Was Sie benötigen:
  • viel Geduld
  • Einfühlungsvermögen

Warum macht ein Kind ins Bett?

  • Wenn Ihr Kind nachts noch nie über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr trocken war, sprechen die Mediziner von primärer Enuresis. Diese ist meist genetisch bedingt und wird vererbt. Die Ursache für eine solche Blasenschwäche kann sehr unterschiedlich sein.

  • Tritt das Einnässen auf, obwohl das Kind schon trocken war, spricht man von sekundärer Enuresis. Hierbei können psychische Belastungen (z.B. Trennung der Eltern, Umzug, Geburt eines Geschwisterkindes) eine große Rolle spielen.

Zeigen Sie Verständnis für Ihr Kind

  • Egal um welche Form es sich handelt, Sie können davon ausgehen, dass kein Kind gern und freiwillig ins Bett macht. Die meisten Kinder empfinden es als peinlich und beschämend, wenn sie im Nassen aufwachen.

  • Schimpfen Sie nicht, sondern zeigen Sie viel Verständnis, spenden Sie Trost und erklären Sie Ihrem Kind, dass es mit dieser Situation nicht allein ist. Erzählen Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter, dass viele Kinder nachts nicht merken, dass sie zur Toilette müssen, dass aber kaum jemand über dieses Problem spricht.

  • Gehen Sie zumindest innerhalb der Familie offen mit dem Thema um, um z.B. Hänseleien durch Geschwister vorzubeugen.

  • Ermutigen Sie Ihr Kind, gemeinsam gegen das Bettnässen anzugehen, damit es bald nachts unbekümmert schlafen kann.

Was Sie zu Hause tun können, wenn Ihr Kind wieder ins Bett macht

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind tagsüber ausreichend trinkt. Abends sollte die Trinkmenge etwas reduziert werden.

  • Schicken Sie das Kind direkt vor dem Schlafengehen nocheinmal zur Toilette, damit die Blase richtig geleert wird.

  • Lassen sie Ihr Kind durchschlafen. Nächtliches Wecken, um es erneut zur Toilette zu schicken, stört den den kindlichen Schlafrhythmus extrem und bringt in den seltensten Fällen Erfolg.

  • Geben Sie Ihrem Kind stattdessen Windeln für die Nacht. Kinder, die nachts schon länger trocken waren, lehnen dies möglicherweise zuerst ab. Weisen Sie auf die Vorteile von Windeln hin. Spezielle Höschenwindeln auch für größere Kinder können als Unterhosen für die Nacht deklariert werden.

  • Weigert sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter strikt, Windeln zu tragen, legen Sie eine wasserdichte Unterlage ins Bett.

  • Das Kind kann auch tagsüber beim Wasserlassen den Schließmuskel seiner Blase trainieren, indem es den Urinstrahl zwischendurch bewusst ein- oder zweimal stoppt.

  • Bei vielen Kindern kann ein Belohnungssystem als Motivationshilfe dienen, selbst an dem Probelm zu arbeiten. Nehmen Sie hierfür einen Kalender und malen nach jeder trockenen Nacht z.B. eine Sonne und bei jeder Nacht mit nasser Windel oder nassem Bett etwa eine Wolke hinein. Je nachdem, wie häufig Ihr Kind bisher einnässt, könnte es dann für eine, drei, fünf oder mehr Sonnen hintereinander eine kleine Belohnung geben.

Der Gang zum Arzt um die Ursachen des Bettnässens zu erforschen

  • Zusätzlich sollten Sie den Kinderarzt oder einen Urologen aufsuchen. Dieser wird z.B. einen Ultraschall der Nieren und Harnwege machen und den Urin untersuchen, um eventuelle organische Ursachen der Enuresis oder eine Blasenentzündung auszuschließen.

  • Führen Sie schon einige Tage vor dem Arztbesuch ein Protokoll über die Trinkmenge und die Häufigkeit des Wasserlassens Ihres Kindes. Sie können auch den Urin in einem Becher auffangen und so die Menge bestimmen und morgens die nasse Windel wiegen. All diese Angaben helfen dem Arzt dabei, die richtige Diagnose zu erstellen und die beste Therapie gegen die Blasenschwäche Ihres Kindes zu finden.

  • Beziehen Sie das Kind bei der Entscheidung über die Therapieform mit ein.
    Es gibt verschiedene Medikamente zur Behandlung. Ist es bereit solche über einen längeren Zeitraum zu nehmen? Lohnt ein Versuch mit der Klingelmatte oder Klingelhose? (Der Einsatz dieser sollte gut überlegt sein, da z.B. häufig die ganze Familie aufwacht, wenn das Signal der Klingelmatte anschlägt.)

  • Wenn Ihr Kind nachts schon trocken war und nun häufiger einnässt, könnte auch ein Besuch beim Kinderpsychologen helfen. Dieser kann herausfinden, was das Kind eventuell belastet. Durch eine geeignete Therapie könnten innere Spannungen und Konflikte beim Kind gelöst werden und somit auch das Bettnässen quasi von selbst aufhören.

  • Zeigen Sie Ihrem Kind gegenüber auch bei ärztlichen Behandlungen Einfühlungsvermögen und beweisen Sie Geduld beim Therapieverlauf. Es kann durchaus ein bis zwei Jahre dauern bis die Behandlung erfolgreich abgeschlossen werden kann.