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Barock: Malerei im Überblick

Die Barockmalerei beginnt im Jahre 1600 und endet ca. 1720. Künstler aus den Niederlanden, Italien, Frankreich und Spanien gaben der Barockmalerei dabei die wichtigsten Einflüsse. Erfahren Sie mehr über die bedeutendsten Künstler, die wichtigsten Bilder, die Hintergründe und frischen Sie nebenbei Ihr Wissen auf.

Die Barockmalerei ist lebhaft und farbenprächtig.
Die Barockmalerei ist lebhaft und farbenprächtig.

Allgemeines über die Kunst des Barocks

Die Barockmalerei ist lebhaft und farbenprächtig, illusionistisch, spannend und prunkvoll, sie zeichnen komplizierte Figurenstellungen aus, plastische Zierelemente, starke Schatten- und Lichtkontraste, Rubensfiguren, Nacktheit und geheimnisvolle Personen, die man bis heute noch nicht entschlüsselt hat. Mit Barock verbindet man Deckenmalereien in Schlössern und Kirchen, Goldverzierungen, Üppigkeit und Frivolität. Neue Techniken kamen in der Zeit auf und einige Künstler verdienten damals mit ihren Werken schon viel Geld. Der Begriff: „Brotlose Kunst“ stimmte für die Barockmalerei jedenfalls nicht so ganz.

Die bedeutendsten Barockmaler und deren Kunstwerke

  • Ein bedeutender Maler des Barocks war der Niederländer Jan Vermeer, geboren 1632. Wer die schöne Dame auf einem seiner wichtigsten Gemälde war, "Das Mädchen mit dem Perlenohrring", wurde nie entschlüsselt. Die Autorin Tracy Chevalier erweckte das geheimnisvolle Mädchen 2001 in ihrem Roman zum Leben. Ebenfalls der Filmregisseur Peter Weber, im Jahre 2003. Vermeer schuf dabei in seinem Leben nur 45 Werke, wovon man heute etwa 37 kennt. Er malte Historienbilder, später Stadtansichten und Genreszenen.
  • Der italienische, frühbarocke Künstler Michelangelo Merisi, der auch oftmals nur Caravaggio genannt wurde, erweckte "Amor als Sieger" zum Leben. Den dunklen, nackten Engel, der sinnbildlich den Sieg der Liebe über alles darstellt. Caravaggio, geboren 1571, arbeitete mit neuen Lichtverhältnissen in der Malerei. Kontrastreiche, spektakuläre Licht- und Schattenpartien und gebündelte Lichtstrahlen, auch Spots genannt, die noch bis ins 19. Jahrhundert für die Kunst prägend waren. Caravaggio bestach durch seine Frische und seinen Naturalismus und seine theatralische Note.
  • Neben Caravaggio gilt der Italiener Annibale Carracci, der Maler und Kupferstecker war, als wichtiger Mitgründer der italienischen Barockmalerei. Geboren ist Annibale im Jahre 1560. Eines seiner bekannten Werke ist unter anderem "Santa Maria della Carità". Annibale war dabei weniger bekannt. Er galt neben seinem Bruder Agostino Carracci als Mann von geringer Bildung, erlernte den Beruf des Schneiders und erst später die Malerei. Trotzden sind seine Werke an vielen Orten dieser Welt zu finden, darunter Wien, London, Paris und Dresden.
  • Sein Bruder, Agostino Carracci, geboren 1557, war erst Goldschmied, bevor er sich der Kunst widmete. Sein Werk war unter anderem "Die Kommunion des heiligen Hieronymus". Der Erfolg und Misserfolg zwischen beiden Brüdern führte oft zu Eifersucht. Annibale versuchte, seinen Bruder Agostino häufig von der Arbeit der Malerei abzubringen, damit dieser sich wieder der Kupferstecherei widmete. Letztendlich arbeiteten beide Brüder gemeinsam an den Fresken des Palazzo Farnese in Rom. Heute spricht man zusammenfassend auch von dem Carracci-Stil.
  • Peter Paul Rubens, geboren 1577 in Siegen, war sowohl Maler als auch Diplomat, der Frauen mit üppigeren Rundungen darstellte. Peter Paul Rubens setzte mit der Rubensfrau neue Schönheitsideale in der Mode. Seine bekannten Gemälde sind die "Ankunft der Maria de Medici in Marseille" und "Der Raub der Töchter des Leukippos" um 1618. Rubens schuf Hunderte Gemälde, die er schon damals hochpreisig verkaufte. Mythologische Symbolik und dramatische Darstellungen waren beliebter Bestandteil seiner Arbeit.
  • Der spanische Hof- und Porträtmaler Diego Velázquez, der 1599 geboren wurde, war einer der wichtigsten Künstler seiner Zeit. 1656 malte er das Ölbild "Las Meninas". Das Gemälde zeigt die Szene einer königlichen Familie. Das Bild repräsentiert Ruhm und Stolz und gibt vielen Kunstkennern ein Rätsel auf, da das Motiv untypisch für seine Zeit war. Velázquez war darüber hinaus für spätere Maler wie Pablo Picasso und Salvador Dali von Wichtigkeit. Diese nahmen sich den Maler als Vorbild.
  • Der Niederländer Rembrandt, geboren 1606, eröffnete 1625 in Leiden, in der Zeit des Goldenen Zeitalters, sein erstes Atelier, in welchem er Künstler ausbildete. 1642 schuf er "Die Nachtwache". Im 20. Jahrhundert fiel das Ölbild dreimal der Zerstörungswut zum Opfer. 1911 und 1975 stachen erst ein arbeitsloser Koch und dann ein arbeitsloser Lehrer auf das Bild ein. 1990 schüttete ein weiterer Täter Säure über das Bild. Seine Arbeiten trugen als Merkmal schwarzbraune Töne. Er schuf dabei 562 Werke in seinem Leben.
  • Ein Beispiel für den Barockklassizismus ist der französische, hochbarocke Künstler Nicolas Poussin. Poussin wurde 1594 in Rom geboren. Der Höhepunkt seiner Arbeit war das Werk "Vier Jahreszeiten". Poussin malte für private Zwecke und für Sammler mit Sinn für Ästhetik und Intellekt, während andere Künstler sich politisch oder religiös orientierten. Er malte mit allegorischem und mythologischem Inhalt. Auf religiöse Motive fixierte sich stattdessen Guido Reni, geboren 1575 in Italien. Seine Werke wurden eher von Oberflächlichkeit und Sentimentalität geprägt. Auch er führte ein sehr erfolgreiches Atelier.
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