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Persönlichkeitsstile - Definition und Merkmale

Jeder Mensch hat einen individuellen Charakter. Die Persönlichkeitsmerkmale sind bei jedem anders ausgeprägt. Wenn Eigenschaften bei Ihnen in sehr hohem oder geringem Maße vorhanden sind, liegt ein Persönlichkeitsstil vor. Dies zeigt, dass Sie in den Merkmalen deutlich vom Durchschnitt abweichen.

Persönlichkeiten sind so individuell wie das Aussehen.
Persönlichkeiten sind so individuell wie das Aussehen.

Die Art und Weise, wie Sie sich in einer Situation verhalten, hängt von den konkreten Umständen ab. Sie gehen natürlicherweise mit fremden Menschen anders um als mit Bekannten oder Freunden. Je nachdem, wie diese Ihnen begegnen, reagieren Sie wiederum anders. Neben äußeren Bedingungen, ist auch die Persönlichkeit entscheidend. Diese setzt sich aus vielen Merkmalen zusammen. Wer schüchtern ist, verhält sich in Gesellschaft Fremder anders, als ein extrovertierter und geselliger Mensch. Beide Aspekte - die konkrete Situation bzw. das Verhalten anderer und die jeweiligen Persönlichkeitsmerkmale - beeinflussen das eigene Verhalten. Letztere bleiben über längere Zeit stabil. Wer schüchtern ist, legt diese Eigenschaft nicht oder nur nach langer Zeit und langsam ab.

Persönlichkeitsmerkmale und Persönlichkeitsstile

Es gibt zahlreiche Persönlichkeitsmerkmale. So kann jemand neugierig, gewissenhaft, ängstlich, begeisterungsfähig oder gutmütig sein. Bei jedem Menschen sind diese Merkmale verschieden ausgeprägt. Es können mehrere Persönlichkeitsstile gleichzeitig bestehen. Das macht unsere Einzigartigkeit aus.

  • In der psychologischen Forschung werden Merkmale mit Skalen und Fragebögen gemessen. Diese bestehen aus Items (Fragen oder angesprochene Situationen), bei denen Sie angeben müssen, wie Sie sich in einer bestimmten Weise verhalten.
  • Ein Item könnte lauten "Ich lerne gern andere Menschen kennen". Die Antwortmöglichkeiten können von "nie", über "fast nie", "selten", "manchmal", bis hin zu "häufig", "fast immer" und "immer" reichen. Wer bei dieser Aussage "fast immer" angibt und bei ähnlichen Items in der gleichen Weise antwortet, ist sehr gesellig.
  • Die meisten Persönlichkeitsmerkmale sind nicht stark ausgeprägt. D.h., dass bei Items viele mit "selten", "manchmal" oder "häufig" antworten, also den mittleren Kategorien. Die Extremkategorien ("nie", "fast nie", "fast immer" und "immer") werden seltener benannt.
  • Extreme Ausprägungen von Persönlichkeitsmerkmalen sind eine Ausnahme. Viele Menschen sind manchmal schüchtern, aber kaum jemand ist extrem schüchtern und traut sich nie, andere anzusprechen.

Was ist ein Persönlichkeitsstil? Sind Charaktermerkmale, Denk- oder Verhaltensweisen extrem ausgeprägt, dann gilt dies als Persönlichkeitsstil. Dazu kommt, dass eine Person diese Merkmale in jeder Situation einsetzt.

Die verschiedenen Persönlichkeitsstile

Welche Persönlichkeiten gibt es? Forscher orientieren sich an den Persönlichkeitsstörungen. Sie gehen davon aus, dass ein Persönlichkeitsstil ähnliche Merkmale wie eine Störung hat, dass diese aber nicht so stark ausgeprägt sind. Wichtig ist, dass der Betroffene nicht darunter leidet. Persönlichkeitsstile sind die weniger ausgeprägte Form einer Persönlichkeitsstörung.

  • Beim ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstil sind Betroffene besorgt oder angespannt. Das Selbstwertgefühl ist geringer als bei anderen Menschen und es besteht die Sorge, Kritik von andern zu bekommen. Wer einen solchen Stil hat, ist schüchtern, zurückhaltend und nicht gesellig. Er sucht nur dann den Kontakt zu anderen, wenn er sicher ist, dass diese ihn mögen. Dennoch kann sich die Person bewusst vornehmen, Kontakte zu knüpfen und auf andere zugehen. Es fällt dem Betroffenen nur schwerer als anderen.
  • Wer einen abhängigen Persönlichkeitsstil hat, der trifft Entscheidungen ungern allein. Diese Personen fragen andere um Rat, sind sich unsicher und geben schnell nach. Hier besteht die Befürchtung, alleine nicht für sich sorgen zu können. Im Laufe des Lebens kann der Betroffene selbstsicherer werden und mehr Verantwortung für sich übernehmen.
  • Bei einem sorgfältigen Persönlichkeitsstil beschäftigen sich Betroffene gern mit Regeln. Sie machen Listen und Pläne und halten sich exakt an diese. Wenn Sie gewissenhaft sind, ordentlich und ungern Aufgaben delegieren, kann dieser Stil auf Sie zutreffen. Wer ungern delegiert, neigt dazu, sich zu viel vorzunehmen. Das kann dazu führen, dass Betroffene gezwungenermaßen Aufgaben abgeben, weil sie nicht alles schaffen.
  • Anders ist es bei Histrionikern. Diese fallen gern auf. Sie wollen viel Aufmerksamkeit und geben sich Mühe, attraktiv zu erscheinen. Meist sind Personen mit diesem Stil auffällig und wollen aus der Masse herausstechen. Merken Histrioniker, dass dieses Verhalten bei anderen nicht gut ankommt, können sie lernen, sich angepasster zu verhalten.
  • Es gibt noch weitere Persönlichkeitsstile, wie den emotional-instabilen Stil (starke Stimmungsschwankungen, Angst vor dem Verlassenwerden) sowie den selbstsicheren oder narzisstischen Stil (sehr von sich überzeugt, sehr zielstrebig). 

Die verschiedenen Persönlichkeitsstile sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich deutlich vom Durchschnitt abheben und auffallen. Im Gegensatz zu einer Persönlichkeitsstörung leiden die Betroffenen aber nicht darunter. Ein Persönlichkeitsstil ist eine Verhaltensneigung, die ungewöhnlich ausgeprägt ist. Bei einer Persönlichkeitsstörung hat der Betroffene hingegen deutliche Probleme im Alltag, eckt bei anderen an, findet schwer Freunde oder erlebt Ablehnung wegen der Persönlichkeitsstörung. Bei einem Stil ist die Besonderheit im Verhalten nicht extrem ausgeprägt, sodass diese Probleme nicht entstehen.

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