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Rückkreuzung in der Biologie - Wissenswertes

Rückkreuzung in der Biologie - Wissenswertes 2:54
Video von Galina Schlundt2:54

Die Genetik gehört wahrscheinlich zu den spannendsten Gebieten, mit denen Sie sich in der Biologie beschäftigen können. Sie ist die Lehre, die sich mit der Weitergabe von Genen, unseren Erbanlagen also, an die Nachfahren beschäftigt. Eines der Verfahren, derer man sich in der Genetik bedient, um Aufschluss über die Erbanlagen zu bekommen, ist die Rückkreuzung.

Damit gehört die Vererbungslehre zu den Wissenschaftsgebieten der Biologie, die viele Menschen faszinieren. Denn die genetischen Merkmale eines Individuums bestimmen nicht nur das Aussehen, die Größe und die Tönung der Haut, sondern auch, ob jemand im Leben eher ängstlich reagiert oder unbekannte Aufgaben mutig angeht.

Das Verfahren der Rückkreuzung in der Biologie

  • Wer sich mit Genetik als Teilgebiet der Biologie beschäftigt, erfährt also damit ein wenig über die Gesetzmäßigkeiten, die dazu geführt haben, dass er die Person geworden ist, die er ist.
  • Eine Rückkreuzung gehört zu den wissenschaftlichen Verfahren, die aus den Mendelschen Gesetzen entwickelt wurden. Eine Rückkreuzung wird in der Genetik durchgeführt, um den Gesetzmäßigkeiten, unter denen Gene weitergegeben werden, durch eine praktische Beweisführung auf die Spur zu kommen.
  • Auch wenn der Name Rückkreuzung das zunächst vermuten lässt, geht es jedoch nicht darum, z. B. aus einem Hund wieder einen echten Wolf zu machen, sondern das Verfahren der Rückkreuzung dient dazu, die Reinheit der Erbanlagen eines Individuums zu überprüfen.
  • Eine Rückkreuzung ist also sozusagen eine Testkreuzung, die erlaubt, den Genotyp eines Individuums daraufhin zu testen, ob bestimmte Erbanlagen reinerbig oder mischerbig weitergegeben wurden.

Rückkreuzung in der praktischen Anwendung

  • Jedes Individuum erbt bestimmte durch Gene festgelegte Merkmale, wo bei ein Gen, durch das ein Merkmal weitergegeben wird, dominant oder rezessiv sein kann. Ein dominantes Gen setzt sich gegenüber einem rezessiven Gen durch und gibt seine Erbinformation weiter.
  • Jedes Gen, das ein Merkmal weitergibt, tut das durch zwei Allele. Dabei können in einem Gen zwei dominante Allele zusammenkommen, zwei rezessive oder ein dominantes und ein rezessives.
  • Dabei "gewinnt" das dominante Gen, die entsprechende Erbanlage wird also weitergegeben, wenn zwei dominante Allele vorliegen, aber auch, wenn ein dominantes und ein rezessives Gen gepaart sind. Dann kann man beim einzelnen Individuum zwar z. B. am Phänotyp erkennen, dass das dominante Merkmal vererbt wurde. Es ist aber nicht möglich, zu erkennen, welche von den oben genannten Genkombinationen hinter diesem Ergebnis steckt.
  • Die Vererbung durch zwei dominante Allele wird als homozygot oder reinerbig bezeichnet, wurde das Merkmal durch eine Paarung von einem dominanten Allel und einem rezessiven Allel weitergegeben, nennt man diese Vererbung in der Biologie mischerbig oder heterozygot.
  • Wenn man ergründen möchte, ob die Vererbung reinerbig oder mischerbig erfolgte, kann man das durch eine Rückkreuzung sicher feststellen.
  • Man braucht nur das zu untersuchende Individuum mit einem weiteren Individuum kreuzen, von dem man weiß, das das fragliche Merkmal bei ihm reinerbig rezessiv vorliegt, also das entsprechende Gen von zwei rezessiven Allelen besetzt ist.
  • Wenn also bei einer Pflanze Allel A dominant ist und rote Blüten hervorbringt und Allel b rezessiv ist und weiße Blüten vererbt, kann eine rote Blüte durch ein Gen erzeugt worden sein, das mit den Allelen AA oder Ab besetzt ist.
  • Kreuzt man nun diese Pflanze mit einer Pflanze, bei der dieses Gen mit den Allelen bb besetzt ist, können sich bei den Nachfahren nur ganz bestimmte Kombinationen ergeben: Ist die Pflanze reinerbig, mischen sich ihre AA-Allele mit den bb-Allelen zu Ab-Allelen, die Nachfahren werden also alle rot blühen. Ist sie mischerbig, können sich ihre Ab-Allele mit den bb-Allelen zu Ab-Allelen oder bb-Allelen mischen, etwa die Hälfte der nächsten Generation wird also rot blühen, die andere Hälfte weiß.
  • Falls die rot blühende Pflanze reinerbig war, wird man in der nächsten Generation dann zu 100 % rot blühende Nachkommen vorfinden. Im Fall, dass die rot blühende Pflanze mischerbig war, wird man in der nächsten Generation zu 50 % rot blühende und zu 50 % weiß blühende Erbsenpflanzen erhalten.


Anders ist es nur bei einem intermediären Erbgang, hier setzt sich nicht immer ein Allel durch, sondern alle Allele beeinflussen die Ausprägung des vererbten Merkmals. Hier kommt es also zu einer gemischten Merkmalsausprägung, deren innere Ausgestaltung leider nicht durch ein so klar durchschaubares Verfahren wie die Rückkreuzung ergründet werden kann.

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