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Nikolausfeier - Ideen für die Grundschule

Die Legenden um Nikolaus von Myra sind so umfangreich, dass er bis zum heutigen Tage einer der bekanntesten Heiligen der westlichen und östlichen Kirchen ist. Gefeiert wird der Namenstag jährlich am 06.12., obwohl vielen Bürgern nur noch ein kleiner Teil der Legenden bekannt ist, wie z. B. dass er drei goldene Nüsse durch einen Schornstein geworfen haben soll, damit die drei Töchter des Hauses nicht mehr der Prostitution nachgehen mussten. Doch wenn man sich näher mit der Geschichte um Nikolaus von Myra beschäftigt, lassen sich durchaus weitere Ideen finden, diesen Namenstag interessant zu gestalten.

Geschenke versüßen den Nikolaustag.
Geschenke versüßen den Nikolaustag.

So könnten Sie eine Nikolausfeier gestalten 

Gestalten Sie eine Nikolausfeier unter neuen Gesichtspunkten, indem Sie über die Gestalt und seine Legenden recherchieren (s.u.) und bereiten Sie die Nikolausfeier langfristig vor. Stellen Sie den Kindern kindgerecht den Zeitgeist um 280 bis 360 vor.

  • Erarbeiten Sie, in welchem Konflikt Nikolaus gelebt haben könnte: Als protegierter Geistlicher einer reichen Familie, zwischen erlernten Glauben, persönlicher Herzlichkeit und mutigem Auftreten die Not der Menschen lindern zu wollen.
  • Übertragen Sie diese Kenntnisse in die heutige Zeit. Greifen Sie Konfliktsituationen auf, die eine Akzeptanz erfordern, z. B. das muslemische Kinde betet kniend auf dem Teppich, das christliche Kind auf der Bank - beide sind in ihren Traditionen und Glaubensrichtungen zu akzeptieren.
  • Durchleuchten Sie Streitigkeit auf der menschlichen Ebene: z.B. Diebstahl - Falschheit usw. Entfalten Sie gemeinsam Ideen, mit solchen "Streitigkeiten" konstruktiv umzugehen unter Berücksichtigung zu tollerierender Glaubensrichtung.
  • Kreieren Sie Rollenspiele zum Thema "Menschlichkeit", "Akzeptieren", "Anders sein", "Helfen". Malen Sie Bilder, erfinden Sie eine "moderne Nikolausgeschichte".
  • Laden Sie die Eltern der Grundschulkinder zu einer "neuen Nikolaus-Geschichte" ein, auf der die Kinder das in die heutige Zeit übersetzte den Eltern vortragen können.

Mit neuen Ideen in die Nikolausfeier

Legenden um Nikolaus von Myra, seinen sie dem heilig gesprochenen oder dem nachfolgenden Bischof zuzuordnen, sind beeindruckend. Machen Sie sich mit den Nikolaus-Legenden bekannt. Gestalten Sie mit den Kindern neue Rollenspiele:

  • Es heißt z.B., Nikolaus habe drei unschuldig Verurteilte vor dem Tode bewahrt und später, die Zeugen dieser Tat, die ebenfalls verurteilt wurden, dadurch aus dem Kerker befreit, indem er dem Kaiser drohend im Traum erschien.
  • Eine Legende berichtet von der Mitgiftgabe an einen verarmten Mann, der seine Töchter zur Prostitution hätte schicken müssen. Nikolaus warf drei Goldnüsse durch den Schornstein in das Haus des Mannes und bewahrte die Töchter so vor dem Schicksal.
  • Seeleute berichten, ihnen habe Nikolaus von Myra aus der Sturmnot geholfen. Deshalb gilt Nikolaus als Schutzpatron der Seefahrer.
  • Die Kornbeschaffung, erzählt von einer großen Hungersnot, in der Nikolaus von Myra dafür sorgte, dass Seeleute gegen den Befehl einen Teil der Kornfracht den Armen übergaben, ohne vom Kaiser bestraft zu werden.
  • Viele Legenden, wie z. B. die, um die Göttin Diana oder die Bestrafung des Christen zeigen auf, welche erziehungstechnischen Maßnahmen Legenden enthalten und in welchem Verhältnis sich Mitmenschlichkeit, subjektiver Glaube und Machtposition entfalten.
  • Klären Sie mit den Kindern auf dieser Grundlage, was Legenden sind, welche wesentlichen Wahrheiten sie weiter tragen.
  • Kreieren Sie mit den Kindern neue Symbole für jede Legende. Lassen Sie die Kinder diese neuen Symbole malen oder gestalten.
  • Verschenken Sie in der Nikolausfeier diese Symbole mit passenden Wünschen an die Eltern.

Die Nikolausfeier ist immer am 06. Dezember

  • Für Kinder steht eine Nikolausfeier in Verbindung mit Geschenken, um die Großzügigkeit des Bischofs von Myra zu demonstrieren. Obwohl sich viele Legenden um den Hl. Nikolaus ranken, ist Kindern kaum noch etwas zu seiner Geschichte bekannt. Nikolaus wurde als Sohn reicher Eltern um 278 in der antiken Stadt Patara (ehem. Landfläche Lykien), an der heute türkischen Mittelmeerküste geboren. Er soll am 06.12., um 350 / 360 verstorben sein.
  • Lykien gehörte dem römischen, später byzantinischen Reich an. Heute nennt sich der Ort Myra "Demre", das etwa 100 km südwestlich der Stadt Antalya liegt. Zu Nikolaus Lebzeiten, im 4. Jahrhundert, war Myra ein Bischofssitz. Den Überlieferungen zufolge wurde er von seinem Onkel, der ebenfalls Nikolaus, Bischof von Myra hieß, mit 19 Jahren zum Priester geweiht, um als Abt das Kloster Sion, bei Myra zu leiten.
  • Überlieferungen der Bischöfe Basilius von Caesarea und Ambrosius von Mailand zufolge habe Nicolaus sein väterliches Erbe unter den Armen verteilt. Aus theologisch-politischen Gründen soll Nikolaus von Myra seinen Glaubens-Widersacher, den Presbyter (Ältester/Priester) Arius auf dem ersten Konzil in Nicäa (bei Konstantinopel, heute Instanbul), geohrfeigt haben.
  • Dieses Konzil (325), von Kaiser Konstantin I. einberufen, sollte den Streit zwischen Arius Aussagen zum Wesen Jesus (keine Wesensgleichheit zu Gott - Jesu sei Geschöpf Gottvaters) und der vorherrschenden Meinung, Jesus sei "göttlich", beilegen. Die Unterschriftenliste dieses Konzils ist jedoch unvollständig, ohne Hinweis auf den Namen Nikolaus von Myra. 
  • Nikolaus dokumentiert in seiner gehobenen Position zwei menschliche Seiten: die mitmenschlich-helfende sowie die theologisch-politische Streitbarkeit. Aus der Historie geht hervor, dass nicht alle Legenden einzig auf den heiliggesprochenen Nikolaus zurück zu führen sind, sondern sich mit Taten eines gleichnamigen Abtes und späteren Bischofs vermengen, der etwa 200 Jahre später lebte.

Weitere Ideen zur Gestaltung einer Nikolausfeier finden Sie unter "Jugendarbeit".

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