Alle Kategorien
Suche

Führerschein für soziale Netzwerke - Pro und Contra

Soziale Netzwerke werden von zahlreichen Personen auf sehr private Weise genutzt. Gerade für Kinder stellen die Plattformen auch Gefahren dar. Ein Führerschein würde aber nicht alle Probleme lösen.

Das Internet ist schon jetzt kein rechtsfreier Raum.
Das Internet ist schon jetzt kein rechtsfreier Raum. © Gerd_Altmann_Shapes_AllSilhouettes.com / Pixelio

Was für den Führerschein spricht

  • Viele Kinder stellen Fotos von sich und ihren Freunden ins Internet, ohne die Folgen zu bedenken. Viele bemerken kaum den Unterschied zwischen einem an Freunde gereichtem und einem veröffentlichten Bild. Die Notwendigkeit eines Führerscheins würde sicherstellen, dass die Kinder vor der Nutzung sozialer Netzwerke über Sinn und Unsinn von Privatsphäre nachgedacht hätten.
  • Informationen im Internet können von Dritten auch missbraucht werden. In einem vorgeschriebenen Kurs über Sicherheit würden Jugendliche lernen, wie sie sich vor diesem Missbrauch schützen könnten.
  • Zahlreiche Beleidigungen und regelrechtes Mobbing in sozialen Netzwerken zeigen, dass die Hemmschwelle für unsoziales Verhalten in der scheinbaren Anonymität des Internets bei vielen Menschen stark herabgesetzt ist. Ein Kurs über Netiquette und höflichen Umgang mit den Mitmenschen scheint notwendig zu sein.
  • Wer sich mit seinem Führerschein ausweisen muss, kann in den Netzwerken auch nicht mehr anonym auftreten. Den Teilnehmern in Foren und anderen Netzwerken wird auf diese Weise bewusst, dass sie sich nicht in einem rechtsfreien Raum aufhalten.

Die Freiheit sozialer Netzwerke

  • Wenn einige soziale Netzwerke beginnen würden, einen Führerschein von den Nutzern zu verlangen, würden viele eher auf andere Seiten ausweichen, als diesen zu erwerben.
  • Das Internet lässt sich durch solche Zugangshürden nicht sicher beschränken. Kinder, die noch nicht im Besitz eines Internetführerscheins sind, würden bloß noch leichter an unkontrollierte Seiten gelangen, da sie nicht auf den kontrollierten Seiten bleiben dürfen.
  • Die Teilnahme an einem Kurs über Privatsphäre, höflichen Umgang und Sicherheit gewährleistet nicht, dass der Umgang mit den sozialen Netzwerken anschließend bewusster stattfinden würde. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass gut gebildete und vernünftige Menschen ihre Grenzen auch vergessen können oder sie bewusst ignorieren.
  • Zugangsbeschränkungen für das Internet kommen einer Zensur gleich, die den ursprünglichen Zweck der barrierefreien Kommunikation in den sozialen Netzwerken konterkarieren würde.
Teilen: