Fortpflanzung lässt sich kindgerecht erklären

  • Die Fortpflanzung von Tieren, wie etwa dem Haushuhn, sollte kein Tabuthema sein. Das Interesse Ihres Kindes daran, wo Küken oder andere Tierkinder herkommen, ist nicht von sexueller Natur, sondern ist Teil des Versuches, die Welt um sich herum besser zu verstehen.
  • Erklären Sie die einzelnen Prozesse möglichst stark vereinfacht und mit simplem Vokabular. Es ist für das grobe Verständnis der Fortpflanzung irrelevant, wie eigentlich ein Spermium entsteht, dementsprechend, sollten Sie solche Details einfach weglassen. Auch Wörter wie "Genom" werden Ihre Kinder eher verwirren und tragen nicht zum Verständnis bei.

So funktioniert die Reproduktion beim Huhn

  • Wie bei allen höher entwickelten Tieren braucht es für den Akt der Fortpflanzung auch beim Huhn einen männlichen und einen weiblichen Part. Nach einer Balzhandlung, die mehr oder minder  umfangreich ausfallen kann, besteigt der Hahn die Henne - man spricht hierbei vom "Treten". Dabei berühren sich die beiden "Kloaken" der Vögel (als "Kloake" bezeichnet man die Körperöffnung von Vögeln, die nicht nur als Ausscheidungs-, sondern auch als Geschlechtsorgan fungiert). Dabei gibt der Hahn sein Sperma ab. Der Prozess mit der Befruchtung der Eizelle funktioniert ganz ähnlich wie beim Menschen.
  • Die Spermien des Hahns überleben etwa zwei Wochen. In dieser Zeit ist es der Henne möglich, befruchtete Eier zu legen. Dabei handelt es sich je nach Rasse um ein halbes bis ganzes Duzend. Nach dieser Periode beginnt sie mit dem Ausbrüten. Dieses dauert etwa drei Wochen. Danach schlüpfen die ersten Küken.
  • Bei industriell genutzten Hühnern macht man sich die Tatsache zunutze, dass ein Huhn versucht ist, sein Gelege aufzustocken, sollte ein Ei verloren gehen. Die Eier werden daher sofort nach dem Legen entfernt, weshalb die Henne ein weiteres Ei legt, um den Verlust auszugleichen. Auf diese Weise können Haushühner bis zu 300 Eiern im Jahr legen. Befruchtet sind diese natürlich nicht. Für die Tiere bedeutet das industrielle Legen jedoch nicht nur ein hohes Maß an Stress und körperlicher Belastung, sondern auch ausgeprägte Mangelerscheinungen, da  bei der fortwährenden Ei-Produktion mehr Nährstoffe benötigt werden, als das Futter ihnen liefert.