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Clown-Phobie - was ist dran?

Clowns sind lustig, unterhalten und verbreiten Spaß. Viele Menschen haben Freude am Schabernack der bunt geschminkten Unterhaltungskünstler. Ausnahmen sind Menschen mit einer Clown-Phobie. Diese Angst hat ihre Ursache in unangenehmen Erfahrungen in Ihrer Kindheit oder Filmen, die Sie gesehen haben. Sie wird mit einer gestuften Konfrontation behandelt.

Nicht jeder mag ein Clownsgesicht.
Nicht jeder mag ein Clownsgesicht.

Die Clown-Phobie wird wissenschaftliche als Coulrophobie bezeichnet. Der Begriff stammt aus der griechischen Sprache. "Coulro" kommt von "kōlo" und bedeutet "Körperteil oder Körperglied".  Ein auffälliges Körperteil ist bei Clowns das stark geschminkte Gesicht. Eine Phobie - vom griechischen Wort "phobos" - ist eine Angststörung. Haben Sie vor klar definierten Sachen Angst, so handelt es sich um Phobien. Neben sehr bekannten Ängsten, wie der Hundephobie oder der Spinnenphobie, gibt es ebenso Furchtgefühle vor ungewöhnlichen Dingen oder Personen, wie Clowns. Symptome sind Ängste und Furcht beim Anblick eines Clowns. Ebenso kann sich die Phobie als Unbehagen, Unruhe oder Herzrasen äußern. Es besteht der Wunsch, nicht mit den Spaßmachern konfrontiert zu werden. Nicht nur anwesende Clowns, sondern auch Bilder und Figuren können bei einer Phobie Ängste auslösen.

Woher die Abneigung gegen Clowns kommt

Finden Sie einen Clown lustig oder gruselig? Das extrovertierte Verhalten der Künstler und ihre gespielte Lustigkeit schrecken viele Menschen ab. Betroffene der Coulrophobie können über das Verhalten eines Clowns nicht lachen: Sie meiden die Komiker.

  • In einer englischen Studie an der University of Sheffield untersuchten Wissenschaftler 2008 was Kinder über Clowns denken. Im örtlichen Krankenhaus hingen Bilder mit den lustigen geschminkten Gesichtern, die Freude bei den jungen Patienten verbreiten sollten. 
  • Die Kinder waren zwischen 4 und 16 Jahren alt und beantworteten Fragen darüber, wie sie die Bilder finden. Sie bezeichneten die Bilder mehrheitlich als angsteinflößend und unheimlich. 
  • Die Forscher schlussfolgerten, dass Kinder Angst vor Clowns empfinden, weil diese vom Bekannten und Gewohnten abweichen. Das geschminkte Gesicht, die übertriebenen Emotionen und die fehlende "normale" Mimik ist für die kleinen Patienten ungewohnt. Das, was Kinder nicht kennen, macht ihnen schnell Angst. Dies trifft gerade beim Kontakt mit fremden Menschen zu.
  • Ähnlich ist es beim "Fremdeln". Dies beobachten Sie bei Kindern beginnend ab der Mitte des ersten Lebensjahres. Die Kleinen können Personen in diesem Alter besser voneinander unterscheiden und sich gezielter bewegen. Dass Mädchen und Jungen in dieser Phase Angst vor Fremden zeigen - als Fremdeln bekannt - ist ein natürlicher Schutzmechanismus. Er bewahrt die Kinder davor, sich zu weit von den Eltern zu entfernen und potentiellen Gefahren zu nähern.
  • In späteren Lebensjahren gewöhnen sich Kinder daran, mit fremden Menschen in Kontakt zu stehen. Ein Clown ist aber noch fremdartiger als ein unbekannter Mensch. Er unterscheidet sich durch das geschminkte Gesicht wesentlich vom Aussehen anderer Personen. 
  • Kinder beobachten Menschen genau. Dass selbst Babys emotionale Gesichtsausdrücke erkennen, ist in der Forschung gut bekannt. Sie deuten ein Gesicht als fröhlich, traurig, ängstlich oder wütend und verhalten sich dementsprechend. Bei einem stark überschminkten Gesicht ist das nicht möglich. Kinder merken, dass die Fröhlichkeit des Clowns nur gespielt ist. Sie können nicht deuten, ob ihr Gegenüber wirklich freundlich ist und erleben daraufhin Angst. 

Bei Kindern ist diese Phobie nicht ungewöhnlich. Die meisten Kinder fürchten sich vor Unbekanntem und Menschen, deren Verhalten sie nicht deuten können. Die Phobie kommt bei Erwachsenen seltener vor.

Die Clown-Phobie bei Erwachsenen

Die kindliche Angst vor einem Clown verliert sich mit dem Erwachsenwerden. Analog fürchten sich einige Kinder vor dem Weihnachtsmann, weil auch dieser verkleidet ist. Bei Erwachsenen findet man diese Furcht ebenso selten wie die Clown-Phobie. 

  • Selbst nach der Kindheit bleibt das Bedürfnis, die wahren Emotionen des Gegenübers zu kennen. Das gekünstelte, freundliche Erscheinungsbild macht daher nicht nur Kindern Angst. 
  • Clowns weichen mit ihrem Schabernack von sozialen Normen ab. An diesen Normen orientieren Sie sich im Alltag. Eine dieser Normen ist es beispielsweise, zu Fremden mindestens einen Meter Abstand zu halten. Wird dies nicht beachtet, fühlen Sie sich unwohl.
  • Die Clowns überschreiten solche Grenzen, nähern sich anderen, sprechen Menschen an. Dieses Überschreiten der sozialen Normen erscheint manchen witzig, anderen bereitet es Angst.
  • Traumatische Erlebnisse können die Angst verstärken. Empfanden Sie als Kind Furcht vor den Spaßmachern und mussten dennoch im Zirkus oder bei anderen Gelegenheiten Clowns „ertragen“, die Ihnen nahe gekommen sind, verstärkt sich die Abneigung.
  • Eine wichtige Rolle gegenüber Clowns spielt die Erwartungshaltung. Sie wissen, dass der Spaßmacher Sie zum Lachen bringen will. Was ist, wenn Sie in diesem Moment nicht lachen können oder wollen? Eine unangenehme Situation entsteht. Wer in sozialen Situationen oft Unsicherheiten erlebt, kann deswegen eine Phobie entwickeln.
  • Weil die Maske des Clowns es erlaubt, sich zu verstecken, erhalten die Spaßmacher in Filmen nicht nur lustige Rollen. Der Joker in "Batman" oder der Clown in Stephen Kings "Es" sind Schreckgestalten, die Menschen nicht bespaßen, sondern ihnen schaden. Diese Horrorfilme können bei ängstlichen Zuschauern eine Phobie auslösen.

Wann eine Therapie gegen die Clown-Angst sinnvoll ist

  • Dass Kinder Angst oder eine Phobie vor Clowns haben, ist normal. Diese wird mit dem zunehmenden Alter schwächer. Am einfachsten ist es, Ihr Kind in diesem Fall nicht mit Clowns zu konfrontieren.
  • Sind Erwachsene betroffen, ist das Vermeiden genauso sinnvoll. Im Gegensatz zu anderen Phobien - vor Hunden, Spinnen oder Höhe - lassen sich Clowns leicht meiden, weil sie im Alltag keine bedeutende Rolle spielen.
  • Fühlen Sie sich durch die Clown-Phobie deutlich eingeschränkt, sollten Sie sich an einen Psychotherapeuten wenden. Er kann mit Ihnen die Ursachen der Angst suchen und eine stufenweise Konfrontation, beziehungsweise eine schrittweise Gewöhnung an Clowns durchführen.

Die Angst vor Clowns ist also meistens harmlos. Kinder fürchten sich vor Unbekanntem und dazu zählen die Spaßmacher. Für Erwachsene ist das Überschreiten sozialer Normen ein Auslöser des Unbehagens. Bei starker Panik hilft eine Therapie.

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