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Kurze Fabeln richtig deuten - Hinweise

Kurze Fabeln sind beliebte Werke für den Deutschunterricht, denn ihnen wohnt immer eine tiefere Bedeutung inne. Doch wie lassen sich Fabeln richtig deuten?

Füchse in Fabeln symbolisieren schlaue Menschen.
Füchse in Fabeln symbolisieren schlaue Menschen. © Dieter / Pixelio

Fabeln sind meist kurze Geschichten, in denen menschliche Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen auf Tiere, Pflanzen oder Gegenstände übertragen werden. Dieser Umstand macht Fabeln zu einem beliebten Gegenstand im Unterricht: Das klassische literarische Mittel, einem Text einen tieferen Sinn einzubinden, zeigt sich nirgends sonst so deutlich. Fabeln bestehen in der Regel aus drei Teilen: der Ausgangssituation, dem Konflikt und der Lösung. Wie Sie diese drei Teile richtig deuten, lesen Sie hier.

Kurze Fabeln: Die Ausgangssituation verstehen

In der Ausgangssituation einer Fabel werden eigentlich immer die Akteure vorgestellt und verortet.

  1. Sehen Sie sich zunächst die Akteure genauer an. Als was sind sie dargestellt und was sind die typischen Eigenschaften des Tieres oder Gegenstandes, als das oder der sie dargestellt werden?
  2. Wenn also beispielsweise eine Schlange vorkommt, können Sie sich denken, dass ein hinterlistiger Mensch gemeinst ist. Ein Schaf kann für einen dummen Menschen stehen, eine Gans für einen geschwätzigen Menschen.
  3. Notieren Sie die menschlichen Eigenschaften, die Ihnen zu den Figuren einfallen - auf solche Menschen ist der Text dann nämlich auch bezogen.

Den Konflikt von Fabeln deuten

In jeder noch so kurzen Fabel gibt es einen Konflikt.

  • Eine der Figuren wird den Konflikt beginnen. Achten Sie darauf, wie das geschieht. Durch eine dumme Äußerung, eine Provokation? Hier zeigt sich der Charakter der Figur ganz deutlich.
  • Dann wird die andere Figur auf den begonnenen Konflikt reagieren. Auch hier ist wichtig, wie sie das tut. Klug und besonnen, sauer, entnervt oder überheblich? Jede Reaktion stellt eine menschliche Charaktereigenschaft dar.
  • Betrachten Sie also genau das Zusammenspiel der beiden Figuren im Konflikt und fragen Sie sich die ganze Zeit über, was der Autor damit sagen will: Will er die Unsinnigkeit mancher Streits herausstellen? Oder die Wichtigkeit von klärenden Gesprächen? Machen Sie sich auch diesbezüglich Notizen.

Die Auflösung der Fabel - darum geht es wirklich

Am Ende das Fabel steht auch das Ende des begonnenen Konfliktes.

  1. Hier ist es wichtig, dass Sie sich zunächst einmal vor Augen rufen, wie der Konflikt beendet wird: Wird er gelöst? Machen beide Seiten zu und gehen im Streit auseinander?
  2. Versuchen Sie wieder, das Ende des Konfliktes auf menschliche Verhaltensweisen zu übertragen: Was wird hier dargestellt - Sturheit, Kompromissbereitschaft, Hinterlist?
  3. Was sagen die Reaktionen der Akteure über den ihnen zugeschriebenen Charakter aus? Passen sie zu sich oder erkennt man neue Seiten, die man an ihnen nicht vermutet hätte?
  4. Gibt es am Schluss der Fabel einen Aha-Effekt oder hätte man als Leser mit genau diesem Ende gerechnet?

Versuchen Sie, die Aussage der Fabel als Sprichwort à la "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" zu formulieren. Ganz oft gelingt dies und Sie können zum Schluss Ihrer Deutung die Quintessenz der Fabel als aussagekräftigen Satz zusammenfassen.

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