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Blaue Lupinen - Aussaat & Pflege

Blaue Lupinen werden bevorzugt im Ackerbau eingesetzt. Es spricht nichts dagegen, die robusten Pflanzen auch im heimischen Garten anzubauen.

Die Blaue Lupine hat hübsche Blüten und essbare Samen.
Die Blaue Lupine hat hübsche Blüten und essbare Samen.

Blaue Lupinen - Steckbrief

Im Gegensatz zu den meist im Garten verwendeten Stauden der Untergattung Lupinus Platycarpos (Wats.) Kurl gehört die ein- bis zweijährige Blaue Lupine zu einer weiteren Untergattung. Man nutzt sie vorwiegend im Ackerbau.

Wissenswertes über die Blaue Lupine
Wissenschaftlicher Name Lupinus angustifolius L.
Weiterer Name Schmalblättrige Lupine
Pflanzenfamilie Hülsenfrüchtler
Gattung Lupinus
Untergattung Lupinus A.Eulupinus Aschers. et Graebn
Wuchshöhe 40 bis 80 Zentimeter
Blattform

wechselständig,

beidseitig behaart,

fünf- bis siebenfach handförmig eingeschnitten

Blütenstände

endständige Trauben,

Schmetterlingsblüten auf kurzen Stielen

Blütezeit Mai bis August
Samenbildung

dicht behaarte, gerade Hülsen mit vier bis sieben Samen

Ernte August/September

Verwendung und Anbau

Bis 1997 zählten lediglich die Gelbe Lupine und Weiße Lupine zu den Süßlupinen. In der Landwirtschaft setzt man sie als Gründüngung und Futtermittel ein. Im Jahr 1997 gelang die Züchtung einer bitterstoff- und alkaloidarmen Blauen Lupine. Nun zählt auch sie zu den Süßlupinen und wird entsprechend in der Landwirtschaft genutzt.

Die Blaue Lupine mag leichte und mittlere Böden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6,8. Höher oder niedriger sollte der pH-Wert nicht sein. Die Pflanzen benötigen viel Licht. An sonnigen Standorten gedeihen sie am besten.

Möchten Sie die Blaue Lupine selbst anbauen, säen Sie die Samen im März oder im April aus. Achten Sie auf eine Saattiefe von zwei bis drei Zentimetern und einen Reihenabstand zwischen 12 und 30 Zentimeter. Rechnen Sie etwa 120 Samen pro Quadratmeter. Um Austrocknen und Absterben der Keimlinge zu vermeiden, wässern Sie nach der Aussaat regelmäßig.

Blaue Lupinen haben einen hohen Wasserbedarf, den sie durch sehr tief reichendes Wurzelwerk stillen. Die Blauen Lupinen sind gegen Frost unempfindlich und vertragen Temperaturen bis zu minus vier Grad Celsius.

Dünger müssen Sie nicht geben, da die Pflanze auch auf natürliche Art und Weise äußerst gut gedeiht. In Symbiose mit Wurzelknöllchenbakterien lebend, bindet die ein- bis zweijährige Pflanze viel Stickstoff. Sie können Sie deshalb roden und auch im Garten zur Bodenverbesserung einsetzen.

Pilzerkrankungen an Lupinen

Die Anthraknose an Lupinen ist eine gefürchtete Pilzerkrankung. Ihre Auswirkungen führen von Ertragsminderung bis hin zum Absterben des gesamten Bestandes.

Befallsstadium Sympthome
Saatgut keine
Jungpflanze

relativ unauffällig,

Einschnürung der Blattstiele,

Herabhängen der Blätter,

bei feuchter Witterung: Absterben der Pflanzen

Vor und während der Blüte

verdrehte Stängel,

Abknicken der Stiele,

welkende Blätter,

Flecken mit braunem Rand und orange farbenem Zentrum ("Brennflecken")

Hülsen

Brennflecken,

verkrümmte, deformierte Hülsen,

geringeres Ertragspotential

 

In der Landwirtschaft dürfen chemische Mittel zur Vermeidung und Bekämpfung der Anthraknose eingesetzt werden, die für den Privatanbau nicht zugelassen sind. Es wird deshalb allgemein geraten, nur zertifiziertes Saatgut zu verwenden um das Befallsrisiko zu mindern.

Ist die Blaue Lupine essbar?

Im Gegensatz zu den Samen der giftigen Staudenlupinen können Sie die der Süßlupine verzehren. Der Begriff Süßlupine suggeriert, dass die bitterstoffarmen Samen süßlich schmecken. Ihr Aroma ist jedoch eher leicht nussig.

Lupinensamen sind nicht nur genießbar, sondern auch gesund. Ihr Eiweißgehalt reicht an den der Sojabohne heran, ihr Fettgehalt ist mit vier bis sieben Prozent jedoch viel geringer. Sie sind reich an ungesättigten Fettsäuren und enthalten essentielle Aminosäuren und viele Mineralstoffe.

Produkte aus den Samen der Blauen Lupine etablieren sich sehr zögerlich am Markt. Lediglich in gut sortierten Reformhäusern erhalten Sie Lupinenmehl. Da Lupinensamen glutenfrei sind, ist das Mehl eine Alternative für Personen, die an Zöliakie leiden. Im Zuge der Low-Carb-Ernährung können Sie zudem eiweißreiches Brot kaufen, welches Lupinenschrot enthält.

Als Allergiker sind Sie bei Lupinensamen und deren Endprodukten leider nicht auf der sicheren Seite. Die Hoffnung, dass auf Lupinen weniger Personen allergisch reagieren als auf Soja, hat sich nicht erfüllt. Besonders gefährdet scheinen Menschen mit Erdnussallergie zu sein.

Die Blüte der Blauen Lupine reicht nicht an die Pracht der Staudenlupine heran. Ihre Rolle im Gartenbau ist deshalb eher die der Nutzpflanze als der Zierpflanze. Dennoch vereint die Süßlupine mehrere Vorteile: Sie ist robust, die Samen sind essbar und für eine Nutzpflanze ist sie überdurchschnittlich attraktiv.

 

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