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Stute decken lassen - was gibt es zu beachten?

Sie möchten Ihre Stute decken lassen? Das selbst gezogene Fohlen könnte verkauft werden oder es dient nach der Pferde-Kindheit als eigenes Reitpferd. Doch bevor Sie einen Gedanken an ein Fohlen verschwenden, müssen Sie sich ganz viele Gedanken zum passenden Hengst für Ihre Stute und zu vielen anderen Dingen machen.

Ein eigenes Fohlen zu ziehen, ist ein Traum.
Ein eigenes Fohlen zu ziehen, ist ein Traum.

Wenn Sie ein Fohlen aus Ihrer Stute ziehen möchten, dann sind Sie sich vermutlich darüber im Klaren, dass erhebliche Kosten auf Sie zukommen und dass die Zeit der Trächtigkeit durchaus aufregend werden kann. Ganz zu Schweigen von der Zeit, wenn das kleine Wesen auf der Welt ist. Kaum etwas ist aufregender und schöner, als bei der Geburt des eigenen Fohlens dabei zu sein. Die ersten Gehversuche, das erste Herumtollen - für Pferdefreunde gibt es kaum etwas Schöneres. Damit aus dem kleinen Pferdekind das wird, was Sie sich wünschen, sollte der Hengst zu Ihrer Stute passen.

Was es im Vorfeld des Deckaktes zu beachten gilt

  • An der Frage nach der Art des Deckaktes scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf einen Natursprung, für die anderen kommt ausschließlich eine Besamung infrage. Ein Stück weit hängt es von dem Standort des Hengstes ab. Sie möchten sicherlich nicht Hunderte von Kilometern mit Ihrer Stute fahren, nur weil Sie möchten, dass sie mittels Natursprung gedeckt wird. Zumal nicht alle Hengsthalter mit einem Natursprung einverstanden sind. 
  • Da sich Sonnenlicht und Beta-Karotin positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken, sollten Sie Ihre Stute so früh als möglich auf die Koppel lassen und ihr eine tägliche zusätzliche Ration Karotten anbieten.
  • Die Tupferprobe sollte etwa vier Wochen vor der ersten Bedeckung eingeplant werden. Diese Prozedur tut dem Tier nicht weh und Sie haben die Gewissheit, dass Ihre Stute keine krankhaften Keime im Gebärmuttermund hat. Die meisten Zuchtbetriebe, die im Natursprung decken lassen, bestehen auf die Tupferprobe seitens des Stutenbesitzers, da sich die eventuellen Keime auf den Hengst ausbreiten oder dieser weitere Stuten ansteckt. Die Tupferprobe dient zudem dem Zweck festzustellen, ob eine Trächtigkeit durch eventuelle Erreger verhindert werden würde.

Welcher Hengst soll es zum Decken sein?

  • Die Auswahl des Hengstes ist ein spannendes Thema. Nur, weil der Nachbar zufällig einen Hengst hat, sollte der nicht automatisch als Vater für das Fohlen ausgewählt werden. Der Charakter und der Körperbau spielen bei den Elterntieren entscheidende Rollen. Ist Ihre Stute nervös und "guckig", sollte der Hengst über ein ausgeglichenes Wesen verfügen. Allerdings dauert es etwa sieben Generationen, bis sich ein Charakterzug verfestigt, also gilt auch hier: Hören Sie auf den Rat eines erfahrenen Züchters. 
  • Körperbaulich werden Sie nicht umhin kommen, sich Söhne und Töchter des Hengstes anzuschauen, um zu sehen, was er vererbt. Vielleicht hat Ihre Stute ein körperliches Defizit, das könnte der Hengst dann ausgleichen, sodass sich der "Mangel" nicht auf das Fohlen überträgt. Allerdings ist es nicht einfach so, dass Ihre Stute etwa einen zu hohen Schweifansatz hat und Sie wählen einen Hengst mit einem zu tiefen Schweifansatz - so leicht ist das nicht. Das Fohlen hätte dann in diesem Fall entweder einen zu hohen oder einen zu tiefen Schweifansatz. Der Zuchtverband aus Ihrem Bundesland hilft übrigens gerne bei der Wahl des passenden Vererbers. Vielleicht schauen Sie sich bei den Anwärtern der Hengstleistungsprüfung mal genauer um, dort dürften Sie eventuell fündig werden und erfahren vielleicht einiges über den Charakter des Tieres.
  • Generell wird dazu geraten, Gleiches mit Gleichem zu paaren. Kreuzungen sind bei Pferden nicht unbedingt eine gute Sache. Somit sollten Sie auf jeden Fall nach einem rassegleichen Hengst Ausschau halten.

Stute decken - Generelles über den Zeitplan

  • Der Tierarzt wird in der Zeit, in der Sie Ihre Stute decken lassen möchten, häufig bei Ihnen vorbeischauen. Mittels Ultraschall oder einer manuellen Untersuchung kann er relativ genau den Zeitpunkt bestimmen, in dem die Stute aufnahmebereit ist. Steht die Stute auf dem Hof des Hengstes, kann sie allein durch die Anwesenheit quasi " animiert" werden und der Prozess beschleunigt sich. 
  • Wenn der Tierarzt bestätigt, dass der Eisprung gerade stattfand oder kurz bevorsteht, muss der Samen in die Stute, ob nun mittels Natursprung oder durch Besamung. Immerhin ist der Follikel nach dem Eisprung nur etwa sechs Stunden lang besamungsfähig.
  • Etwa am 18. Tag nach der Besamung kann Ihnen der Tierarzt sagen, ob es geklappt hat oder nicht. Falls Ihre Stute nicht aufgenommen hat, kann das ganze Prozedere gleich wieder losgehen, denn Ihre Stute wird in diesem Zeitraum wieder rossig.
  • Hat es geklappt, dauert die Trächtigkeit durchschnittlich elf Monate. Das sollten Sie für den Zeitpunkt des Deckens beachten. Denn wird Ihre Stute im März gedeckt, kommt das Fohlen im Februar schon zur Welt, also fast noch im Winter.

Bevor Sie zur Tat schreiten und Ihre Stute decken lassen, sollten Sie sich mit erfahrenen Züchtern und Ihrem Tierarzt ausgiebig unterhalten. Natürlich ist ein eigenes Fohlen schön, doch die finanzielle Belastung für Sie und der anschließende Nutzen des Tieres sollten nicht außer Acht gelassen werden. Einfach züchten, um das Tier dann in fremde Hände zu verkaufen, das wäre doch schade. 

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