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Was ist ein Metrum im Gedicht? - Eine Definition

Die lyrische Form der Literatur, also Gedichte und alles, was man darunter zählen kann, weist durch eine exakte Rhythmik Unterschiede zu den anderen Textsorten auf. Um ein Metrum im Gedicht zu erkennen, ist ein bestimmtes Maß an Wissen um Aufbau und Gestaltungsform von Lyrik notwendig, das über Verse und Reime hinausgeht.

Das Untersuchen des Metrums bereitet den Gedichtvortrag vor.
Das Untersuchen des Metrums bereitet den Gedichtvortrag vor.

Der allgemeine Aufbau von Lyrik

  • Ein Gedicht erkennen Sie typischerweise an Reimen. Hier handelt es sich um ähnlich klingende Wörter, die am Zeilenende stehen. Eine Zeile im Gedicht nennt man Vers. Mehrere Verse lassen sich zu einer Strophe zusammenfassen. Das wird Ihnen formal durch einen Absatz und inhaltlich durch einen neuen Gedanken deutlich gemacht. 
  • Ausschlaggebend für das Erkennen des Metrums im Gedicht sind die Silben in einem Vers. Sie müssen in einem Wort die Silbengrenzen herausfinden.
  • Metrum bedeutet so viel wie Versmaß. Es gibt Ihnen die Rhythmik und die Stimmung des Gedichts wieder. Weiterhin erkennen Sie als Leser, wie Sie das lyrische Werk vortragen sollten, um den Inhalt mit den richtigen Betonungen wiederzugeben.

Wie ein Metrum zu erkennen ist

Auf einer Silbe eines Wortes im Gedicht kann ein Versfuß liegen, das heißt, Sie müssen diese Silbe betonen. Solche Versfüße verteilen sich gleichmäßig auf die gesamte Zeile einer Strophe. Sie müssen demnach zuerst herausfinden, welche Silbe eines Wortes betont ist.

  1. Klatschen Sie dazu erst einmal die Silben eines Wortes und sprechen Sie das Wort anschließend laut und deutlich, aber nicht übertrieben, aus. Versuchen Sie die Betonung zu ändern, indem Sie einmal die erste Silbe betonen und später eine andere. Falsche Betonungen hören Sie heraus. 
  2. Haben Sie die Betonung eines Wortes ermittelt, überprüfen Sie, ob sich nun auf jeder zweiten oder dritten folgenden Silbe eine Betonung befindet. Dabei gehen Sie wie eben beschrieben mit jedem einzelnen Wort vor.
  3. Setzen Sie über jede Silbe, bei der Sie die Betonung herausgehört haben, ein kleines Häkchen. So haben Sie am Ende einen besseren Überblick und können das Metrum im Gedicht schnell benennen.

Vier Arten von Metren im Gedicht

  • Der Jambus ist der am häufigsten vorkommende Versfuß. Er beginnt mit einer unbetonten Silbe und setzt sich mit einem Wechsel von je einer betonten und einer unbetonten fort.
  • Ist die erste Silbe betont und wechseln sich dann unbetonte mit betonten ab, handelt es sich um einen Trochäus.
  • Beginnt das Gedicht mit einer betonten Silbe und folgen zwei unbetonte, an die sich wieder eine betonte und zwei unbetonte anschließen, haben Sie einen Daktylus vor sich.
  • Sprechen Sie gleich zu Anfang zwei unbetonte und dann erst eine betonte Silbe, wissen Sie, dass es ein Anapäst ist.
  • Da Jambus und Anapäst eine ansteigende Betonung haben, wird in solchen Gedichten eine heitere Stimmung vermittelt. Bei Trochäus und Daktylus ist diese eher traurig oder nachdenklich, was der absteigenden Betonung zugrunde liegt.

Jedes Gedicht hat nach diesen Festlegungen einen eigenen Rhythmus. Oft bleibt das Metrum im ganzen Gedicht gleich. Aber es gibt auch Lyrik, bei der sich das Versmaß von Strophe zu Strophe oder selten auch von Zeile zu Zeile ändert.

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