Es gibt zwei Arten der Erörterung: Die freie und die textgebundene. Allerdings lässt sich die freie weiter in die dialektische und die lineare Erörterung einteilen.

  • Die dialektische oder kontroverse Erörterung zeichnet sich durch Gegenüberstellung von These und Antithese sowie die anschließende Argumentation aus und schließt in der Synthese, die eine Lösung angeben soll.
  • Eine lineare oder steigernde Erörterung bedient sich keiner Gegenüberstellung von These und Antithese sondern baut mit steigender Bedeutsamkeit der Argumente auf der These auf und begründet diese.
  • Die textgebundene Erörterung hält sich, wie der Name schon ausdrückt, an einen vorgegebenen Text, hält sich auch an dessen Thesen und Antithesen, die - wie bei der dialektischen Erörterung - strukturiert dargestellt und außerdem stets am Text belegt werden.

Die Einleitung der textgebundenen Erörterung

  • Stellen Sie den Autor sowie den Titel des vorliegenden Textes vor.
  • Beschreiben Sie möglichst genau die Textart (Essay, Zeitungsartikel, Kommentar, politische Rede etc.).
  • Geben Sie Erscheinungsdatum und den Erscheinungsort an.
  • Deuten Sie auf die Quelle des Textes hin.
  • Zeigen Sie einen möglichen Anlass für die Veröffentlichung des Textes auf.
  • Geben Sie knapp das Thema des Textes wieder ohne zu viel zu verraten.
  • Stellen Sie eine Vermutung über die Intentionen für die Veröffentlichung des Textes an oder geben Sie diese wieder, falls Sie explizit im Text erwähnt wird.

Die Einleitung der freien Erörterung

  • Stellen Sie das Thema vor und geben Sie kurz und knapp an, worum es geht.
  • Zeigen Sie auf, warum das Thema interessant ist.
  • Wecken Sie das Interesse des Lesers!
  • Beziehen Sie sich zum Beispiel auf ein aktuelles Thema / eine aktuelle Begebenheit / eine aktuelle Diskussion.
  • Weisen Sie zum Beispiel auf ein Ereignis hin, das mit dem Thema in Bezug gebracht werden kann (kann durchaus auch ein persönliches Ereignis sein).
  • Nehmen Sie zum Beispiel Bezug auf geschichtliche Ereignisse, auf Ihnen bekannte Zitate oder Stellungnahmen zum Thema, auf Kunstwerke, Filme oder sonstige Ihnen bekannte Bezugspunkte.
  • Heben Sie die Wichtigkeit der Thematik hervor.
  • Klären Sie mögliche Probleme und Unklarheiten in der Fragestellung/dem Thema.
  • Gehen Sie kurz auf den Aufbau Ihrer Erörterung und Ihre Vorgehensweise in der Darstellung ein.
  • Bei einer dialektischen Erörterung: Kurzer Hinweis auf aufkommende Widersprüchlichkeiten und Problematiken bezüglich des Themas.

Für beide Typen der Erörterung  gilt es in der Einleitung zu beachten:

  • Schreiben Sie sachlich und nicht zu ausschweifend.
  • Unterlassen Sie langweilige Floskeln wie „In dieser Erörterung geht es um…“
  • Zeigen Sie schon in der Einleitung, dass Sie sich eindringlich mit dem Thema beschäftigt haben, so wird beim Leser automatisch das Interesse geweckt.
  • Kommen Sie in der Einleitung in keinem Fall schon zu einem Ergebnis! Dies gehört in den Schlussteil der Erörterung (z.B. „Ich fände solch ein Gesetz ungerecht!“).
  • Ausschlaggebend für einen ‚fließenden’ Text sind die Überleitungen zwischen den verschiedenen Textteilen, so auch zwischen Einleitung und Hauptteil.