Erörterung - Einleitung schreiben
- 14.07.2010 Lorenz Moosmüller
Es gibt zwei Arten der Erörterung: Die freie und die textgebundene. Allerdings lässt sich die freie weiter in die dialektische und die lineare Erörterung einteilen.
- Die dialektische oder kontroverse Erörterung zeichnet sich durch Gegenüberstellung von These und Antithese sowie die anschließende Argumentation aus und schließt in der Synthese, die eine Lösung angeben soll.
- Eine lineare oder steigernde Erörterung bedient sich keiner Gegenüberstellung von These und Antithese sondern baut mit steigender Bedeutsamkeit der Argumente auf der These auf und begründet diese.
- Die textgebundene Erörterung hält sich, wie der Name schon ausdrückt, an einen vorgegebenen Text, hält sich auch an dessen Thesen und Antithesen, die - wie bei der dialektischen Erörterung - strukturiert dargestellt und außerdem stets am Text belegt werden.
Die Einleitung der textgebundenen Erörterung
- Stellen Sie den Autor sowie den Titel des vorliegenden Textes vor.
- Beschreiben Sie möglichst genau die Textart (Essay, Zeitungsartikel, Kommentar, politische Rede etc.).
- Geben Sie Erscheinungsdatum und den Erscheinungsort an.
- Deuten Sie auf die Quelle des Textes hin.
- Zeigen Sie einen möglichen Anlass für die Veröffentlichung des Textes auf.
- Geben Sie knapp das Thema des Textes wieder ohne zu viel zu verraten.
- Stellen Sie eine Vermutung über die Intentionen für die Veröffentlichung des Textes an oder geben Sie diese wieder, falls Sie explizit im Text erwähnt wird.
Die Einleitung der freien Erörterung
- Stellen Sie das Thema vor und geben Sie kurz und knapp an, worum es geht.
- Zeigen Sie auf, warum das Thema interessant ist.
- Wecken Sie das Interesse des Lesers!
- Beziehen Sie sich zum Beispiel auf ein aktuelles Thema / eine aktuelle Begebenheit / eine aktuelle Diskussion.
- Weisen Sie zum Beispiel auf ein Ereignis hin, das mit dem Thema in Bezug gebracht werden kann (kann durchaus auch ein persönliches Ereignis sein).
- Nehmen Sie zum Beispiel Bezug auf geschichtliche Ereignisse, auf Ihnen bekannte Zitate oder Stellungnahmen zum Thema, auf Kunstwerke, Filme oder sonstige Ihnen bekannte Bezugspunkte.
- Heben Sie die Wichtigkeit der Thematik hervor.
- Klären Sie mögliche Probleme und Unklarheiten in der Fragestellung/dem Thema.
- Gehen Sie kurz auf den Aufbau Ihrer Erörterung und Ihre Vorgehensweise in der Darstellung ein.
- Bei einer dialektischen Erörterung: Kurzer Hinweis auf aufkommende Widersprüchlichkeiten und Problematiken bezüglich des Themas.
Für beide Typen der Erörterung gilt es in der Einleitung zu beachten:
- Schreiben Sie sachlich und nicht zu ausschweifend.
- Unterlassen Sie langweilige Floskeln wie „In dieser Erörterung geht es um…“
- Zeigen Sie schon in der Einleitung, dass Sie sich eindringlich mit dem Thema beschäftigt haben, so wird beim Leser automatisch das Interesse geweckt.
- Kommen Sie in der Einleitung in keinem Fall schon zu einem Ergebnis! Dies gehört in den Schlussteil der Erörterung (z.B. „Ich fände solch ein Gesetz ungerecht!“).
- Ausschlaggebend für einen ‚fließenden’ Text sind die Überleitungen zwischen den verschiedenen Textteilen, so auch zwischen Einleitung und Hauptteil.
