen oder Winterlinge in die Nähe von Aprikosen-, Pflaumen-, Mirabellen- und Pfirsichbäumen pflanzen, denn das fördert die Pilzerkrankung "Zwetschgenrost". Die Obstbäume bekommen an den Blattoberseiten gelbe Flecken und an den Blattunterseiten schwarze oder braune Pusteln. Leider überwintert diese Krankheit sogar und Sie sollten Ihre Obstbäume bereits beim Pflanzen mit einem handelsüblichen Stärkungsmittel schützen.
  • Zwischen der Baumwurzel und der Veredelungsstelle sorgen die Baumschulen für die sogenannte "Obstbaumunterlage". Diese Obstbaumunterlage ist entscheidend für den Wuchs und die Ertragskraft der Obstbäume. Da sich aufgrund der immer wieder neuen Selektionen diese Unterlagen verändern,  sollten Sie sich im Fachhandel beraten lassen, ob Sie z. B. einen Hochstamm-, Halbstamm- oder Buschbaum für Ihre Gartengröße wählen sollten.
  • Einige mittelstarke Apfelobstbäume wachsen bis zu drei Metern, werden 20 Jahre alt und bringen nach 2 bis 3 Jahren den ersten Ertrag. Oft ist es empfehlenswert, diese Bäume mit einem Pfahl zu setzen. Eine mittelstarke Quitte trägt oft erst nach 6 Jahren, braucht etwa 16 qm Platz und ebenfalls einen Stützpfahl.
  • Einige Kirschbäume sind recht stark wachsend und werden bis zu 4 Meter hoch, tragen aber bereits nach 2 bis 3 Jahren. Mit einer Reneklode als Baumunterlage benötigt so ein Kirschbaum zwischen 30 bis 35 qm Platz. Lassen Sie sich beim Kauf also gut beraten, vor allem, weil manche Obstbäume nicht allein, sondern nur zu weit gepflanzt werden dürfen.

So pflanzen Sie Obstbäume

  • Legen Sie Ihren Obstgarten Ende Oktober bis Mitte November an, wenn das Wetter frostfrei ist. Trennen Sie Ihren Nutzgarten vom Obstgarten, denn die Bäume, durchwurzeln sehr schnell Ihren Nutzgarten und es entsteht ein Konkurrenzkampf um Nährstoffe, Licht und Wasser. Sollte es allerdings nicht anders gehen, wählen Sie kleinwüchsige Obstsorten aus und bauen Sie kein Gemüse unter der Baumscheibe an. Wässern Sie Ihre Obstbäume reichlich.
  • Zur Not können Sie Erbsen, Sellerie, Frühkartoffeln, Bohnen oder Erdbeeren in die Nähe der Obstbäume pflanzen. Zweckmäßiger ist es, zwischen Obstbäumen große Pflanzabstände zu wählen, zwischen die Sie evtl. Heidelbeer-, Johannisbeer- oder Himbeersträucher pflanzen. Sie können die Baumscheibe mit Mutterkraut,  Akelei oder Ringelblume farblich gestalten und  Rainfarn oder Kapuzinerkresse schützen sogar vor Blattläusen. Schützen Sie auch frostharte Obstbäume vor Frostschäden.