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Wie alt wird ein Rotkehlchen?

Die kleinen Gesellen mit ihrer roten Brust sind gern gesehene Gäste am Futterhäuschen. Nun mag man glauben, es ist jeden Winter das gleiche Rotkehlchen, welches sich dort einfindet. Ist das möglich? Wie alt werden die kleinen Vögel wirklich?

Rotkehlchen im Winter
Rotkehlchen im Winter

Rotkehlchen (Erithacus rubecula) gehören zu den häufigen Singvögeln, sind weit verbreitet und dank ihres roten Brustgefieders auch leicht als solche zu erkennen. In Großbritannien gelten sie als Nationalvogel. Wie alt sie werden, kann sehr verschieden sein.

Rotkehlchen - Lebensweise

  • Der bevorzugte Lebensraum eines Rotkehlchens ist geprägt durch dichtes Unterholz. Sie errichten ihre Nester gerne bodennah in Kletterpflanzen, unter Wurzeln, in Baumhöhlen aber auch in Nistkästen mit offener Vorderseite und selbst in liegengebliebenen Büchsen.
  • Die Paarung beginnt bereits im Dezember. Zwei Bruten pro Jahr von April bis Juli sind möglich. Dabei legt das Weibchen fünf oder sechs Eier. Bereits nach drei Wochen sind die Jungen flügge.
  • Um auf die oben erwähnte Frage zurückzukommen: Kann es in zwei aufeinanderfolgenden Jahren das gleiche Rotkehlchen sein? Ja, denn einige wenige Vögel werden mehr als ein Jahr alt. Gleichzeitig verteidigen die Vögel ihr Revier hartnäckig. Damit sichern sie sich den Brutraum und vor allem ihre Futterquelle. Da auch der Gesang zur Revierverteidigung eingesetzt wird, sind die freundlichen Gesellen auch im Winter zu hören. 
  • Als Nahrung dienen dem Rotkehlchen hauptsächlich Spinnen, Insekten, kleine Schnecken und Würmer. Oft ist es hüpfend auf dem Boden bei der Nahrungssuche zu beobachten. Im Herbst und zeitigen Frühjahr ergänzen Früchte und Beeren den Speisezettel. 
  • Rotkehlchen, die im Norden Europas brüten, ziehen im Winter oft in Regionen Mittel- oder Südeuropas. Es sind dennoch keine ausgeprägten Zugvögel, denn je nach Region bleiben sie auch das ganze Jahr am gleichen Ort.

Die Vögel werden im Durchschnitt ein Jahr alt - oft noch weniger

  • Wenn die Jungen nach etwa 14 Tagen Brutdauer schlüpfen, sind sie zunächst sehr hilflos. Sie kommen blind auf die Welt und werden von der Mutter weitere sechs Tage mit dem eigenen Gefieder gewärmt. Erst nach sieben Tagen öffnen sich die Augen und die Jungvögel werden direkt gefüttert. 
  • Die kleinen Rotkehlchen haben viele Feinde. Das können Marder, Füchse und auch Waschbeeren sein. Diese haben sich in den letzten Jahren so stark vermehrt, dass sie einen bedeutenden Einfluss auf unsere Vogelbestände erlangen. 
  • Der große Verlust bei den Jungvögelen drückt das Durchschnittsalter der Tiere auf ungefähr ein Jahr. Wenn die kleinen Gesellen dieses Jahr jedoch überlebt haben, ist bei ihnen ein Alter von zwei oder drei Jahren möglich. Unter den beringten Tieren wurde sogar ein 17 Jahre altes Rotkehlchen gefunden.
  • Daher ist es möglich, dass sich im Winter am Futterhäuschen wieder Ihr Rotkehlchen einfindet. In der Realität ist das jedoch sehr selten. In den meisten Fällen ist es jeden Winter ein anderes Tier, dafür aber nicht weniger liebenswert.
  • In Gefangenschaft, also geschützt vor Fressfeinden und unwirtlicher Witterung, wird ein Rotkehlchen mehrere Jahre alt. Das setzt natürlich eine artgerechte Unterbringung und Pflege voraus. In früheren Jahrhunderten wurden sie oft in enge Käfige gesperrt. Hier fristeten sie ein trauriges Dasein.
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