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Was sind Rocailles und wofür nutzt man sie? - Erklärung

Rocailles sind handgezogene Glasperlen. Es gibt aber auch sehr viele andere Begriffe für diese sanft schimmernden Perlen, die nicht zufällig an Perlmutt erinnern.

Rocailles erinnern an schimmerndes Perlmutt.
Rocailles erinnern an schimmerndes Perlmutt.

Mit dem Begriff Rocaille können auch die typischen asymmetrischen Dekorelemente gemeint sein, die im Rokoko aufkamen und sehr oft als Stuckornamente ausgeführt wurden.

Geschichte des Begriffs Rocailles

  • Die Form dieser Rocailles erinnert an Schnecken und Muscheln, wie sie im Felsgestein der Küsten vorkommen. Im Rokoko wurden die Gärten gern mit Steingärten dekoriert, bei denen die Felsen mit Muscheln verziert wurden.
  • Im Französischen bedeutet "Rocaille" Felsgeröll und die Bezeichnung wurde zunächst auf diese Steingärten übertragen und von da auf das Dekorornament. Vermutlich hängt die heutige Bezeichnung "Rocaille" für perlmuttartig schimmernde Perlen mit dieser Tradition zusammen.

Was Rocailles genau sind

Rocailles sind Glasperlen, die aus bis zu 30 Meter langen, aber nur wenige Millimeter dicken Glasstangen hergestellt werden, die aus Soda, Pottasche und Quarzsand durch Schmelzen und Ziehen gewonnen wurden. Diese Glasstangen werden der Länge nach mit einem Loch durchbohrt und dann in dünne Scheiben mit einem Durchmesser von einem bis etwa acht Millimetern geschnitten. Diese Scheibchen haben zunächst noch sehr scharfe Kanten - schließlich bestehen sie aus Glas. Die Kanten werden gerundet, indem die Perlen mit Kalksteinen in eine rotierende Trommel gegeben und erhitzt werden. Dabei werden die Perlen weich und durch die Berührung mit den Kalksteinen werden die Kanten gebrochen.

  • Besonders qualitätvolle Rocailles sind oft aus Tschechien, wo das böhmische Glashandwerk eine lange Tradition hat. Aber auch in Asien werden Rocailles in vielen Farben und Größen hergestellt.
  • Für Rocailles sind regional verschieden ganz unterschiedliche Begriffe üblich - sie sind oft auch unter dem Namen Stickperlen, Saatperlen, Indianerperlen oder Seedbeads im Angebot.
  • Ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Rocailles ist die gleichmäßige Größe der einzelnen Perlen und die einheitliche Größe des Loches, durch das die Perlen aufgefädelt werden.

Rocailles verarbeiten

  • Die kleinen Glasperlen können Sie auf ganz unterschiedliche Weise verarbeiteten. Mit einer sehr dünnen Nadel und dünnem Garn können Sie sie auffädeln und sowohl zum Sticken als auch zum Weben verwenden. So können Sie mit den Rocailles Textilien verzieren, aber auch Schmuck wie Armbänder oder bandförmige Ringe anfertigen.
  • Sogar beim Stricken mit dünnem Garn kann man die Perlen verwenden, wenn man sie zuvor auf das Strickgarn auffädelt.
  • Natürlich können Sie die Rocailles auch einfach zu Perlenschnüren verarbeiten.
  • Eine andere Möglichkeit: Sie können die Perlen mit einer Pinzette dicht bei dicht in einen Wachsgrund eindrücken und auf diese Weise zum Beispiel wertvoll aussehende Dekor-Ostereier oder Weihnachtsschmuck herstellen.
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