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Gebetshäuser der Hindus - Informatives

In indischen Orten wie Benares, Cidambaram oder Puri, die für viele Hindus als besonders heilige Wallfahrtsorte gelten, findet man nahezu an jeder Ecke hinduistische Gebetshäuser. Obwohl es Touristen oftmals erlaubt ist, diese Tempel zu besichtigen, erfassen die wenigsten die genaue Funktion und Bedeutung der Tempel.

Manche Gebetshäuser der Hindus beherbergen zahllose Gottheiten.
Manche Gebetshäuser der Hindus beherbergen zahllose Gottheiten.

Die Bedeutung der Gebetshäuser im Hinduismus 

Die Gebetshäuser der Hindus stellen in Indien mehr oder weniger öffentliche Einrichtungen dar, an denen zu festgelegten Zeitpunkten bestimmte Rituale zur Verehrung der dort ansässigen Gottheit veranstaltet werden. Eines der wichtigsten und üblichsten Rituale ist die sogenannte Puja.

  • Im Zentrum der Puja steht eine rituelle Gabe an die jeweilige Gottheit, durch welche man quasi als Gegenleistung ihren Segen erhält. Üblicherweise reicht man der Gottheit ein Opfer in Form einer Speisen dar und verzehrt selbst anschließend die auf diese Weise geheiligten "Überreste", welche Prasad genannt werden.
  • Beachten Sie, dass die Statue oder das Symbol der Gottheit, welches in einem Tempel zu sehen ist, nicht mit dem Gott oder der Göttin selbst verwechselt werden darf. Vielmehr muss die Gottheit durch die Anwendung bestimmter ritueller Techniken wie dem Singen von Mantren herbeigerufen werden, um sich in dem jeweiligen Bildnis niederzulassen.
  • Die Puja wird in den verschiedenen Tempeln von religiösen Spezialisten (Brahmanen oder Pujaris) durchgeführt, welche unterschiedliche Ränge bekleiden. Der Ablauf unterscheidet sich jedoch grundlegend vom christlichen Gottesdienst und beinhaltet keine religiösen Vorträgen, sondern zielt eher auf die emotionale und sinnliche Erfahrung.

Bezüge zur sozialen Differenzierung der Hindus

  • Neben der Darreichung von Speisen, werden bei einer Puja in der Regel noch weitere Zeremonien zur Verehrung der Gottheit abgehalten. Dazu zählen etwa die rituelle Reinigung, die Darreichung von Wasser, das Anzünden von Räucherstäbchen und das Umkreisen des Bildnisses mit einer Kerzenflamme. 
  • Auch wenn der Zugang zu den meisten Tempeln heutzutage meist allen Hindus inklusive der sogenannten Unberührbaren möglich ist, stehen die hinduistischen Gebetshäuser und Gottheiten sowie die jeweiligen Gaben, die ihnen dargereicht werden, manchmal noch in enger Beziehung zur sozialen Differenzierung bzw. zum sogenannten Kastensystem in Indien.
  • Während die Mitglieder "höherer" Kasten sich in der Regel etwa auf die Verehrungen der großen Gottheiten des hinduistischen Pantheons wie Shiva und Vishnu konzentrieren, werden in den Tempeln der "niederen" Kasten meist regionale und nicht selten Furcht einflößende und oftmals weibliche Gottheiten verehrt.

Als Reisender sollten Sie grundsätzlich beachten, dass Touristen der Zugang nicht bei allen Tempeln gestattet ist. Außerdem ist es üblich, die Schuhe vor dem Betreten des Gebäudes auszuziehen und beim Verlassen eine Opferspende in Form von einigen Rupien dazulassen. Orientieren Sie sich am besten am Verhalten der einheimischen Tempelbesucher, um bei einer Besichtigung nicht unangenehm aufzufallen.

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