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Schwer erziehbar - so kann Erziehung wieder gelingen

Wenn ein Kind "schwer erziehbar" ist, dann kann dies für die Eltern eine echte Herausforderung bedeuten. Dabei gibt es viele Dinge, die Sie tun können, um Ihrem Kind dabei zu helfen, wieder zu einer normalen Entwicklung zu finden. Und damit tun Sie nicht nur sich, sondern vor allem Ihrem Kind, einen Gefallen.

Erziehungsprobleme sind häufig zu beheben.
Erziehungsprobleme sind häufig zu beheben. © Holger Fröhlich / Pixelio

Was "schwer erziehbar" überhaupt bedeutet

  • "Schwer erziehbar" ist ein Begriff, der alles und nichts heißen kann. Es gibt keine bestimmten Kriterien, die aussagen, dass ein Kind "schwer erziehbar" wäre.
  • Es kann sein, dass eine körperliche oder seelische Behinderung vorliegt und dazu führt, dass die Erziehung im Alltag sehr schwierig ist und für die Eltern zu einer Herausforderung wird. Auch kann es sein, dass in der Vergangenheit gravierende Fehler von den Eltern in der Erziehung gemacht wurden und das Kind deshalb nun schwer erziehbar ist.
  • Wenn ein Kind "schwer erziehbar" ist, bedeutet dies, dass es Probleme mit seiner Selbstwahrnehmung hat - oder Probleme damit, seine Umwelt angemessen wahrzunehmen. Auch ist das Kind häufig überhaupt nicht in der Lage, sich angemessen zu verhalten. Es weiß es also einfach nicht besser.
  • Am Anfang ist kein Kind "schwer erziehbar". Sofern keine körperliche Erkrankung vorliegt, ist das Verhalten des Kindes ein Resultat der Umwelteinflüsse, die es bisher erlebt hat - also auch der bisherigen Erziehung.
  • "Schwer erziehbar" ist nicht gleichzusetzen mit Hyperaktivität. Es ist die einfachste, aber längst nicht immer die zutreffende Erklärung für das Verhalten des Kindes.

Wie Sie dem Kind helfen können

  • Ihr Kind braucht liebevolle Erziehung. Weder ist das Fehlen von Erziehung noch übermäßige Strenge gesund und dazu geeignet, Ihr Problem zu lösen. Sie sollten nicht nur Ihr Kind, sondern auch sich selbst als Kern des Problems begreifen. Denn in aller Regel können Kinder nichts für ihr eigenes Verhalten. Kinder sind nicht schuld.
  • Niemand kommt als perfekte Eltern auf die Welt. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und erkennen Sie das, was Sie in der Erziehung noch verbessern können.
  • Versuchen Sie einmal, sich selbst von außen zu betrachten. Und stellen Sie sich die Frage, ob Sie tatsächlich alles richtig machen. Gift in der Erziehung sind inkonsequentes Verhalten, psychische und körperliche Gewalt und Erniedrigung sowie das Fehlen von Grenzen und Regeln.
  • Zuerst können Sie sich in Erziehungsfragen fortbilden - zum Beispiel durch das Lesen entsprechender Ratgeberbücher. Sehr empfehlenswert und nachgewiesenermaßen wirksam ist das Erziehungskonzept "Triple P".
  • In jeder größeren Stadt gibt es eine Erziehungsberatungsstelle. Dort besteht Schweigepflicht - Sie brauchen keine Angst haben, dass am Ende das Jugendamt davon erfährt, wenn Sie dort von Ihren Problemen erzählen. Dort sollten Sie einen Gesprächstermin vereinbaren. Sie können dort mit Menschen sprechen, die Ihre Probleme vermutlich jeden Tag hören - und Antworten auf Ihre Fragen haben.
  • Wenn Sie die Probleme mit Ihrem Kind mit Ihren eigenen Möglichkeiten nicht in den Griff bekommen, sollten Sie sich nicht scheuen, auch Hilfe beim Jugendamt zu suchen. Dort will man Ihnen Ihr Kind nicht wegnehmen, sondern Ihnen helfen, Ihrem Kind zu helfen. Eine Wegnahme des Kindes ist nur die allerletzte Möglichkeit. Weil es unheimlich teuer ist und damit nur eine akute Kindeswohlgefährdung beseitigt werden soll. Bis es dazu kommt, muss sehr viel passieren.
  • Das Jugendamt kann Sie am besten beraten und mit Ihnen entscheiden, welche der möglichen Hilfen Ihnen und Ihrem Kind tatsächlich helfen können. Dort kann man auch beurteilen, ob erzieherische Defizite oder eine Erkrankung vorliegen.
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