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Fordson Dexta - ein ganz besonderer Traktor

In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde ein Traktor mit der Modellbezeichnung Fordson Dexta auch in Deutschland vorgestellt. Aus technischer Sicht war dieser Traktor seinen deutschen Konkurrenten weit voraus. Das wurde allerdings nicht von jedem sofort erkannt.

Die Produktion des Fordson Dexta wurde im Jahre 1963 eingestellt.
Die Produktion des Fordson Dexta wurde im Jahre 1963 eingestellt.

Der amerikanische Automobilhersteller Ford hat in Zusammenarbeit mit seinem Sohn auch Traktoren hergestellt. Aus der Firmenbezeichnung Ford and son entstand die Marke Fordson. In Deutschland wurde unter anderem auch das Modell Dexta angeboten. Dieser Traktor war seinerzeit sehr modern.

Technische Besonderheiten des Fordson Dexta

  • Der Fordson Dexta wurde im Zeitraum von 1958 bis 1963 in einem englischen Traktorenwerk in Dagenham produziert. Von dort aus wurde er nach Deutschland importiert.
  • Eine technische Besonderheit war, dass der Motor schon mit einer Direkteinspritzung arbeitete. Fast alle anderen Traktoren aus dieser Zeit waren noch mit Wirbelkammermotoren ausgestattet. Die Direkteinspritzung ermöglichte einen wesentlich höheren Wirkungsgrad des Motors. Das bedeutete natürlich auch einen geringen Kraftstoffverbrauch. Mit dem 32 Liter fassenden Kraftstofftank konnte den ganzen Tag lang gearbeitet werden, ohne nachtanken zu müssen.
  • Der Motor hatte drei Zylinder und einen Hubraum von 2360 ccm. Die Höchstleistung lag bei 31 PS. Die Motorleistung war ausreichend, um alle anfallenden Arbeiten in der Landwirtschaft zu der Zeit auszuführen.
  • Eine weitere Besonderheit war, dass er einer der ersten Traktoren war, die bereits mit einer Regelhydraulik ausgestattet waren. Insbesondere beim Pflügen bringt eine Regelhydraulik große Vorteile. Ist beispielsweise der Bodenwiderstand an den Pflugscharen zu hoch, hebt die Hydraulikanlage den Pflug etwas an. Dadurch verringert sich der Widerstand. Gleichzeitig erhöht sich durch das Anheben der Druck auf die Hinterräder. Das wiederum bewirkt eine bessere Traktion.

Dieser Traktor bot einen gewissen Komfort

  • In der damaligen Zeit spielte der Komfort eines Traktors natürlich keine besonders große Rolle. Trotzdem war der Fordson Dexta im Vergleich zu anderen Traktoren aus der Epoche recht komfortabel.
  • Beispielsweise war er mit zwei Schubstangen für die Lenkung ausgestattet. Dadurch war die Lenkung sehr leicht zu betätigen. Bei Traktoren, die nur mit einer Schubstange ausgestattet sind, muss eine hohe Kraft beim Lenken aufgebracht werden. Eine hydraulische Lenkhilfe gab es seinerzeit noch nicht.
  • Auch die Schalthebel für die sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge ließen sich bei diesem Traktor leicht bedienen. Das Gleiche galt auch für die Kupplungs- und Bremspedale. Das Bremspedal konnte bei diesem Traktor geteilt werden, um nur ein Rad zu bremsen. Das ermöglichte einen geringen Wendekreis.
  • Alle Hebel und Schalter waren so angebracht, dass sie problemlos vom Fahrer erreicht werden konnten. Auch das war nicht bei allen Schleppern selbstverständlich.

Mitte der 60er-Jahre begann die Umstrukturierung der Landwirtschaft. Kleinere Betriebe gaben auf und größere wuchsen rasant. Dadurch wurden immer leistungsfähigere Traktoren benötigt. Aus diesem Grund wurde die Produktion des Fordson Dexta im Jahre 1963 zugunsten größerer Modelle eingestellt.

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