Granit ist nicht gleich Granit, dennoch ein Naturstein

  • Die Bedeutung „Granit“ umfasst alle Gesteinsarten, die in ihrer Entstehung, Struktur und Körnung dem Granit (lat. Korn) entsprechen. Bei Granit (Diorite, Monzonite, Alkalifeldspatgranite,  Granodiorite, Tonalite) handelt es sich um die Zusammensetzung mineralhaltiger Tiefengesteine. Dieser Naturstein bildet sich, wenn Magma etwa 2 km unterhalb der Erdoberfläche, in der Erdkruste erstarrt. Vulkangestein dringt im Gegensatz zum Granit an die Erdoberfläche. Alle Gesteine, die zwischen der Oberfläche bis 2 km Erdtiefe erstarren, werden als „Ganggestein“ (Übergangsmagmatit) bezeichnet. Granit ist also eindeutig ein Tiefengestein (Plutonit).
  • Ein Granit besteht aus Feldspäten, Erzmineralien, Quarz und anderen Mineralien wie z. B. Dunkelglimmer (Biotit) oder Muskovit (Hellglimmer). Der Magmabestandteil ist im Granit grob kristallisiert und die jeweiligen ortstypischen Mineralien sorgen für eine faszinierende farbliche Oberfläche. Allerdings werden Farbe und Struktur eines Granits noch durch viele weitere Bedingungen beeinflusst, so z. B. Erstarrungsprozess, Witterungs- und Umwelteinflüsse usw. Fachleute differenzieren einen Granit, gemäß seiner Entstehung,  in vier unterschiedliche Typen: 1. Granit-Anorogenic-Source (durch Aufreißen der Erdkruste), 2.  Granit- Igneous-Source (durch Mantelschmelze), 3. Granit-Mantel-Source (aus Inselbögen) und Granit- Sedimentary-Source (Aufschmelzung)
  • Granit wird als Bodenfliese, Küchenarbeitsplatte, Grabstein, Gartenpflasterung u.v.m. verwendet.  Aus diesem Grunde kann das Material sehr unterschiedlich bearbeitet sein. Zwischen 1990 bis 2010 avancierten polierte Granitfliesen zu einem beliebten Handelsobjekt, sodass die Produkt-Reputationen (Berechnungen) immer günstiger wurden, während die Qualität der Ware zu wünschen übrig ließ. Spiegelglänzende Granitfußböden waren gefragt. Inzwischen scheint sich dieser Trend zu verlieren und Bauherren entscheiden sich eher für Diamant-gebürstete, geflammte oder geschliffene Granitoberflächen, die z.T. etwas antik wirken. Da geschliffene Granitfliesen nicht so farbintensiv sind wie polierte, werden sie mit einem Farbvertiefer behandelt. Für den Außenbereich rentiert es sich, den Granit geflammt und gebürstet zu wählen, um dem Stein eine Rutschfestigkeit zu verleihen.

Hinweis: Flammen sorgt, durch das Aufspringen der Quarze, für eine raue Oberfläche, während das Bürsten sie wieder veredelt.

Welcher Granit hat welche Flecken?

  • Granit bzw. Fliesen, Wände, Arbeitsplatten usw. sind im Grunde sehr unempfindlich und pflegeleicht, selbst ohne besondere Imprägnierung. Allerdings sollten Sie unterscheiden, um welche Oberfläche, welches Material und welche Qualität es sich handelt. Wie bereits mitgeteilt, gibt es Granitfliesen schon in recht günstigen Preislagen und es stellt sich die Frage, welche Flecken (Einschüsse) das jeweilige Material bereits mit sich bringt.
  • Zeitgleich ergibt sich daraus, dass z. B. Haushaltstipps im Bezug auf Granit, wie z. B. mit Zitronensäure eisenhaltige Flecken zu entfernen, grundsätzlich richtig sind, doch je nach Steinqualität und -art geprüft werden sollten. Es gibt diverse Flecken, über die man sich ärgern kann, vor allem, weil Natursteine in der Regel schnell aufsaugen. In jedem Fall sollten Sie, sobald etwas auf Ihren Granit verschüttet wird, dieses sofort mit einem feuchten Baumwolltuch aufwischen.
  • Je nach Steinqualität können, z. B. in Verbindung mit Wasser, Rostpartikel entstehen, die immer wieder durchkommen, es sei denn, der Händler kann Ihnen eine „rostfreie“  Granit-Qualität zusichern. Der Zitronensäure-Tipp ist daher unter Vorbehalt auszuprobieren. Fachhändler haben allerdings bestätigt, dass Salmiakgeistlösung ein Reinigungsmittel für Granit ist. Versuchen Sie deshalb zunächst, Flecken vom Granit mit einer Salmiakgeistlösung zu entfernen.
  • Grundsätzlich ist es ratsam, beim Verlegen des Granits ein Stück „Musterstein“ zur Seite zu legen und aufzubewahren. Falls Sie dann einmal Flecken auf Ihrem Granit entdecken, können Sie Ihren Musterstein zu einem Steinmetz oder Fachhandel mitnehmen, um sich bzgl. der Fleckentfernung beraten zu lassen. Flecken können so unterschiedlicher Herkunft sein, wie der Granit selber. Zementschleier, Fette, Öle usw. benötigen unterschiedliche Angreifer und nicht jeder Granit ist für jedes Mittel geeignet. Deshalb ist es ratsamer, wenn Sie, mitsamt Ihrem Musterstein, einen Steinmetz bzw. Fachhandel aufsuchen.
  • Wichtig ist es, zu wissen, dass kalkhaltige Gesteine wie z. B. Marmor niemals mit säurehaltigen Putzmitteln, Säften oder anderen Flüssigkeiten in Verbindung kommen dürfen. Granit ist, je nach Qualität, zwar gegenüber Säuren widerstandsfähiger, doch verändert er sich durch austrocknende Mittel wie z. B. Nagellackentferner oder Nitro-Verdünnungen. Verzichten Sie also auf solche Mittel. Ölhaltige Cremes, Parfüme oder Wasser dringen schnell in den Granit ein und verdunkeln ihn. Aber sie bewirken in der Regel keine chemische Veränderung und werden normalerweise durch Verdunstung über einen längeren Zeitraum wieder abgegeben.