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K 700 von Kirowez - Wissenswertes über den Aufbau den russischen Traktors

In den alten Bundesländern wird der Name "K700" weitgehend unbekannt sein, da die Maschine dort nicht im Einsatz war. In der ehemaligen DDR dagegen fanden sich viele Exemplare in den landwirtschaftlichen Genossenschaften mit großen Ackerflächen. Noch in unseren Tagen sind einzelne Maschinen zu bestimmten Zwecken mit Erfolg in Betrieb.

Keine Konkurrenz für einen K700
Keine Konkurrenz für einen K700 © Thomas_Glaser / Pixelio

Der K700 ist kein gewöhnlicher Traktor

  • Nach dem Herstellungsort Kirowez benannt, wurde der K700 als Zugmittel für Raketenträger entwickelt. Die ersten Maschinen wurden 1962 in Dienst gestellt. Da die Raketentechnik weiterentwickelt wurde, funktionierte die damalige UdSSR das Modell zum landwirtschaftlichen Traktor um. Die DDR importierte solche Maschinen in großem Stil für die großräumige Feldbestellung in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften.
  • Das markanteste Merkmal des K700 ist seine Lenkung. Der Korpus der Maschine wird in der Mitte durch ein massives Gelenk geprägt, mit dessen Hilfe Vorder- und Hinterachse gegeneinander verdreht werden können. Die Arbeit übernimmt dabei ein normaler, doppelt beaufschlagter Hydraulikzylinder.
  • Ein auffälliges Erscheinungsbild bietet auch die Masseverteilung. Der Motor mit seiner riesigen Haube liegt vor der Vorderachse. Das angeflanschte Getriebe wirkt direkt auf die Vorderachse. Die Hinterachse treibt eine Gelenkwelle, die mitten durch das Knickgelenk der Lenkung geht.
  • Die eigenwillige Verteilung des Gewichts erlaubt es, die Hinterachse mit schweren Anbaugeräten zu bestücken. Die Hubkraft der beiden Hydraulikhebel reicht für Lasten bis 20 t. Wird diese Last angehoben, entsteht ein Bodendruck, der groß genug ist, um den Traktor aus fast jeder misslichen Lage aus eigener Kraft zu befreien.
  • Die Räder lassen sich zu Zwillings- oder Drillingsbereifung verbreitern, sie sind fast schulterhoch. Der Fahrer erreicht seinen lauten Arbeitsplatz über eine Stiege. Der Lärm im Fahrerhaus kann 110 dB betragen. Der Fahrer sitzt in englischer Manier rechts.
  • Der Motor des K700 war auch im Kampfpanzer T72 verbaut. Er leistet in der ersten Generation bis zu 300 PS, in den letzten Modellen des K701 bis 500 PS. Es ist ein V8-Turbodiesel (bis V12) mit einem beeindruckenden Sound. Die Maschine wurde bis 1992 gebaut, sie erhielt in der DDR eine umsturzsichere Verstärkung der Fahrerkabine. 

Einige technische Merkmale des K700

  • Gewicht: 13 bis 15 Tonnen, Breite 2,85 Meter, Länge 7,4 Meter, 16 Vorwärtsgänge, 8 Rückwärtsgänge, Höchstgeschwindigkeit auf der Straße 30 km/h, der Allradantrieb ist abschaltbar, die Differenzialsperre arbeitet automatisch. Der Tankinhalt beträgt 2 x 320 Liter, es sind 126 Liter Hydrauliköl im Tank und die gleiche Menge im Lenkgetriebe. Der Motor beinhaltet 32 Liter Öl.
  • In einer 14-Stunden-Schicht im schweren Zug werden bis zu 500 Liter Diesel verbrannt. Dieser kann in der Originalausstattung bei sehr tiefen Temperaturen vorgeheizt werden.
  • In manchen landwirtschaftlichen Großbetrieben wird der K700 noch zu speziellen Arbeiten, wie beim Silieren, eingesetzt.
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