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Günter Grass - Schreibstil, Werk & Leben

Günter Grass ist ein deutscher Schriftsteller und Inhaber des Literaturnobelpreises. Werke wie die Blechtrommel sind über Generationen hinaus bekannt. Er prägte die Worte "Schreiben gegen das Vergessen" und macht mit einem individuellen Schreibstil auf sich aufmerksam.

Günter Grass ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart.
Günter Grass ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart.

Wissenswertes über die Biografie von Günter Grass

  • Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren. Sein Vater war Lebensmittelhändler und betrieb gemeinsam mit der Mutter ein Kolonialwarengeschäft. Die Familie war nicht reich, aber hatte ihr Auskommen. Der Vater war Protestant, die Mutter Katholikin. Sie führte ihren Sohn in den katholischen Glauben ein, der Messdiener während der Gottesdienste war.
  • Im Alter von 15 Jahren ging Günter Grass freiwillig zur Wehrmacht, nachdem ihn die Ideologie der Nazis beeinflusste. 1945 erlitt er eine Verwundung und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Ein Jahr später folgte die Entlassung. Nach eigenen Angaben gehörte er der Waffen-SS an.
  • Grass studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Akademie der Künste Bildhauerei und Grafik. Eine Zeitlang lebte er in Paris, um sich dann im Westteil Berlins niederzulassen. Im Jahre 1972 zog er nach Schleswig-Holstein, wo er bis heute lebt. Er verbrachte auch einige Zeit in Indien.
  • Günter Grass hat zwei Mal geheiratet. Er hat sechs leibliche Kinder, seine zweite Ehefrau brachte zwei weitere in die Beziehung mit, die Grass als seine Kinder bezeichnet.
  • Seinen Durchbruch als Künstler feierte er im Jahre 1959 mit seinem Erstlingswerk "Die Blechtrommel". Es folgten weitere Werke und Gedichte, die sich überwiegend mit der Nachkriegsgeneration auseinandersetzen. Außerdem arbeitete der Autor als Künstler und Bildhauer.
  • Günter Grass ist bis in die Gegenwart politisch aktiv. Seit 1982 ist er Mitglied der SPD. In den 1980er Jahren sprach er sich gegen die Wiedervereinigung Deutschlands aus. In vielen politischen Diskussionen gilt er als unbequem. Unter anderem übte er sich in Kritik an Oskar Lafontaine.
  • Grass schrieb neben belletristischen und politischen Werken auch viele Gedichte. Er ist einer der Gründer des Verbandes deutscher Schriftsteller und Mitglied des PEN, einer internationalen Schriftstellervereinigung, die sich für die Freiheit des Wortes einsetzt. 
  • Im Jahre 1999 erhielt Grass den Literaturnobelpreis für sein Lebenswerk weil er "in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat.“ Das Bundesverdienstkreuz, das ihm in den 1970er Jahren verliehen werden sollte, lehnte er ab. 

Diese Werke sollten Sie kennen

  • Das bekannteste Werk des Autors ist der Roman "Die Blechtrommel". Der Roman wurde verfilmt und ist Teil der Danziger Trilogie. Diese umfasst neben der Blechtrommel den Roman "Hundejahre" und die Novelle "Katz und Maus". Die Trilogie gehört zu den wichtigsten Werken in der deutschen Nachkriegsliteratur. "Die Blechtrommel" wird vom Ich-Erzähler Oskar Matzerath erzählt, der auf dem körperlichen Entwicklungsstand eines Dreijährigen zurückbleibt und die Welt aus seiner Sicht beschreibt. Da er so klein ist, nutzt er eine Blechtrommel, um auf sich aufmerksam zu machen.
  • In seinen frühen Jahren schrieb Grass insgesamt fünf Dramen, die viel Beachtung fanden. Dazu gehören die bekannten Werke "Noch zehn Minuten bis Buffalo", in dem Grass Bezug auf die Ballade "John Mainard" von Theodor Fontane nimmt. Das Trauerspiel "Die Plebejer proben den Aufstand" wurde 1966 in Berlin uraufgeführt und beschäftigt sich mit den Auseinandersetzungen zwischen den Arbeitern -den Plebejern- und der oberen Etage der Betriebe.
  • Grass hat mehrere biografische Werke geschrieben. Seine frühen Lebensjahre vor dem Erscheinen der "Blechtrommel" verarbeitet er in dem Werk "Beim Häuten der Zwiebel". "Mein Jahrhundert" ist ein Roman, in dem er das Leben von Menschen verschiedener Berufsgruppen im 20. Jahrhundert erzählt. Lesenswert ist auch die Novelle "Im Krebsgang", in der Grass Fiktion und Realität gekonnt miteinander vermischt.
  • Neben dem Schreiben ist Grass als Grafiker tätig. In der Vergangenheit schuf er Skulpturen und Plastiken. Er ist Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Danzig und erhielt mehrere Ehrendoktorwürden, unter anderem an der Freien Universität Berlin.

Der besondere Schreibstil des Autors

  • Günter Grass galt als Gegner der Rechtschreibreform und protestiert dagegen, indem er seinen Schreibstil nicht an die neuen Normen anpasst. Er verfasst seine Werke konsequent in der alten Rechtschreibung und lässt sich dabei von niemandem beeinflussen.
  • Auch die späteren Werke von Günter Grass beschäftigen sich mit dem Nationalsozialismus, also mit der Zeit, die sein Leben entscheidend geprägt hat. In diesem Zusammenhang entstand die Intention seiner Arbeit: Das "Schreiben gegen das Vergessen". Diese wird sehr eng mit der Person Günter Grass in Verbindung gebracht. Als er in den Krieg ging, war er noch keine 18 Jahre alt. Die Erlebnisse an der Front haben ihn und sein Leben entscheidend beeinflusst. Das Schreiben ist für ihn eine Art Therapie, die schrecklichen Erlebnisse zu vergessen.

In jüngerer Zeit ist es um den hochbetagten Schriftsteller ruhiger geworden. Mitunter meldet er sich zu politischen Themen zu Wort und hält Lesungen, so zum Atomausstieg im Jahre 2011. 2012 veröffentlichte er einige Lyrikbände.

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