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Eine tragende Wand durchbrechen - was Sie bei der Statik beachten sollten

Ein Durchbruch durch eine tragende Wand kann mehrere Gründe haben. Zwei Räume sollen durch den Einbau einer Tür miteinander verbunden oder durch das Entfernen einer kompletten Wand zusammengelegt werden oder es kann der Wunsch nach bodentiefen Fenstern der Grund dafür sein, dass man eine Wand durchbrechen möchte. Egal, welchen Grund der Durchbruch hat, es sollten einige wichtige Faktoren dabei berücksichtigt werden.

Im Grundrissplan sind tragende Wände ersichtlich.
Im Grundrissplan sind tragende Wände ersichtlich.

Wissenswertes zu einer tragenden Wand

  • Wenn Sie eine Wand in Eigenleistung durchbrechen wollen, können einige Probleme auftreten, vor allem, wenn es sich bei der betreffenden Wand um eine tragende handelt. In diesem Falle sind entsprechende Vorkenntnisse zwingend erforderlich. Zudem sollte zuvor ein Statiker die Gegebenheiten überprüfen. Verfügen Sie über keinerlei Kenntnisse in diesem Bereich, sollten Sie sich an eine Fachfirma wenden. Diese verfügt nicht nur über das nötige Know-how, sondern auch die erforderlichen Spezialmaschinen und Geräte.
  • Bevor Sie eine tragende Wand durchbrechen können, sollten Sie prüfen, ob elektrische Leitungen oder Wasserrohre in der jeweiligen Wand verlaufen. Als Hilfsmittel bieten sich entsprechende Leitungssucher aus dem Baumarkt an. Befinden sich elektrische Leitungen oder Wasserrohre in der Wand, sollten Sie Verlegearbeiten an Leitungen und Rohren mit einkalkulieren.
  • Besonders wichtig zu wissen ist, ob es sich bei der Wand, die Sie durchbrechen wollen, um eine tragende oder nicht tragende Wand handelt. Eine tragende Wand hat gegenüber einer nicht Tragenden wichtige statische Funktionen zu erfüllen. Um Schäden durch einen unsachgemäßen Durchbruch zu vermeiden, sollten Sie für derartige Vorhaben immer einen Statiker zurate ziehen.

Eine Mauer durchbrechen und Statik beachten

  • Durchbrüche werden häufiger in älteren Häusern vorgenommen, da hier die Räume meist relativ klein sind. Hier können Sie als Laie in der Regel nicht erkennen, ob es sich bei der jeweiligen Wand um eine tragende oder nicht tragende Wand handelt. Wollen Sie eine Wand durchbrechen, darf dieser Durchbruch auf keinen Fall die statische Funktion irgendeines Bauteils beeinträchtigen bzw. gefährden.
  • Oftmals werden Durchbrüche mit Presslufthämmern oder anderen Stemmwerkzeugen ausgeführt, was allerdings bei Wänden aus Mauerwerk nicht erlaubt ist. Bei Wänden, die Sie auf diese Weise durchbrechen, besteht die Gefahr, die Festigkeit des angrenzenden Mauerwerks, bzw. der angrenzenden Stein und Fugen zu stören und somit deren Tragfähigkeit deutlich zu mindern. Am sichersten und schonendsten können Sie eine Wand mittels Fräsen, Bohren und Sägen durchbrechen.
  • Ehe Sie nun mit dem Durchbruch beginnen, sollten Sie die genaue Größe des Durchbruchs ermitteln, wobei Sie in der Höhe etwa 20 cm für einen Träger dazurechnen müssen, der als tragendes Element dienen soll. Setzen Sie vor dem Durchbrechen der Wand provisorische Stützen ein. Dazu eignen sich sowohl Holz- als auch Stahlträger, je nach Beschaffenheit und Belastbarkeit des Bodens. Verankern Sie im Mauerwerk zu beiden Seiten des entstehenden Durchbruchs je einen Eisenträger, der später die Funktion der tragenden Wand übernehmen soll.

Wenn Sie sich nicht hundertprozentig sicher sind, in dem, was Sie vorhaben, wenden Sie sich am besten an einen Fachmann.

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