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Olympische Spiele 1916 - Hintergründe zur Olympiade, die nie stattfand

Bereits 1916 sollten in einer deutschen Stadt olympische Spiele ausgetragen werden. Dass Berlin erst zwanzig Jahre später zum Austragungsort der friedlichen Auseinandersetzung der Völker wurde, hatte seinen Grund.

Bereits 1916 sollte in Berlin um Gold, Silber und Bronze gekämpft werden.
Bereits 1916 sollte in Berlin um Gold, Silber und Bronze gekämpft werden.

Die Olympischen Spiele von 1916 wurden nie abgesagt

Wenn Sie die Geschichte der Olympischen Spiele kennen, werden Sie bereits bei der Jahreszahl 1916 aufmerksam geworden sein. Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, die in Berlin ausgetragen wurden, fanden schließlich erst 1936 statt. Diese Jahreszahl wird Ihnen leider auch als ein historisches Datum bekannt geworden sein.

  • Mit der Ernennung Berlins zum Austragungsort der Olympischen Spiele 1916 sollte der sich bereits abzeichnende 1. Weltkrieg verhindert werden. Berlin bekam den Vorzug vor den Mitbewerbern Cleveland, Alexandria, Budapest, Brüssel und Amsterdam. Das Internationale Olympische Komitee hoffte durch diese Ehrung der deutschen Hauptstadt auf eine Änderung der allgemeinen Stimmungslage in Deutschland. Wie Sie aus dem Geschichtsunterricht wissen werden, ohne Erfolg.
  • Die Spiele fanden nicht statt. Da dieser Schlichtungsversuch fehlschlug und der 1. Weltkrieg ein friedliches Miteinander der Völker verhinderte. Da Deutschland fest damit rechnete, den Krieg noch vor den Olympischen Spielen 1916 für sich entscheiden zu können, kam es zu keiner Absage der Olympiade. Sie fiel kriegsbedingt aus. Die nächsten Spiele dieser Art fanden 1920 in Antwerpen statt, Deutschland wurde von dieser Olympiade ausgeschlossen.
  • Zwanzig Jahre später wurde Berlin doch noch zum Austragungsort der Olympiade, auch dieses Mal steht diese Jahreszahl in Verbindung mit einem Krieg, dem 2. Weltkrieg. Nur fanden die Spiele noch vor Ausbruch der kriegerischen Auseinandersetzung statt.

In der Geschichte werden Sie während einer Olympiade keine zeitgleichen kriegerischen Auseinandersetzungen finden können. Schon bei den ersten Veranstaltungen dieser Art wurde das Kräftemessen ausschließlich auf den Austragungsort der Spiele konzentriert. Kriege wurden für die Zeit der jeweiligen Olympiade ausgesetzt, oder angesetzte Spiele fanden, wie 1916, einfach nicht statt.

Die Neubauten wurden zu anderen Zwecken genutzt

Da der 1. Weltkrieg auch 1916 noch tobte, fielen die angesetzten Spiele aus. Jedoch konnten geneigte Besucher der neu errichteten Sportstätten dennoch sportliche Auseinandersetzungen beobachten.

  • Am 26. März 1916 wurde das Berliner Olympiastadion mit einer rein deutschen Sportveranstaltung eröffnet, den patriotischen Kampfspielen. Ohne es vielleicht zu wollen, kam der deutsche Kaiser hier dem olympischen Gedanken der Antike sehr nah. Der Handgranatenweitwurf oder der Hindernislauf mit Gepäck, um nur einige Beispiele zu nennen, erinnerten sehr an frühere Disziplinen.
  • Die Urform der Olympischen Spiel war nichts anderes als eine Ertüchtigung für kriegerische Auseinandersetzungen. Die damaligen Disziplinen wie beispielsweise der Faustkampf, der Waffenlauf und das Ringen machen dies überdeutlich.
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