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Staatsstreich unter Napoleon - Der Umsturz und seine Folgen

Im November 1799 gelang es Napoleon Bonaparte nach mehreren gescheiterten Versuchen, mit einem Staatsstreich die Macht in Frankreich zu übernehmen. Dieser Eingriff Napoleons hatte gravierende Auswirkungen auf das Land. Einige der damals umgesetzten Veränderungen finden Sie noch heute in Frankreich.

Napoleon war der mächtigste Mann in Frankreich.
Napoleon war der mächtigste Mann in Frankreich.

Der Staatsstreich von Napoleon Bonaparte

Das heutige Zilvilrecht von Frankreich geht auf Napoleon zurück. Er schuf die Grundlagen für die zentrale Notenbank, baute den Pariser Triumphbogen und führte das metrische System ein. Ohne den Staatsstreich wäre es wohl nie zu diesen Veränderungen gekommen.

  • Im Jahr 1799, am 9. November, übernahm General Napoleon Bonaparte die Macht in Frankreich. Mit einem Staatsstreich wurde er zur mächtigsten Person des Landes.
  • Begünstigt wurde die Machtübernahme durch die wirtschaftliche Not und die militärischen Niederlagen Frankreichs. Das gesamte französische Volk war gezeichnet und pochte auf eine Veränderung des Systems. Es gab vor allem in Paris und anderen großen Städten bürgerliche Unruhen.
  • Die Proteste rührten von den Folgen der Französischen Revolution her. Die Menschen demonstrierten, kämpften und destabilisierten das bisherige System. Dies machte Napoleon sich zunutze und entwickelte eine intelligenten Strategie zur Machtübernahme.
  • Ein wichtiger Punkt, der zu großer Unzufriedenheit führte, war, dass das Direktorium das Höchstpreisgesetz aufgehoben hatte. Die Preise stiegen durch die Aufhebung erheblich. Dadurch konnten sich vor allem ärmere Menschen die elementaren Dinge, wie Essen und Kleidung, kaum noch leisten.
  • Napoleon galt schon zuvor als Visionär und viele Franzosen sahen in ihm eine Art Retter der Nation. Die meisten Bürger waren sich sicher, dass er die Revolution zu einem erfolgreichen Ende führen könne. Napoleon war nicht ohne Grund zum General ernannt worden. Er erfreute sich aufgrund seiner militärischen Erfolge großer Beliebtheit und erntete Bewunderung.
  • Napoleon kam von seinem Feldzug in Ägypten zurück nach Frankreich. Im Detail handelte es sich dabei um eine militärisch-wissenschaftliche Unternehmung, die von 1798 bis 1801 ging. Nach der Rückkehr feierten die Menschen ihn als Volksheld, auch wenn der Feldzug nicht erfolgreich war. 
  • Nach den Feierlichkeiten bereitete Napoleon gemeinsam mit Abbé Sièyes die Machtübernahme vor. Sièyes hatte zuvor bereits eine mächtige Position im Direktorium inne. Bei der Machtübernahme spielte auch Napoleons Bruder Lucien Bonaparte eine Rolle. Er wurde zum Präsidenten des Fünfhunderter-Rates gewählt.
  • Am 10. November stimmte der Rat der Fünfhundert einer von Napoleon gewünschten Verfassungsänderung nicht zu. Lucien Bonaparte ließ den Widerstand der Abgeordneten durch seine Truppen brechen und räumte den Saal. Unter dem Druck der Militärdiktatur, stimmte der größte Teil der Abgeordneten dennoch der Verfassungsänderung zu. Die anderen Abgeordneten wurden als Jakobiner beschuldigt und verhaftet.

Die Folgen des Umsturzes

  • Durch die Machtübernahme besaß das Konsulat, bestehend aus dem ersten Konsul Napoleon, Abbé Sièyes und Roger Ducot, die Macht in Frankreich. Durch den Staatsstreich waren die Herrschaft des Direktoriums und die Französische Revolution beendet. 
  • Napoleon wurde dank der neuen Verfassung vom 25. Dezember 1799 als erster Konsul für ganze 10 Jahre gewählt und besaß alle Vollmachten in Frankreich. Die Gesetzesinitiative lag bei ihm, er ernannte alle Minister und alle anderen hohen Beamten des Staates. Er ließ eine Volksabstimmung beschönigen, sodass die Mehrheit der Bürger offiziell der neuen Verfassung zugestimmt hatten.
  • Napoleon stellte die Ordnung in den Unruhegebieten wieder her und ließ verschiedene Reformen durchführen. Zu diesen gehörte der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Zentralisierung der Verwaltung und die Sanierung der Staatsfinanzen.
  • Bonaparte bekämpfte seine politische Opposition und versuchte die Royalisten und die ehemaligen Anhänger der Jakobiner in den neuen Staat zu integrieren. Viele Änderungen, die durch den Staatsstreich des 18. Brumaire VIII (französischer Revolutionskalender) in Frankreich durchgeführt wurden, haben noch bis heute Bestand. Diese sind unübersehbar, wenn man sich mit den Strukturen im heutigen Frankreich befasst.

Der Staatsstreich unter Napoleon war eine starke Änderung der Machtverhältnisse und wurde durch die Französische Revolution sehr begünstigt. Napoleon konnte die unzufriedene Lage des Landes für seine Zwecke ausnutzen und wurde zum mächtigsten Mann im Land. Aus diesem Grund werden Sie und die meisten Menschen seinen Namen kennen.

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