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Ethanol und Methanol - der Unterschied chemisch erklärt

Ethaniol und Methanol, da gibt es nicht nur chemische Unterschiede. Wie aus Zeitungsberichten bekannt, kann der Genuss von Methanol tödlich sein.

Methanol und Ethanol - da gibt es Unterschiede.
Methanol und Ethanol - da gibt es Unterschiede.

Was Sie benötigen:

  • eigentlich nur Zeit und Interesse

Ethanol und Methanol - die einfachsten Alkohole

  • Die meisten verstehen unter dem Alltagsbegriff "Alkohol" den normalen Trinkalkohol, den Ethanol (früher: Äthanol).
  • Allerdings umfasst der Begriff "Alkohole" in der Chemie eine große Klasse von organischen Verbindungen.
  • Alkohole (chemisch übrigens nach IUPAC-Nomenklatur als "Alkanole" bezeichnet) leiten sich von den Alkanen ab, indem dort mindestens ein H-Atom gegen eine Hydroxylgruppe -OH ausgetauscht wird. Bevor Sie nachschauen müssen: Alkane sind kettenförmige, unverzweigte Kohlenwasserstoffverbindungen, bei denen zu jedem C-Atom zwei H-Atome gehören. Die Molekülenden bilden zwei zusätzliche H-Atome.
  • Die einfachsten Alkane sind das Methan (CH4) sowie das Ethan (C2H6). 
  • Substituiert man in diesen einfachen Alkanen ein (!) H-Atom durch eine OH-Gruppe, entsteht aus Methan der einfachste Alkohol "Methanol" (CH3-OH) und aus Ethan der bekannte Trinkalkohol "Ethanol" (C2H5-OH).
  • Methanol wurde schon in früheren Jahrhunderten durch das trockene Erhitzen von Laubholz unter Luftabschluss gewonnen; daher rührt auch der Trivialname "Holzgeist".
  • Ethanol entsteht beim Vergären zuckerhaltiger Flüssigkeiten wie zum Beispiel Traubensaft. Hieraus ergab sich der Trivialname "Weingeist".
  • Übrigens: Wird bei den Alkanen nur ein H-Atom durch eine Hydroxylgruppe ersetzt, spricht man von einwertigen Alkoholen. Mehrwertige Alkohole entstehen, wenn mehrere H-Atome ersetzt werden. Ein bekannter zweiwertiger Alkohol ist beispielsweise das Glykol, das aus Ethan durch zweifaches Ersetzen eines H-Atoms durch eine OH-Gruppe entsteht. Glykol ist ölig-zähflüssig und wird als Frostschutzmittel verwendet.

Methanol - hier ist Vorsicht geboten

  • Im Gegensatz zum (in Maßen) genießbaren Ethanol handelt es sich bei dem einfachsten aller Alkohole, dem Methanol, um ein Produkt, das keinesfalls in größeren Mengen genossen werden darf. Die tödliche Dosis beträgt etwa 30 Gramm.
  • Methanol selbst hat nur eine geringe Giftwirkung, allerdings wird Methanol in der Leber zu giftigen Substanzen wie zum Beispiel Formaldehyd abgebaut. Es kommt zu Sehstörungen, bei größeren Mengen (ohne Gegenbehandlung) zum Atemstillstand. 
  • Auch bei der normalen Vergärung durch Hefepilze entstehen neben dem gewünschten Ethanol auch in sehr geringen Mengen Methanol und andere höherwertige Alkohole, die übrigens den besonderen Geschmack eines jeden Weins ausmachen.
  • Durch unsachgemäße Destillation kann dieser (unbedenkliche) Methanolgehalt jedoch dramatisch erhöht werden! 
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