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Feldmaus gefunden - was nun?

Gerade, wenn man etwas außerhalb wohnt, passiert es schnell, dass man eine kleine Feldmaus, ein Nest oder eine ausgewachsene Maus findet. Wenn man einige spezielle Dinge weiß, handelt man richtig, wenn man eine Feldmaus gefunden hat.

Eine Feldmaus findet man nicht allzu oft, dennoch sind bei der Pflege einige Dinge zu beachten.
Eine Feldmaus findet man nicht allzu oft, dennoch sind bei der Pflege einige Dinge zu beachten.

Was Sie benötigen:

  • eine Wärmequelle - z.B. eine Wärmflasche, ein Körnerkissen eine Rotlichtlampe oder zur Not eine Flasche mit warmem Wasser
  • Küchenrolle oder Toilettenpapier (unparfümiert)
  • Stoff zum Unterlegen, wenn möglich Fleece
  • Transportbox, Käfig, oder anderen Behälter, aus die Maus nicht herausfallen kann.
  • Futter- und Wassernäpfe
  • Fencheltee (aus dem Supermarkt)
  • heißes Wasser (zum Anrühren)
  • Katzenaufzuchtmilch (Zoohandel), Heilnahrung (Drogeriemarkt) oder zehnprozentige Kondensmilch (keinesfalls Kaffeesahne, Kuhmilch oder Flüssigmilch für erwachsene Katzen!!)
  • kleine Einwegspritzen oder Pipetten (Tierarzt, Apotheke)
  • Sauger (Tierarzt)
  • Frischfutter
  • Haferflocken
  • Babybrei
  • Handschuhe

Haben Sie eine ausgewachsene Feldmaus oder ein Mäusebaby gefunden? So oder so: Kontaktieren Sie sofort einen Tierarzt. Beschreiben Sie den Zustand der Maus oder fahren Sie wenn möglich direkt in der Praxis vorbei.

Was tun, wenn Sie eine junge Feldmaus gefunden haben?

Es ist unmöglich, die Aufzucht einer Maus hier im Detail zu beschreiben. Im Folgenden finden Sie ein paar Punkte und Faustregeln. Für alles Weitere fragen Sie bitte den Tierarzt oder informieren sich in einem Mäuseforum.

  • Zuerst ist zu beachten, dass ein Mäusenest ohne Mutter nicht automatisch bedeutet, dass die Babys verlassen worden sind. Sie sollten daher noch 2-6 Stunden warten, bevor Sie etwas unternehmen, außer wenn die Babys extrem kraftlos wirken oder piepsend umherlaufen und selbst auf die Suche nach Futter gehen - greifen Sie dann bitte sofort ein.
  • Ist die Maus erst bei Ihnen zu Hause, schaffen Sie ihr ein warmes Zuhause. Hierfür eignet sich ein Käfig, eine Transportbox oder eine Kiste mit guter Luftzufuhr. Polstern Sie diese mit Tüchern und bieten Sie dem Mäusebaby eine Wärmequelle (Wärmflasche, Kirschkernkissen). Im Notfall tut es auch Rotlicht, hier herrscht allerdings Austrocknungsgefahr!
  • Versorgen Sie die Maus mit Flüssigkeit. Hierfür eignet sich lauwarmer Fencheltee. Die Maus wird erst festere Nahrung aufnehmen, wenn sie nicht mehr dehydriert ist.
  • Als 'Futter' rühren Sie Katzenaufzuchtmilch oder Heilnahrung mit Wasser oder Fencheltee an. Über die genaue Mischung informieren Sie sich beim Tierarzt. Informieren Sie sich beim Tierarzt ebenfalls über Blähungen bei Tierbabys und was Sie dagegen tun können.
  • Achten Sie beim Füttern darauf, dass das Tier warm bleibt. Passen Sie bitte auf, dass die Feldmaus sich nicht verschluckt, keine Flüssigkeit ins Näschen läuft und die Nahrung handrückenwarm bleibt. Rühren Sie für jede Fütterung frischen Brei an.
  • Nach der Fütterung müssen Sie das Bäuchlein  und den Genitalbereich der Maus vorsichtig massieren. Fragen Sie den Tierarzt danach.
  • Alle zwei bis drei Stunden müssen Sie das Tier füttern - auch nachts und zwar so lange, bis die Maus kräftig ist und eigenständig frisst!

Erwachsene Feldmaus gefunden

  • Finden Sie eine ausgewachsene, verletzte Feldmaus, seien Sie erstmal vorsichtig: Nehmen Sie die Maus am besten mit einem Tuch oder Handschuhen auf, um eventuelle Bisse zu vermeiden. Rechnen Sie mit Gegenwehr der Maus, damit Sie sich nicht erschrecken und sie fallen lassen. 
  • Es ist ratsam,die Maus zu Hause gesund zu pflegen. Mit Medikation vom Tierarzt und geeignetem Mäusefutter - am besten möglichst naturgetreu - (Gräser, Getreide, Klee, aber auch Obst und Gemüse) sollte es der kleinen Maus bald besser gehen.
  • Was die Unterbringung angeht, bieten Sie der Maus einen Käfig (z.B. im Tierheim leihen), den Sie weich mit Zeitungspapier (Achtung: Druckerschwärze ist okay, Tinte nicht) oder Küchenrolle auslegen. Eine Versteckmöglichkeit (Häuschen oder umgedrehter, aufgeschnittener Schuhkarton) wäre ideal. Feldmäuse sind quirlig und werfen gern Wassernäpfe um. Eine Nippeltränke und ein 'Ersatznapf' wie oben beschrieben wäre ideal.
  • Ganz wichtig: Gewöhnen Sie das Tier nicht an menschliche Gesellschaft! Hantieren Sie nicht im Käfig, tragen Sie bestenfalls sogar Handschuhe. Diese schützen Sie auch vor eventuellen Bissen.
  • Sobald die Maus fit ist, verteilen Sie das Futter im Käfig, damit sie sich wieder an die Situation draußen gewöhnt. Wenn die Maus gesund ist, wird es Zeit, Abschied zu nehmen. Seien Sie bitte nicht radikal, sondern  geben Sie der Maus erstmal noch die Möglichkeit, sich bei Ihnen Futter zu holen, zum Beispiel, indem Sie den Käfig geöffnet auf der Veranda stehen lassen und Futter nachfüllen, solange sie sich noch was abholt.

Die Feldmaus ist gesund- was nun?

Eine schwere Entscheidung. Generell gilt: Eine Feldmaus ist ein Wildtier und will nicht in Gefangenschaft leben.

  • Haben Sie die Maus selbst aufgezogen, ist das allerdings etwas ganz Anderes: Sie konnte nicht von ihrer Mutter sozialisiert werden und würde sich draußen nicht zurecht finden! Sprechen Sie in solchen Fällen mit Tierarzt, Tierheim oder einem Mäuseforum im Internet über eine mögliche Integration mit Farbmäusen. Achtung: Kaufen Sie nicht einfach eine Farbmaus und setzen sie dazu, das könnte tödlich enden. Für die Integration von Mäusen gibt es spezielle Regeln, über die Sie sich besser bei Experten informieren. Genrell gilt: Böckchen sind schwieriger zu integrieren als Weibchen.
  • Haben Sie die Maus gefunden, als sie schon erwachsen und selbstständig war - lassen Sie das Tier wie oben beschrieben frei! So schwer es einem fällt, das liebgewonnene Tier sich selbst zu überlassen, so wichtig ist es für das Wohlbefinden der Feldmaus. Wohnen Sie in der Nähe eines, Feldes, bringen Sie das Tier dorthin. Auch sonst wählen Sie eine ruhige Gegend ohne Verkehr.
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