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Maulbeerbaum - Geschichte und Pflege des Ziergehölzes

Einst kam der Maulbeerbaum zur Seidenzucht nach Europa. Heute dient der Baum mit seinen schmackhaften Früchten als Blickfang im Garten.

Die Früchte des Maulbeerbaums ähneln der Brombeere.
Die Früchte des Maulbeerbaums ähneln der Brombeere.

Die Herkunft des Maulbeerbaums

Der Baum mit der graubraunen Rinde stammt ursprünglich aus den gemäßigten bis subtropischen Gegenden der Nordhalbkugel. Im europäischen Raum kam die Pflanze früher nicht vor.

Vom Maulbeerbaum, der mit botanischem Namen als Morus bezeichnet wird, existieren 15 Arten. Drei davon sind inzwischen in Europa vorzufinden. Dies sind die weiße, die schwarze und rote Maulbeere. Die Verbreitung in Europa fand durch die Römer statt, die das Gewächs mitbrachten.

Hauptgrund für den Import der weißen Maulbeere nach Europa war die Seidenraupenzucht. Der Seidenwickler nistet sich gerne auf den Blättern der Pflanze ein, weswegen sie zu dessen Zucht genutzt wurde. Durch günstige Importe der Seide aus Südostasien verlor die Seidenherstellung an Bedeutung in Europa.

Die Früchte der drei in Europa vorkommenden Gattungen sind essbar. Zusätzlich zum Verzehr werden Säfte und Tees aus der Pflanze hergestellt. Die schwarze Frucht wird häufig zur Behandlung von Entzündungen im Hals- und Mundraum eingesetzt.

Tipps zum Pflanzen des Strauches

Junge Maulbeerbäume können Sie in Gartenfachmärkten oder Baumschulen erwerben. Wichtig bei der Auswahl ist der Zustand der Wurzelballen. Sind bräunliche Verfärbungen und Verkümmerungen der Wurzeln ersichtlich, sollten Sie eine andere Pflanze wählen.

Als Pflanzzeit ist der Herbst die beste Jahreszeit. Den Wurzelballen sollten Sie vor dem Einpflanzen in die Erde ausreichend wässern. Stellen Sie die Pflanze am besten in einen Kübel mit Wasser. Steigen keine Luftblasen aus den Wurzeln mehr auf, können Sie das Gewächs einpflanzen.

Das Pflanzloch für die Maulbeere sollte die doppelte Größe wie der Wurzelballen aufweisen. Wichtig ist ein lockerer, mit Sand vermengter Boden. Nach Einsetzen der Pflanze ist ein ausgiebiges Angießen erforderlich.

Maulbeerbäume können eine Höhe von bis zu 15 Metern erreichen. Beim Pflanzen ist daher unbedingt auf den Abstand zum Nachbargrundstück, dem eigenen Haus und anderen größeren Pflanzen zu achten. Als Richtwert sollte der Abstand zum nächsten Gebäude als Minimum die erwartete Wuchshöhe betragen.

Bei Kübelanpflanzung ist zu beachten, dass sich kein Torfgemisch in der Erde befindet. Der Kübel benötigt ein Loch zum Abfließen überschüssigen Gießwassers. Durch das schnelle Wachsen des Baumes sollte in den ersten Jahren jährlich umgetopft werden.

Den Baum pflegen

Wenn Sie ausreichend Platz haben, eignet sich der Maulbeerbaum als toller Blickfang sowohl im Garten als auch auf der Terrasse. Im Allgemeinen ist die Pflanze sehr robust.

Damit der Maulbeerbaum zahlreiche Früchte trägt, benötigt er viel Nährstoffe. Pflanzen in einem Gefäß benötigen einen Volldünger. Diesen gibt es in Stäbchen, Pulver oder flüssiger Form. Im Beet ist als Alternative zum Volldünger auch gut versetzter Kompost geeignet.

Neben Dünger ist ausreichend Wasser sehr wichtig. Im Sommer müssen Sie den Maulbeerbaum aufgrund seines hohen Wasserbedarfs ein- bis zweimal wöchentlich durchdringend wässern. Topfpflanzen vertragen etwas Wasser im Untersetzer. Im Winter sollte eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit auf einem niedrigen Stand gehalten werden.

Ein Schneiden der Pflanze ist nicht zwingend erforderlich. Um die typische Wuchsform zu erhalten, sollten Sie Äste und Zweige jedoch zurückschneiden. Den Baum können Sie bedenkenlos in Form schneiden, da Früchte sowohl an jungem als auch an altem Holz wachsen. Topfpflanzen sollten Sie regelmäßig umtopfen und die Wurzeln kürzen.

Der Maulbeerbaum ist bis zu -20 °C winterhart. Eine Überwinterung der Topfpflanzen im Haus sollte bei etwa fünf Grad erfolgen. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, in einem lockeren, durchlässigen und humusreichen Boden. Für Kübelpflanzen eignet sich auch die Garage oder der Keller als Winterquartier.

Im Freiland sind Maulbeerbäume äußerst schädlingsresistent. Topfpflanzen sind dagegen sehr anfällig für Spinnmilben. Der Befall entsteht meistens durch eine zu hohe und trockene Überwinterungstemperatur. Abhilfe schafft ein Abbrausen mit kalkfreiem Wasser. Insektizide basierend auf Rapsöl hilft ebenfalls gegen den Befall.

Der Maulbeerbaum in der Mythologie

In der Mythologie entstammt der schwarze Maulbeerbaum einer traurigen Liebesgeschichte. Diese handelt von einem Liebespaar, welches sich nur heimlich treffen konnte. Ähnlich wie bei Romeo und Julia sind die Eltern der beiden Liebenden Pyramus und Thisbe gegen eine Liaison.

Das Paar verabredete sich eines Abends heimlich an einem Maulbeerbaum, der weiße Früchte trug. Auf dem Weg zu diesem Treffpunkt griff ein Löwe Thisbe an. Thisbe floh und verlor dabei ihren Schal. Diesen zerriss der Löwe mit seinen blutigen Tatzen.

Pyramus fand den zerrissenen und blutigen Schal. Er nahm an, der Löwe habe Thisbe getötet. In seiner Trauer begeht er Selbstmord durch sein Schwert.

Als Thisbe zu dem Treffpunkt zurückkehrt und den toten Pyramus findet, tötet sie sich ebenfalls mit dem Schwert. Die Geschichte erzählt, dass das Blut der beiden Liebenden die weißen Früchte dunkelrot gefärbt hat. Seither dient die Geschichte dazu, Eltern zu warnen, sich nicht der Liebe ihrer Kinder in den Weg zu stellen.

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