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Stute künstlich besamen lassen - Informatives

Wenn Stutenbesitzer vor einigen Jahren ein Fohlen aus dieser Stute züchten wollten, mussten sie das Pferd verladen und zum Hengst der Wahl bringen, um sie dort decken zu lassen. Dabei war die Auswahl der Hengste natürlich begrenzt, da der Transport auf sehr langen Strecken anstrengend und belastend für Pferde ist. Seitdem auch in der Pferdezucht die künstliche Besamung zum Alltag gehört, ist es deutlich einfacher geworden, eine Stute mit dem Hengstsamen der Wahl zu belegen. Außerdem ist es nun theoretisch möglich, Hengste aus aller Welt als Vater für das Fohlen auszusuchen.

Der Vater dieses Fohlens lebt vielleicht auf einem anderen Kontinent.
Der Vater dieses Fohlens lebt vielleicht auf einem anderen Kontinent.

Fakten zur künstlichen Besamung bei Tieren

Bei der künstlichen Besamung wird dem männlichen Tier an einer Attrappe Sperma entnommen. Dieses wird dann aufbereitet, portioniert und an Tierärzte, Deckstationen und Züchter verschickt. Dort angekommen wird das Sperma während der fruchtbaren Tage des weiblichen Tieres über dessen Vagina eingeführt.

  • Samenportionen werden von den Hengststationen als Frischsperma oder tiefgekühlt verschickt. Tiefkühlsperma gibt es sogar noch von einigen Hengsten, die schon seit Jahren nicht mehr im Deckeinsatz sind. So lässt sich eine alte Zuchtlinie auffrischen.
  • Bei einigen Nutztierarten gibt es ausgebildete Besamer, die auf den Hof kommen und die Besamung durchführen. Bei Pferden übernimmt diese Aufgabe in der Regel der Tierarzt, da hier meist nur einzelne Stuten belegt werden sollen. Es ist auch möglich, die Stuten zu einer nahe gelegenen Deckstation zu bringen, wo Sperma von den dortigen Hengsten und Partnerstationen lagert. Die Landgestüte der meisten Bundesländer verfügen beispielsweise über solche Stationen, die über das gesamte Zuchtgebiet verteilt sind.

So läuft die Besamung der Stute in der Praxis ab

  • Vor der Besamung nimmt ein Tierarzt während der Rosse, also der fruchtbaren Zeit der Stute, eine Tupferprobe aus dem Vaginalbereich und dem Gebärmutterhals. Im Labor wird dann überprüft, ob die Stute an einer Infektion leidet, die eine Trächtigkeit verhindern oder dem Fohlen später schaden könnte. Ist das der Fall, muss die Infektion vor der ersten Besamung behandelt werden.
  • Am unkompliziertesten ist die Besamung auf der Deckstation. Dort können Sie einen Termin machen und die Stute dann einige Tage vor der erwarteten Rosse abliefern, die Mitarbeiter dort sind Profis und kümmern sich um alles. Sobald die Stute belegt wurde, kann sie wieder abgeholt werden.
  • Wer eine junge, leistungsfähige Stute besitzt, möchte sicher früher oder später ein …

  • Im Durchschnitt dauert die Trächtigkeit 11 Monate. Damit das Fohlen nicht während der kalten Wintermonate zur Welt kommt, liegt daher die optimale Zeit zur Besamung zwischen April und Juni. Bei Stuten, die nur schwer trächtig werden, kann es ratsam sein, schon früher mit der Besamung zu beginnen, da meist mehrere Durchgänge notwendig sind.
  • 21 Tage nach der Besamung kann der Tierarzt bei einer Ultraschalluntersuchung erkennen, ob die Stute tragend ist. Ist das nicht der Fall, muss erneut besamt werden. Dies sollten Sie unbedingt der Deckstation mitteilen, auch, wenn Sie sich zwischenzeitlich für eine andere Station entschieden haben. Denn oft erhält man eine Gutschrift auf die nächste Besamung, wenn es beim ersten Mal nicht klappen wollte.

Pferdezucht ohne Grenzen

Eine Stute auf diese unnatürliche Weise belegen zu lassen, klingt vielleicht zunächst befremdlich. Doch gerade bei seltenen Rassen oder rar gewordenen Zuchtlinien kann auf diese Weise das genetische Potenzial der Rasse voll ausgenutzt werden. Bei Sportpferden konnten so in den letzten Jahren viele Zuchtfortschritte erzielt werden. Steht aber ein passender Hengst für Ihre Stute direkt um die Ecke, ist weiterhin nichts gegen den Natursprung einzuwenden.

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