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Wanddurchbruch - Anleitung für tragende Wände

Sie möchten sich vergrößern oder einen Durchgang schaffen? Dann kann ein Wanddurchbruch die Lösung sein. Aber Vorsicht: Bei einer tragenden Wand sollte der Durchbruch nicht von oben kommen, indem Ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Ein bisschen Statik erleichtert jede Anleitung.

Kein Wanddurchbruch ohne Einbeziehung der Statik
Kein Wanddurchbruch ohne Einbeziehung der Statik

Was Sie benötigen:

  • Baustütze
  • Schalbretter
  • Vorschlaghammer
  • Stahlträger

Ein Wanddurchbruch ist keine Angelegenheit, die Sie über Nacht angehen sollten. Vernachlässigen Sie die Statik, riskieren Sie, dass das über dem Durchbruch liegende Mauerwerk von oben nachdrückt und letztlich durchbricht. Dann haben Sie nicht nur einen Wanddurchbruch in der Horizontalen, sondern auch in der Senkrechten. Gut ist es also, wenn Sie sich nach einer gewissen Anleitung richten.

Machen Sie sich vorab die Bauanleitung klar

  • Schauen Sie sich nach Möglichkeit die Baupläne Ihres Hauses an. Darin erkennen Sie tragende und nicht tragende Wände. Tragende Wände sind dicker eingezeichnet und weisen in der Regel eine Wanddicke von mindestens ca. 30 cm auf, während nicht tragende Wände mit ca. 15 cm oder noch weniger Dicke auskommen.
  • Haben Sie Zweifel, Fragen Sie ein Statiker, Architekten oder ein Bauhandwerker.
  • Legen Sie sich das benötigte Material zurecht. Sie brauchen mindestens vier Baustützen, 2 dicke und tragfähige Holzdielen, Meißel, Hammer und Vorschlaghammer sowie einen vorher in Dicke, Höhe und Länge auszumessenden Doppel-T-Stahlträger. Mit einer Schubkarre können Sie das Material wegbringen.
  • Zeichen Sie die Stelle vor, in die Sie den Wanddurchbruch herstellen möchten. Orientieren Sie sich an einer bildlichen Anleitung im Internet.
  • Prüfen Sie die Tragfähigkeit des Fußbodens, auf dem Sie die Baustützen aufstellen wollen. Legen Sie bei Bedarf einen Dielen unter.

Beim Wanddurchbruch arbeiten Sie von oben nach unten

  1. Beginnen Sie etwa in der Mitte im oberen Bereich, wo der Wanddurchbruch zur Decke hin beginnen soll. Schlagen Sie mit einem Meißel und einem handhabbaren Hammer eine erste Bresche in das Mauerwerk. Berücksichtigen Sie, dass das Mauerwerk infolge des auf ihm lastenden Drucks extrem stabil ist und Sie mit ziemlich viel Schlagkraft ans Werk gehen müssen.
  2. Versuchen Sie ein erstes Loch in die Wand zu schlagen. Führen Sie einen Holzdielen durch dieses Loch und stützen Sie den Dielen auf beiden Seiten mit einer Baustütze ab. Darauf lastet dann ein Teil des Gewichts von oben.
  3. Jetzt können Sie das Loch seitlich erweitern. Ihr Ziel muss sein, so früh als möglich den Stahlträger einzufügen. Der Stahlträger nimmt das Gewicht von oben auf und ersetzt das entfernte Mauerwerk.
  4. Schlagen Sie die Öffnung links und rechts etwa 15-30 cm über die Breite der Öffnung hinaus, damit Sie dort den Stahlträger einsetzen können. Der Stahlträger benötigt eine ausreichend große Auflagefläche, um stützend zu wirken. Die Öffnung muss der Größe des Stahlträgers entsprechen.

Sichern Sie das Gewicht von oben ab

  1. Sichern Sie das Gewicht von oben möglichst ab, indem Sie in die sich öffnende Breite der Wand jeweils einen Holzdielen einsetzen, den Sie auf beiden Seiten mit einer Baustütze absichern.
  2. Sobald Sie die Öffnung über die Breite geschlagen haben, entfernen Sie die Holzstützen und setzen Sie den Stahlträger in ein Mörtelbett ein. Achten Sie darauf, dass der Träger in der Waagerechten liegt.
  3. Verfüllen Sie die Zwischenräume über dem Stahlträger mit Mörtel. Pressen Sie den Mörtel in die Fugen hinein, damit er stützend wirkt.
  4. Danach können Sie die Maueröffnung nach unten fortführen.
  5. Beachten Sie: Dieser Text ist eine Orientierungshilfe. Nutzen Sie gegebenenfalls die Fachkenntnisse eines Maurers und befragen Sie vorab einen Statiker.
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